Demonstrationen in Brasilien: Druck auf Präsidentin Rousseff

Thema: Allgemein – Autor: Fridjof Krenz – 20. März 2015

Die Lage ist ernst für Dilma Rousseff, die amtierende Präsidentin von Brasilien. Seit ihrer knappen Wiederwahl Ende vergangenen Jahres musste sie sich schon mit einem Korruptionsskandal ungeahnten Ausmaßes, Streitereien innerhalb der Koalition sowie einem mangelnden Wirtschaftswachstum herumschlagen. Nun erlebt sie die Reaktion des Volkes: In mehr als 150 brasilianischen Orten sind insgesamt über eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Korruption und Haushaltseinsparungen zu demonstrieren – aber auch, um den Rücktritt der ungeliebten Präsidentin zu fordern. Nach einer neuen Umfrage sind nur 13 Prozent der Brasilianer zufrieden mit der Arbeit der Staatschefin, 62 Prozent, also zwei Drittel der Befragten, bewerten sie hingegen negativ.

Rousseff appeliert an Geduld der Bürger

Ein Amtsenthebungsverfahren erscheint zu diesem Zeitpunkt zwar als äußerst unwahrscheinlich, dennoch wächst der Druck auf die Präsidentin. Der oppositionelle Politiker und Ex-Präsident Fernando Henrique Cardoso, Rousseff müsse zur Kenntnis nehmen, dass das Volk sie inzwischen ablehne. In einer national ausgestrahlten Fernsehansprache richtete sich die Staatschefin nun an ihre Kritiker: Das Land sei auf einem guten Weg und die Korruption werde in Brasilien nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden. Zudem bat sie das Volk um Verständnis und Geduld. Ein neuer Gesetzesentwurf soll nun dafür sorgen, dass noch stärker gegen Korruption von Staatsdienern im Lande vorgegangen wird. Ob das reichen wird, um Rousseff das verlorene Vertrauen des Volks zurückzubringen, wird sich zeigen.

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