Als sich 1914 der Erste Weltkrieg herauskristallisierte, stellte sich
Brasilien laut offiziellen Angaben zwar auf die Seite der Alliierten und damit
gegen Deutschland. Doch aktiv am Geschehen nahm Brasilien niemals teil.
Jedoch merkten die Brasilianer deutlich die Auswirkungen des Weltkrieges,
ging die Nachfrage nach dem zuvor überaus heiß begehrten
Kaffee doch schlagartig zurück.
Erstmals zu Unruhen kam es
deswegen in den 1920er Jahren. Die brasilianische Bevölkerung forderte
mehr Teilhabe am Wohlstand, welcher erst durch ihre Arbeit und ihren
Schweiß zustande gekommen ist. 1930, kurz vor Beginn des Zweiten
Weltkrieges ging die Nachfrage nach Kaffee nochmals zurück, was eine
erneute Preissenkung des Produktes mit sich zog.
Die brasilianische
Bevölkerung antwortete mit ihren Waffen darauf und so fand ein Aufstand
statt, welcher durch Getúlio Vargas angeführt wurde. Dieser
wurde daraufhin Präsident Brasiliens. Bereits in den ersten Jahren
seiner Regierung ließ Vargas die Bevölkerung spüren,
dass er wahrhaft ein „Vater der Armen“ ist. Dennoch blieb
Vargas ein Diktator und erhielt später den Beinamen
„wohlwollender Diktator“.
1942 griff Vargas sogar
aktiv in das Geschehen des Zweiten Weltkrieges ein, als er eine 25.000 Mann
starke Armee nach Italien entsandte. Nach Ende des Krieges wurde Vargas wieder
von der Armee als Präsident abgesetzt. |