Soziale Arbeit mit Kindern in Brasilien

Thema: Allgemein – Autor: Martina Hilberts – 10. Februar 2015

Gerade junge Menschen um die 20 wollen nach Abschluss der Schule und noch vor Beginn des Studiums oder einer Ausbildung gerne ein Jahr im Ausland verbringen. Die Möglichkeiten hierfür sind vielschichtig. Auch nach Brasilien zieht es junge Menschen aus Deutschland. Manche als Backpacker, manche als Au Pair, manch einer arbeitet bei einem größeren Unternehmen.

Doch es gibt auch die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes in Brasilien, wofür es in dem riesigen Land am Zuckerhut unzählige Einsatzgebiete gibt. Denn trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten Jahre und Jahrzehnte gibt es noch immer viel Armut in Brasilien, sowohl in den großen Metropolen als auch in den entlegenen Gegenden. Wie und wo man seinen freiwilligen Sozialdienst im Schwellenland verbringen möchte, kann man sich aufgrund der hohen Anzahl an Möglichkeiten praktisch selber aussuchen.

Freiwilligendienst mit Kindern

Ein Spaß für alle Beteiligten: Kindergeburtstag in BrasilienTätig sein kann man z.B. in einer Kindertagesstätte für Kinder. Je nach spezifischem Projekt gibt es eine Vielzahl an diversen Aufgaben. Man kann den kleineren Kindern beim Zubereiten der Speisen helfen, ihnen alleine kochen oder sie auch füttern. Mit den älteren Kindern kann man Sport treiben und Spiele spielen. Ob verstecken, malen, singen oder basteln, die Bandbreite ist ja bekanntlich groß. Selbstverständlich kann man mit den größeren Kindern auch englisch, deutsch oder spanisch lernen, oder bei der Muttersprache portugiesisch helfen, sofern die Kinder grammatikalische Probleme haben und man selbst Herr der Sprache ist. Da bei Praktikawelten neben der Freiwilligenarbeit auch das Erlernen der Landessprache auf dem Programm steht, sollte schon zu Beginn des Aufenthaltes in Brasilien ein Sprachkurs in portugiesisch in Angriff genommen werden, um anschließend mit den Kindern vernünftig und verständlich kommunizieren zu können. Denn die reibungslose Verständigung mit den einheimischen Kindern ist natürlich wichtig, um erfolgreich arbeiten zu können.

Portugiesisch lernen und selbst als Lehrer arbeiten

Spricht man nämlich sehr gut portugiesisch, kann man sogar als Lehrer arbeiten. Man unterstützt oft die Lehrer an einer öffentlichen Schule, in welcher überwiegend Kinder aus ärmeren Familien präsent sind. Man nimmt sozusagen als Hilfskraft des Lehrers am Unterricht teil, hilft einzelnen Schülern, die Probleme haben und ist nach dem Ende des offiziellen Unterrichtes auch gerne als Nachhilfelehrer noch aus.
In erster Linie unterrichtet man in Mathematik oder Englisch, je nach Portugiesisch-Kenntnissen sind auch andere Fächer möglich.

Von großer Bedeutung ist es ohne Zweifel, dass man weltoffen und nicht allzu schüchtern und verschlossen ist, denn nur wer einigermaßen offen und wortgewandt ist, kann in Brasilien erfolgreich als Lehrer bzw. Hilfskraft tätig sein.
Zu beachten gilt es, dass die Ferienzeiten in Brasilien zeitlich anders gelagert sind als in Deutschland. Ferien gibt es hier von Dezember bis Februar und in den letzten beiden Juli-Wochen. Nicht selten nutzen deutsche Praktikanten und freiwillige Sozialdienstleistende auch diese Zeit, um in einem Sprachkurs die portugiesische Sprache zu erlernen.

Sozialarbeit in den Favelas

Ein weiteres Tätigkeitsfeld für eine Sozialarbeit in Brasilien kann die Arbeit mit Kindern in den berühmt-berüchtigten Favelas sein. Dieser Dienst ist nichts für schwache Nerven, denn in den Favelas ist es für Ausländer oft nicht ungefährlich, gerade auch für junge Frauen. Die Probleme in den Ghettos der Millionenmetropolen wie Rio de Janeiro und Sao Paolo sind vielschichtig und weithin bekannt. Die Kinder dort haben nicht nur mit Armut, Hunger und Not zu tun, sie sind auch chronischem Lärm und physischer sowie psychischer Gewalt ausgesetzt. Desweiteren kommen die Kinder meist aus zerrütteten Familien, in denen Alkohol, Drogen und Arbeitslosigkeit den tristen Alltag bestimmen. Viele Eltern kümmern sich auch kaum um ihren eigenen Nachwuchs. Es gibt daher Projekte, mit deren Hilfe Kindern individuell geholfen werden soll, selbst bei Kleinigkeiten wie Nachhilfe für die Schule. Ein schwieriger, aber dennoch interessanter Job, in dem man fürs Leben lernen kann. Straßenkinder in den Favelas zu betreuen ist sicherlich noch mal eine weitere kleine Steigerung, auch was die eigene psychische Belastung angeht. Für Hartgesottene ist dieses Projekt aber ohne Zweifel besonders interessant und lehrreich für das eigene Leben. Denn es handelt sich hier um das Eintauchen in die alltägliche Armut Brasiliens.
Auch im Gesundheitssektor kann man einen freiwilligen sozialen Dienst verrichten. Brasiliens Krankenhäuser sind gerade im ländlichen Raum oft veraltet und nicht auf dem neuesten Stand. Beim Bau neuer Krankenhäuser oder der Sanierung bestehender Hospitale zu helfen, kann natürlich auch eine interessante Aufgabe sein.

Zusatzinfo: Für den Freiwilligendienst in Brasilien wird ein Visum benötigt, wenn man deutscher Staatsbürger ist und der Aufenthalt länger als 90 Tage andauert.
Wer gut vorbereitet nach Brasilien fliegt, der kann ein oft anstrengendes, aber dennoch interessantes Jahr als freiwilliger Helfer oder Praktikant verbringen.

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