Tradition und Geschichte: Auf den Spuren der afrikanischen Wurzeln Brasiliens

Thema: Allgemein • Reisen & Tourismus – Autor: clang – 6. Dezember 2016

Brasilien ist ein Land mit einer großen kulturellen Vielfalt. Besonders die afrikanische Kultur hat die Sprache, den Rhythmus, die Küche und die Religion des größten lateinamerikanischen Landes nachhaltlich geprägt. Spuren afrikanischer Kultur lassen sich überall in Brasilien entdecken.

Afrikanische Kultur und brasilianische Traditionen sind untrennbar miteinander verknüpft. Viele der touristischen Hauptattraktionen des Landes, wie die kulturellen Zentren, Museen und Kirchen, haben afrikanische Wurzeln. Am meisten von der afrikanischen Kultur geprägt wurden dabei die Bundesstaaten Maranhāo, Pernambuco, Alagoas, Bahia, Minas Gerais, Espírito Santo, Rio de Janeiro, Sāo Paulo und Rio Grande do Sul. Insbesondere die Hauptstädte São Paulo, Rio de Janeiro und Salvador präsentieren den Touristen gerne die afrikanischen Wurzeln in der Geschichte des Landes. Am 20. November feiert Brasilien außerdem den Nationalfeiertag zu Ehren der schwarzen Kultur. An diesem Tag wird der Todestag von Zumbi dos Palmares, geboren in Alagoas 1655 als Sohn einer aus Angola stämmigen Familie, begangen. Sein Name steht für Geisteskraft und er war in Brasilien ein Hauptrepräsentant des Widerstandes gegen die Sklaverei. 

Foto: Embratur

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Ehemalige Sklavensiedlung in Uniao dos Palmares (Alagoas)


In Serra da Barriga, in União dos Palmares, befand sich einst der größte „Quilombo“ Brasiliens. Die freie Gemeinschaft wurde von Sklaven und Indianern gegründet und stand unter der Führung von Zumbi dos Palmares. Zeitweise lebten hier etwa 30.000 Menschen. Der Gedenkpark „Quilombo das Palmares“ ist eine beliebte Sehenswürdigkeit. Touristen können hier die Atmosphäre des ursprünglichen Ortes sowie des damaligen Widerstandes erleben. So viel Tradition findet man schützenswert. Seit 1986 steht der „Quilombo dos Palmares“ im Buch des archäologischen, ethnographischen und historischen Archivs des Instituts für historisches und künstlerisches Erbe (IPHAN). Unter Schutz des IPHAN stehen noch acht weitere Gebiete der afrobrasilianischen Religion Candomblé, die sich der Pflege und Rettung der Kultur des afrikanisch-stammenden Volke widmen. Auch die berühmte brasilianische Kampfkunst Capoeira wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.




Traditionsreiche Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro (Rio de Janeiro)


In den drei Jahrhunderten der Sklaverei kamen über eine Million Sklaven afrikanischer Herkunft in Cais de Valongo an. Hier befand sich zu dieser Zeit der wichtigste Ankunftsort für Sklaven auf dem amerikanischen Kontinent. Bei einer historischen und archäologischen Tour werden sechs Sehenswürdigkeiten mit afrikanischer Vorgeschichte in den Vierteln Santo Cristo, Saúde und Gamboa besichtigt. Neben den Ruinen von Valongo können Touristen außerdem die neue Hafenzone, auch bekannt als Porto Maravilha, besichtigen und einen Eindruck vom Boulevard Olimpico, den Museen und vom Ozeanarium AquaRio erhalten. Wer den brasilianischen Rhythmus hautnah erleben will, der kann an außerdem an einem Trommel-Workshop teilnehmen oder Samba- und Capoeira-Stunden nehmen.



Brasilianische Küche mit afrikanischen Wurzeln in Salvador (Bahia)


Der Bundesstaat Bahia lebt vom Tourismus. Gerne ermöglicht man den vielen Besuchern, die afrikanisch-stämmige Kultur hautnah zu erleben. In Salvador, der Hauptstadt von Bahia, haben circa 80 Prozent der Einwohner afrikanische Wurzeln. Im afro-brasilianischen Museum in Pelourinho erfahren Interessierte mehr über die Geschichte der Kolonialisierung und die afrikanische Einwanderung. Hier finden sich noch Spuren aus Zeiten, in denen Salvador die erste Hauptstadt der Kolonie war. Kein Wunder also, dass das historische Zentrum zum UNESCO Kulturerbe der Menschheit zählt. Auch kulinarisch gibt es in Bahia einiges zu entdecken. Die Küche der Region ist die bekannteste in ganz Brasilien. Viele Gerichte haben ihren Ursprung in der Küche der Sklaven. Die aus Afrika stammenden und für die Region charakteristischen Gerichte, wie beispielsweise Acarajé, Abara, Carurú und Vatapá, werden hauptsächlich mit Palmöl, Kokosnussmilch, Ingwer und Pfeffer gewürzt. Die typische brasilianische „Feijoada“ ist ein deftiger Bohneneintopf.

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