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Círio de Nazaré in Belém – Prozession, Ablauf und Termine

Der Círio de Nazaré ist die große Prozession zu Ehren der Nossa Senhora de Nazaré in Belém. Sie findet seit 1793 am zweiten Sonntag im Oktober statt und führt auf 3,6 Kilometern von der Kathedrale zur Basilika. Rund zwei Millionen Menschen nehmen teil. Das IPHAN hat das Fest 2004 als Kulturerbe Brasiliens eingetragen, 2013 kam der UNESCO-Titel hinzu.

Der Círio de Nazaré verwandelt Belém, die Hauptstadt des Bundesstaates Pará, jedes Jahr im Oktober in eine einzige Prozessionsstrecke. Wer das Fest erlebt, sieht keine Folklore für Besucher, sondern eine Wallfahrt, bei der Menschen Versprechen einlösen, ein Seil tragen und mit der Familie zu Mittag essen. Gleichzeitig ist der Círio ein Ereignis mit Tourismus, Sicherheitsaufgebot und einem langen Programm rund um die Hauptprozession. Diese Seite erklärt den Ablauf, die Nebenprozessionen, die Symbole und die Fragen der Planung.

Zu den religiösen Hintergründen des Landes lesen Sie auch Religion; ein weiteres großes Fest im Norden beschreibt die Seite Festival de Parintins.

OrtBelém, Pará
Hauptprozessionzweiter Sonntag im Oktober, seit 1793; 2026 am 11. Oktober, 2027 am 10. Oktober
Strecke3,6 km von der Catedral da Sé (Cidade Velha) zur Praça Santuário (Nazaré)
Dauer der Prozessionrund fünf Stunden
Festzeitvon Ende August bis fünfzehn Tage nach dem zweiten Oktobersonntag (Recírio)
AnerkennungIPHAN, Livro das Celebrações, 5. Oktober 2004; Revalidierung 10. November 2021; UNESCO 2013
Teilnehmerrund zwei Millionen Menschen
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Was ist der Círio de Nazaré?

Der Círio de Nazaré ist die Prozession und das Festprogramm zu Ehren der Heiligen Nossa Senhora de Nazaré in Belém. Die Hauptprozession wird seit 1793 jährlich am zweiten Sonntag im Oktober abgehalten und bildet den Höhepunkt der Feiern. Ihr Zyklus beginnt Ende August mit der Missa do Mandato, die die Pilgerreisen der Heiligenbilder eröffnet. Er endet fünfzehn Tage nach dem zweiten Oktobersonntag mit dem Recírio, bei dem sich das Pilgerbild von den Gläubigen verabschiedet und in seine Nische zurückgebracht wird. Das gesamte Festprogramm wird Quadra Nazarena genannt.

Der Kern des Festes erinnert, wie das IPHAN beschreibt, an den Mythos vom „Fund“ des Originalbildes und von seinen „Fluchten“. Mit der Prozession kommen weitere Rituale hinzu, heilige und weltliche: Märkte für Spielzeug aus Miriti-Holz, das Schauspiel Auto do Círio, der Arrastão do Círio und das Fest der Filhas da Chiquita. Die Verehrung der Heiligen ist ein Kern der Identität der Menschen in Pará. Sie zeigt sich an Altären, Plakaten und Dekorationen in Häusern, Bars, Werkstätten, Apotheken, Banken und Hotels. Die Gläubigen sprechen von der Heiligen vertraut als „Naza“, „Nazinha“ oder „Mãezinha“.

Wie läuft die Hauptprozession ab?

Der Samstagabend gehört der Trasladação. Dabei wird das Pilgerbild der Heiligen von der Basilika zur Catedral da Sé gebracht, in die Altstadt von Belém, wo die Stadt gegründet wurde. Am Sonntag früh beginnt in der Kathedrale die Messe, danach tritt das Bild den Rückweg an. Es wird auf der Berlinda gefahren, einem Prozessionswagen, der von einem Seil gezogen wird. Das Seil trägt die Menge: Rund 450 Meter lang, wird es von Tausenden Gläubigen gehalten, die damit ein Versprechen erfüllen, danken oder einfach teilnehmen. Das Originalbild bleibt während der gesamten Prozession auf dem Hauptaltar der Basilika.

Die Strecke vom Platz der Kathedrale in der Cidade Velha bis zur Praça Santuário im Stadtteil Nazaré misst 3,6 Kilometer. Der Direktor der Prozessionen beschreibt, dass sie rund fünf Stunden dauert und dass die Menge von früher 100.000 bis 300.000 Menschen auf heute zwei Millionen gewachsen ist, die Strecke aber dieselbe geblieben ist. Das Seil, die Berlinda, die Heiligenbilder, die Trasladação, der Recírio, der Arraial, das Mittagessen und die Spielzeuge aus Miriti gehören zu den Elementen, die das IPHAN bei der Eintragung als wesentlich benannt hat.

Welche Nebenprozessionen gehören zum Fest?

Um die Hauptprozession herum hat sich ein Programm gebildet, das mit den Jahren gewachsen ist. Zu Fuß kommen die Pilger aus dem Umland nach Belém. Im Jahr 2026 nennen die Behörden fünf Straßen für die Pilgermärsche zwischen dem 5. und dem 11. Oktober, die bei der Basilika enden, mit 28 Aufnahmestellen entlang der Wege. Die Romaria Fluvial wurde 1986 von der Tourismusgesellschaft Paratur geschaffen und bringt Boote von Icoaraci nach Belém; die Polizei begleitet sie 2026 über zehn Seemeilen. Der Arrastão do Círio ist ein Umzug der Volkskultur, der am Samstagmorgen nach der Flussprozession stattfindet und sich um den Boi-Bumbá dreht. Das Auto do Círio, ein Straßentheater, fand erstmals 1993 statt; die Ausgabe 2019 zählte mehr als 63.000 Menschen in den Straßen der Cidade Velha.

Weitere Romarias sind jünger. Die Romaria da Juventude gibt es seit 2001. Die Romaria das Crianças findet am ersten Sonntag nach dem Círio statt und zog 2019 rund 250.000 Menschen an. Die Ciclo Romaria führt am Samstag danach über etwa 14 Kilometer, die Romaria dos Corredores seit 2014 über rund sieben Kilometer im Laufschritt, ohne Wettkampf. Seit 2003 gibt es die Remaria, eine Prozession im Ruderboot von Icoaraci zum Markt Ver-o-Peso, und seit 2013 die Romaria Poética mit Gedichten und Musik an historischen Gebäuden. Auch die Moto Romaria gehört zum Programm. Rund um den Círio entstanden zudem Feste mit Tecnobrega-Musik, bei denen sogenannte Aparelhagens, große Licht- und Tonanlagen, spielen.

Welche Symbole prägen den Círio?

Das stärkste Symbol ist das Seil. Wer es trägt, drückt Hingabe aus, löst ein Versprechen ein oder gehört schlicht zur Gemeinschaft. In den letzten Jahren tragen es vor allem Jüngere: Bei der Trasladação 2019 waren 35,1 Prozent der Seilträger zwischen 18 und 24 Jahre alt, und 91,2 Prozent kamen aus Pará. Das zweite Symbol ist die Berlinda mit dem Pilgerbild. Dazu kommen die Spielzeuge aus Miriti, einem leichten Holz der Region, die von Hand gefertigt werden und in der Erinnerung vieler Kinder einen festen Platz haben. Sie werden auf Märkten in Belém verkauft, etwa auf der Praça Waldemar Henrique und an der Estação das Docas, und von Straßenhändlern als „Girândolas“ durch die Menge getragen.

Das Mittagessen am Sonntag, der Almoço do Círio, versammelt die Familien. Es werden Gerichte der Küche von Pará serviert, und Verwandte, Nachbarn und Freunde kommen zusammen. Auch die Menschen, die nicht in Pará leben, feiern das Fest. Der Círio ist damit ebenso ein Familienfest wie eine Wallfahrt. Die Verehrung hat einen Bezug zu Portugal: Ein Wagen der Kinderprozession erinnert an Dom Fuas Roupinho, einen portugiesischen Edelmann, der der Überlieferung nach durch die Fürsprache der Heiligen vor einem Abgrund gerettet wurde.

Wer nimmt am Círio teil?

Das IPHAN nennt in seinem Gutachten von 2021 Zahlen aus Befragungen von 2019. Von den Pilgern stammen 93 Prozent aus Pará, 95 Prozent sind katholisch, 55,5 Prozent sind Frauen, und für 44,7 Prozent ist das Einlösen eines Versprechens der Grund für den Weg. Touristen sind eine wachsende Gruppe: 2009 kamen rund 35.000 Touristen, 2019 rund 83.000, die in Pará etwa 31,2 Millionen US-Dollar ausgaben. Im Pandemiejahr 2020 fielen Trasladação und Prozession aus, und die Zahl sank auf rund 36.500.

Viele helfen freiwillig: 2018 waren 800 Freiwillige beim Katastrophenschutz gemeldet, 2019 waren es 1.200. Sie verteilen Wasser, Frühstück und Kerzen. Die Casa de Plácido, 2009 gebaut, nimmt Pilger auf, die nach Belém reisen; sie hat 20 Bäder, einen Speisesaal, einen Ruheraum, eine Krankenstation und einen Bereich für Massagen. Ein Aufgebot von Polizei und Rettungskräften begleitet die Wege: Für 2026 nennen die Behörden etwa 4.500 Polizisten im gesamten Einsatzzeitraum vom 5. bis zum 26. Oktober, davon rund 1.300 bei der Hauptprozession.

Wann findet der Círio statt?

Der Termin ist immer der zweite Sonntag im Oktober. 2026 war das der 11. Oktober mit der Trasladação am Samstag, dem 10. Oktober; 2027 fällt der Círio auf den 10. Oktober, die Trasladação auf den 9. Oktober. Beachten Sie, dass der Festzyklus länger dauert als die Hauptprozession: Die Pilgerwege laufen schon vorher, am Freitag davor führt der Traslado nach Marituba, und die Feierlichkeiten enden mit dem Abschluss am zweiten Wochenende nach dem Círio, 2026 am 25. Oktober. Der Círio ist kein Bundesfeiertag; der 12. Oktober, der Tag der Nossa Senhora Aparecida, steht auf der Seite Feiertage.

Wie erleben Besucher das Fest am besten?

Der Platzbedarf ist der entscheidende Punkt: Zwei Millionen Menschen teilen sich eine Strecke von 3,6 Kilometern. Seit 2013 stellt die Festleitung Tribünen an den Hauptstraßen der Prozessionen auf und verkauft die Tickets; 2019 gab es je 5.000 Plätze für die Trasladação und für den Círio. Wer Wert auf Sicht und Sitzplatz legt, sollte sich frühzeitig um Tickets kümmern. Auf der Strecke selbst steht man dicht in der Menge. Beachten Sie die Sicherheitshinweise in Sicherheit in Brasilien.

Rund um die Basilika liegt außerdem das Memorial Memória de Nazaré, das seit 2012 Mäntel, Seile, Votivgaben und Plakate zeigt, und zwar auch außerhalb der Festzeit. Wer Belém ohne den Trubel kennenlernen will, findet hier einen Einstieg in die Tradition. Die Stadt ist zudem ein Ausgangspunkt für Reisen in den Amazonas; die Seite Amazonas beschreibt die Region.

Wie hat sich der Círio verändert?

Das IPHAN hat das Fest 2021 erneut geprüft und seinen Titel als Kulturerbe bestätigt. Die Prüfung zeigt, wie sich der Círio seit 2004 gewandelt hat: mehr Teilnehmer, mehr Touristen, mehr Sponsoren, neue Prozessionen und ein umgebauter Platz um die Basilika. Der Markt der Miriti-Spielzeuge zog um, der Arraial wurde seitlich der Kirche verlegt, und die Tribünen sind zu einem festen Teil der Prozessionswege geworden.

Häufige Fragen zum Círio de Nazaré

Wann findet der Círio de Nazaré statt?

Am zweiten Sonntag im Oktober. 2026 war das der 11. Oktober, 2027 ist es der 10. Oktober; die Trasladação beginnt am Samstagabend davor.

Wie lang ist die Strecke der Prozession?

3,6 Kilometer von der Catedral da Sé in der Cidade Velha zur Praça Santuário im Stadtteil Nazaré. Die Prozession dauert rund fünf Stunden.

Was ist die Trasladação?

Die nächtliche Prozession am Samstag vor dem Círio: Das Pilgerbild geht von der Basilika zur Catedral da Sé und kehrt am Sonntag zurück.

Wie lang ist das Seil?

Rund 450 Meter. Es wird von den Gläubigen getragen, die damit ein Versprechen einlösen oder ihre Verehrung ausdrücken.

Ist der Círio ein UNESCO-Welterbe?

Ja, als immaterielles Kulturerbe der Menschheit seit 2013. In Brasilien ist er seit dem 5. Oktober 2004 als Kulturerbe eingetragen.

Wie viele Menschen kommen?

Rund zwei Millionen Menschen aus der Stadt, dem Bundesstaat und dem Ausland. 2019 reisten etwa 83.000 Touristen an.

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