Die Chapada dos Guimarães ist ein Sandsteinplateau im Cerrado von Mato Grosso, gut eine Autostunde von Cuiabá entfernt. Der Nationalpark schützt rund 32.000 Hektar mit Wasserfällen, Schluchten und Felsformationen. Bekannteste Station ist der 86 Meter hohe Wasserfall Véu de Noiva; der Besuch lässt sich als Tagesausflug oder in mehreren Tagen planen.
Wer nach Mato Grosso reist, kommt meist wegen des Pantanal. Die Chapada dos Guimarães ergänzt diese Reise um eine ganz andere Landschaft: Hier liegen Hochebene, Cerrado-Vegetation, Felswände und Aussichtspunkte, die den Blick weit über das Tiefland von Cuiabá öffnen. Der Ort Chapada dos Guimarães selbst ist klein und hat einen historischen Kern, in dem vieles unter Denkmalschutz steht.
Diese Seite zeigt, was im Nationalpark liegt und was außerhalb, wie Sie die einzelnen Ziele erreichen und worauf Sie bei Besichtigungen achten sollten. Zur Einordnung in der Region empfiehlt sich die Seite zum Pantanal, weitere Naturziele finden Sie in der Übersicht Natur.
| Lage | Mato Grosso, Gemeinden Chapada dos Guimarães und Cuiabá |
| Nationalpark | Parque Nacional da Chapada dos Guimarães, per Dekret vom 12. April 1989 geschaffen |
| Biom | Cerrado |
| Anreise | Straße MT-251, rund eine Stunde ab Cuiabá |
| Highlights | Véu de Noiva (86 m), Cidade de Pedra, Morro de São Jerônimo, Circuito das Cachoeiras, Mirante do Centro Geodésico |
| Empfohlene Dauer | ein Tag für die Höhepunkte, drei bis vier Tage für die ganze Region |
- Was schützt der Nationalpark der Chapada dos Guimarães?
- Wie kommen Sie von Cuiabá in die Chapada dos Guimarães?
- Was ist der Véu de Noiva?
- Was erwartet Sie an der Cidade de Pedra und am Morro de São Jerônimo?
- Welche Wasserfälle gehören zum Circuito das Cachoeiras?
- Was hat es mit dem Mirante do Centro Geodésico auf sich?
- Was gibt es im Ort Chapada dos Guimarães zu sehen?
- Welche Regeln gelten im Nationalpark?
- Wie viel Zeit sollten Sie für die Chapada dos Guimarães einplanen?
Was schützt der Nationalpark der Chapada dos Guimarães?
Der Parque Nacional da Chapada dos Guimarães wurde mit dem Dekret Nr. 97.656 vom 12. April 1989 eingerichtet. Er umfasst gut 32.000 Hektar und liegt in den Gemeinden Chapada dos Guimarães und Cuiabá. Geschützt wird ein Ausschnitt des Cerrado, der Savannenlandschaft im Zentrum Brasiliens. Die Naturschutzbehörde ICMBio, die den Park verwaltet, nennt 659 bekannte Pflanzenarten und zehn verschiedene Vegetationstypen des Cerrado. Hinzu kommen 44 Fischarten, 242 Vogelarten und 76 Säugetierarten.
Zu den gefährdeten Tieren, die im Park leben, zählen der Mähnenwolf, der Jaguar, der Große Ameisenbär, das Riesengürteltier und der Tapir. Als gefährdet führt die Behörde außerdem die Pampaskatze, die als stark gefährdet gilt, das Pekari und den Schmetterling Parides lysander mattogrossensis. Die meisten Besucher bekommen diese Tiere nicht zu Gesicht. Die ICMBio verweist für Besucherfragen auf eine eigene Adresse: pncg.visita@icmbio.gov.br. Dort lassen sich aktuelle Hinweise zu Wegen, Regeln und Sperrungen erfragen.
Wie kommen Sie von Cuiabá in die Chapada dos Guimarães?
Die Straße MT-251 verbindet Cuiabá mit dem Ort und führt durch den Park. Sie ist asphaltiert und hat zwei Spuren. Die Entfernung zwischen Cuiabá und Chapada dos Guimarães wird mit gut 60 Kilometern angegeben, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Viele Besucher reisen mit Mietwagen oder Transfer an, es gibt auch Busverbindungen. Wer ohne Auto unterwegs ist, bucht die Ausflüge bei Agenturen vor Ort; für die meisten Ziele ist ein eigenes Fahrzeug jedoch am bequemsten.
Planen Sie Anreise und Rückfahrt so, dass Sie nicht im Dunkeln auf der MT-251 unterwegs sind. Allgemeine Hinweise zu Flügen, Bussen und Mietwagen stehen auf der Seite Fortbewegung.
Was ist der Véu de Noiva?
Der Véu de Noiva, auf Deutsch Brautschleier, ist mit 86 Metern Fallhöhe der bekannteste Wasserfall der Region. Er liegt an der MT-251 etwa bei Kilometer 51, rund zwölf Kilometer vom Ortszentrum entfernt, und ist über eine asphaltierte Zufahrt erreichbar. Von einem Aussichtspunkt blicken Sie auf den Wasserfall; zum Fuß des Falls führt von dort kein Weg. Der Zugang ist kostenlos, die Öffnungszeiten liegen etwa zwischen 9 und 16:30 Uhr. Der Weg zum Aussichtspunkt ist kurz und markiert. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann bis zu einem Restaurant in der Nähe des Aussichtspunkts fahren.
Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten, denn sie können sich ändern. Der Wasserfall ist eine Sehenswürdigkeit zum Anschauen und Fotografieren, keine Badestelle.
Was erwartet Sie an der Cidade de Pedra und am Morro de São Jerônimo?
Die Cidade de Pedra, die Steinstadt, ist eine Felsformation, die der Wind geformt hat. Die Felsen wirken wie Ruinen aus dem Mittelalter, die über dem Tal hängen. Der Besuch wird als geführte Tour angeboten; Sie sollten Führer und Fahrzeug im Voraus klären, denn der Weg ist lang und zum Teil nicht asphaltiert.
Der Morro de São Jerônimo gehört zu den höchsten Punkten des Nationalparks und liegt auf mehr als 800 Metern Höhe. Der Aufstieg wird mit weiten Ausblicken belohnt. Wie die Cidade de Pedra ist auch dieses Ziel im Park nur mit Führer sinnvoll. Dasselbe gilt für die Veredas do Rio Claro, ein weiteres Ziel im Nationalpark.
Welche Wasserfälle gehören zum Circuito das Cachoeiras?
Der Circuito das Cachoeiras ist eine Route, die Sie auch ohne Führer begehen können. Zu ihr gehören mehrere Wasserfälle, darunter Degrau, Pulo, Prainha und Independência. Erkundigen Sie sich vor dem Besuch nach den aktuellen Bedingungen, denn sie können sich ändern. Kostenlos zugänglich sind der Véu de Noiva und der Circuito das Cachoeiras. Bei einzelnen Wasserfällen auf privatem Gelände wird Eintritt verlangt.
Was hat es mit dem Mirante do Centro Geodésico auf sich?
Der Aussichtspunkt liegt auf etwa 800 Metern Höhe, rund acht bis neun Kilometer vom Ortszentrum entfernt an der MT-251 in Richtung Cuiabá, am Ende ein kurzes Stück Schotter. Der Zugang ist kostenlos und ohne feste Öffnungszeit, ein Führer ist nicht nötig. Bei klarem Wetter sehen Sie die Ebene bis nach Cuiabá, das etwa 30 Kilometer in gerader Linie entfernt liegt.
Der Name verweist auf das geodätische Zentrum Südamerikas. Darüber wird gestritten: Chapada dos Guimarães beansprucht den Punkt für sich, Cuiabá hat selbst einen Gedenkstein am zentralen Platz Pascoal Moreira Cabral. Die Stadtverwaltung stellt klar, dass der Zentrumsmarker in Cuiabá liegt. Bevor Sie fahren, sollten Sie die Zugangsbedingungen prüfen, denn an der Zufahrt gibt es Abschnitte, die unter Umweltbeobachtung stehen.
Was gibt es im Ort Chapada dos Guimarães zu sehen?
Der kleine Ort hat mehr als 40 Gebäude, die der Denkmalschutz IPHAN geschützt hat. Zu den bekanntesten zählt die Igreja de Santana aus dem Jahr 1751. Das Zentrum ist in kurzer Zeit zu Fuß erkundet und eignet sich für einen Abend mit regionalem Essen. Weitere Aussichtspunkte wie der Morro dos Ventos liegen außerhalb des Nationalparks nahe der Stadt; für einige gilt ein Eintritt für Fahrzeuge oder Fußgänger.
Cuiabá, die Hauptstadt von Mato Grosso, gilt als Tor zum Pantanal und ist zugleich der Ausgangspunkt für die Chapada. Von dort erreichen Sie die Chapada auf der MT-251 in rund einer Stunde, sodass sich beide Ziele in einer Reise verbinden lassen.
Die Mischung aus Natur und kleinem Ort macht die Chapada zu einer guten Ergänzung für eine Reise durch Mato Grosso. Verbinden lässt sie sich zum Beispiel mit dem Pantanal oder, in einer größeren Route, mit der Hauptstadt Brasília und dem Plateau der Chapada dos Veadeiros in Goiás. Eine Übersicht über Reiserouten bietet die Seite Brasilien Rundreise.
Welche Regeln gelten im Nationalpark?
Der Park wird nach einem Managementplan verwaltet, dem Plano de Manejo, den die ICMBio mit der Portaria Nr. 45 vom 4. Juni 2009 genehmigt hat. Er wurde mit der Portaria Nr. 1.031 vom 20. Oktober 2020 punktuell überarbeitet; hinzu kommen ein Zonierungsplan von 2023 und ein Plan zum Umgang mit Feuer im Cerrado. Für Besucher bedeutet das: Welche Bereiche offen sind, regelt die Parkverwaltung, und die Hinweise können sich ändern. Die ICMBio führt die Besuchsregeln auf einer eigenen Seite.
Halten Sie sich an die markierten Wege, nehmen Sie Abfälle wieder mit und lassen Sie Tiere und Pflanzen unberührt.
Wie viel Zeit sollten Sie für die Chapada dos Guimarães einplanen?
Für die Höhepunkte, also Véu de Noiva und einen Aussichtspunkt, reicht ein Tag ab Cuiabá. Wer Cidade de Pedra, Morro de São Jerônimo und den Circuito das Cachoeiras sehen will, braucht mehr Zeit: Drei bis vier Tage sind für die Region ein guter Rahmen. Übernachten Sie im Ort, wenn Sie früh am Park sein wollen. Ein Überblick über Unterkünfte steht unter Hotels in Brasilien.
Bringen Sie Sonnenschutz, festes Schuhwerk, Wasser und eine Kopfbedeckung mit. Ob und wie lange Wege offen sind, hängt vom Wetter und von der Parkverwaltung ab; fragen Sie deshalb vor Ort oder per E-Mail nach.
Häufige Fragen zur Chapada dos Guimarães
Wo liegt die Chapada dos Guimarães?
Im Bundesstaat Mato Grosso, gut 60 Kilometer von der Hauptstadt Cuiabá entfernt. Der Nationalpark liegt in den Gemeinden Chapada dos Guimarães und Cuiabá.
Wie hoch ist der Véu de Noiva?
Der Wasserfall hat eine Fallhöhe von 86 Metern. Sie sehen ihn von einem Aussichtspunkt; ein Weg zum Fuß des Falls besteht dort nicht.
Brauchen Sie einen Führer?
Nicht überall. Véu de Noiva, Circuito das Cachoeiras und der Mirante do Centro Geodésico sind ohne Führer zugänglich. Cidade de Pedra, Morro de São Jerônimo und Veredas do Rio Claro werden als geführte Ziele angeboten.
Ist der Mirante do Centro Geodésico wirklich die Mitte Südamerikas?
Darüber gibt es Streit. Auch Cuiabá beansprucht den Mittelpunkt und hat einen eigenen Marker.
Welche Tiere leben im Nationalpark?
Die Behörde zählt 242 Vogelarten, 76 Säugetierarten und 44 Fischarten. Gefährdet sind unter anderem Jaguar, Tapir, Mähnenwolf und Großer Ameisenbär.
Reicht ein Tag?
Für einen ersten Eindruck ja. Für die geführten Ziele und die Wasserfälle sind drei bis vier Tage besser.
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