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Estação Ecológica de Carijós – Mangroven bei Florianópolis

Die Estação Ecológica de Carijós liegt im Nordwesten der Ilha de Santa Catarina an der Baía Norte, im Stadtgebiet von Florianópolis. Zwei Mangrovengebiete, Saco Grande und Ratones, bilden das Schutzgebiet, das 1987 geschaffen wurde, um die letzten großen Mangroven der Insel vor Stadterweiterung und Bodenspekulation zu bewahren.

Die Strände von Florianópolis kennt jede und jeder; die Mangroven an der Baía Norte weniger. Dort, wo Gezeiten und Flüsse Schlamm, Salz und Süßwasser mischen, wachsen Bäume mit Stelzwurzeln und Atemwurzeln, brüten Fische und Krebse, und die Gezeiten formen die Landschaft zweimal am Tag neu. Die Estação Ecológica de Carijós schützt diesen Lebensraum an der Südgrenze der Mangrovenwälder an der Atlantikküste. Die Seite beschreibt Entstehung, Namen, Klima, Boden, Flüsse, Mangroven, Restinga und Tierwelt.

Weitere Küstenlandschaften des Südens zeigen die Seiten zu Florianópolis, zur Insel Superagüi, zum Nationalpark Restinga de Jurubatiba und zur Estação Ecológica Raso da Catarina. Für die Planung hilft die Seite zum Klima in Brasilien.

GründungDekret Nr. 94.656 vom 20. Juli 1987
KategorieEstação Ecológica, strenger Schutz
LageNordwesten der Ilha de Santa Catarina, Gemeinde Florianópolis, an der Baía Norte
TeilgebieteSaco Grande und Ratones
KlimaFeuchtes Klima (Cfa) mit heißen Sommern, Jahresniederschlag rund 1.560 mm
HöheKüstenebene zwischen 1 und 5 Metern
VegetationMangrove, Übergangsvegetation, Restinga in drei Stufen
NameNach den Carijó, wie Europäer die Tupi-Guarani an der Südküste nannten
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Wie entstand die Estação Ecológica de Carijós?

1974 begann die Sonderbehörde für Umwelt, SEMA, das Programm „Estações Ecológicas“. Es sollte typische Lebensräume Brasiliens bewahren. Das Gesetz Nr. 6.902 von 1981 definierte eine Estação Ecológica als repräsentatives Gebiet zum Schutz der Natur, zur Grundlagenforschung in der Ökologie, für Vergleichsstudien mit der Umgebung und für Naturschutzbildung. Die Idee für Carijós entstand 1977: Die Mangroven der Insel sollten vor den Folgen der Stadtentwicklung und der Immobilienspekulation bewahrt werden.

Ab 1981 vermaßen und erfassten die SEMA, die Umweltbehörde des Bundesstaates FATMA und das Planungsinstitut der Stadt, IPUF, die Grundstücke. Sie grenzten die Mangroven von Ratones und Saco Grande ab. Der Vermögensdienst der Union trat die Flächen 1983 an die SEMA ab. Am 20. Juli 1987 schuf das Präsidialdekret Nr. 94.656 die Estação Ecológica de Carijós. Die FATMA verwaltete sie bis 1989, dann übernahm das neu gegründete IBAMA, später das ICMBio.

Als Name wählte man, wie bei anderen Estações Ecológicas jener Zeit, eine Anspielung auf indigene Völker, etwa bei den Tupiniquins in São Paulo oder den Tupinambás in Ubatuba. Carijó nannten die europäischen Entdecker die Tupi-Guarani der Südküste. Spuren einer festen Siedlung dieser Völker gibt es im Gebiet nicht, und es leben dort keine indigenen Gruppen.

Wo liegen die beiden Teilgebiete?

Das Schutzgebiet besteht aus zwei getrennten Flächen. Das Mangrovengebiet Saco Grande ist das kleinere. Im Osten begrenzt es die Straße SC-401, im Westen die Baía Norte, im Süden das Viertel João Paulo und im Norden Cacupé. Der wichtigste Fluss ist der Rio Pau do Barco, der wie die kleineren Gewässer in die Baía Norte mündet; hinzu kommt der Rio Vadik.

Das größere Gebiet ist die Mangrove des Rio Ratones. Sie reicht von der SC-402 im Osten bis zur Bucht im Westen, nördlich grenzen Jurerê und Daniela, südlich Sambaqui und Santo Antônio. Der Rio Ratones mündet in eine kleine Bucht gleichen Namens, und seine Nebenflüsse sind der Rio Veríssimo und der Rio Papaquara. Die Verwaltung sitzt auf der Gleba Ratones.

Mangrovenwald mit Stelzwurzeln bei Niedrigwasser an einer Flussmündung

Wie sind Klima, Boden und Gezeiten geprägt?

Das Klima der Insel ist feucht mit heißen Sommern (Cfa). Zwei Luftmassen bestimmen das Wetter: die kalte, feuchte Polarluft, die als Kaltfront mit kräftigem Südwind und aufklarendem Himmel kommt, und die warme, feuchte Tropenluft des Atlantiks, die im ganzen Jahr Nordwinde bringt. Im Jahresmittel fallen rund 1.560 Millimeter Regen; im Januar regnet es am meisten, im Juli am wenigsten. Die Temperaturen liegen im Sommer im Mittel bei etwa 24,6 °C und im Winter bei 16,3 °C. Frontenregen, Steigungsregen und sommerliche Gewitter am späten Nachmittag sind die häufigsten Niederschlagsarten.

Die Gebiete liegen in der Küstenebene, die Höhen betragen zwischen 1 und 5 Metern. Die größte Fläche nimmt die Gezeitenebene ein, an den Mündungen der Flüsse Ratones, Papaquara, Pau do Barco und Maçonaria, mit salzhaltigen, an organischem Material reichen Böden. In Saco Grande liegt fast das gesamte Gebiet auf dieser Einheit. Daneben gibt es die Restingaebene, deren Sandwälle dieselbe Form haben wie die Bucht von Jurerê, eine Lagunenebene im Südwesten von Ratones mit dem Übergang von Mangrove zu Restinga und kleine Flächen einer Fluss-Meer-Ebene. Granit, der Florianópolis-Granit, tritt nur auf dem Morro do Sambaqui zutage.

Wie fließen die Flüsse durch die Mangroven?

Die Flüsse gehören zu zwei Einzugsgebieten: Ratones und Saco Grande. Das größere ist das des Rio Ratones. Bei Eingriffen in der Vergangenheit wurden Flussläufe begradigt, etwa der Rio Ratones im Kanal der Comportas, und es entstanden Dämme aus dem ausgehobenen Material. Die Eingriffe veränderten den Gezeitenfluss und die Lebensbedingungen der Mangrove. Naturnah geblieben sind der Rio Veríssimo mit seinen Mäandern in der Gezeitenebene und der Mündungsabschnitt des Rio Ratones. In den Flüssen schwankt der Salzgehalt zwischen Süßwasser und vollem Meerwasser, je nach Gezeit und Regen.

Welche Bäume bilden die Mangrove?

Mangroven sind Wälder zwischen Land und Meer auf salzigem, schlammigem Boden mit geringem Gefälle, regelmäßig überflutet von den Gezeiten. Sie bilden viel Pflanzenmasse, die beim Abbau Nährstoffe freisetzt; diese gelangen in die Küstengewässer und düngen sie. Santa Catarina bildet die Südgrenze der Mangroven an der Atlantikküste; die letzten Bestände mit Laguncularia racemosa und Avicennia schaueriana liegen bei Laguna.

Auf der Insel ist die Baumschicht artenarm und sehr einheitlich. Drei Arten bestimmen sie: Rhizophora mangle (rote Mangrove) an ihrer Südgrenze, Laguncularia racemosa (weiße Mangrove) und Avicennia schaueriana (siríuba), die häufigste, die das Kronendach prägt. Dazwischen wächst das Schlickgras Spartina alterniflora. Im Übergang zum festen Land finden sich der Mangrovenfarn Acrostichum aureum, die Binse Juncus acutus, Hibiscus tiliaceus und Annona glabra. Dauer und Häufigkeit der Überflutung, der Zufluss von Süßwasser und die Beschaffenheit des Bodens bestimmen, welche Art wo steht.

Gut drei Viertel der Fläche in Ratones sind Mangrove, rund 15 Prozent Restinga, der Rest Wasser und anderes. In Saco Grande bedeckt die Mangrove fast neun Zehntel der Fläche, dazu kommen kleine Restingaflächen. In beiden Gebieten herrscht die Avicennia vor, in Ratones auf knapp der Hälfte der Fläche, in Saco Grande auf mehr als zwei Dritteln. Niedrigere Bestände bildet die Laguncularia. Zwischen Mangrove und festem Land liegen kleine Salzflächen, Apicum genannt.

Was wächst in der Restinga?

Auf den sandigen, nährstoffarmen Böden der Küstenebene liegt die Restinga in drei Stufen. Am Strand und auf den vorderen Dünen wachsen niedrige Kräuter wie die Strandwinde Ipomoea pes-caprae, die Schwertbohne Canavalia rosea und Gräser der Dünen. Dahinter folgt die Strauchstufe mit Pitanga (Eugenia uniflora), Aroeira (Schinus terebinthifolius), Guamirim-Arten und Quaresmeira. In Lagunen und Senken wachsen Binsen, Rohrkolben (Typha) und Seggen.

Die höchste Stufe ist die Baumrestinga, die Übergangsform zum Regenwald der Tiefländer. Die Bäume werden im Mittel 15 Meter hoch, einzelne bis 20 Meter. Dominant ist der Olandi (Calophyllum brasiliense), der 30 bis 50 Prozent der oberen Schicht stellt. Hinzu kommen Canelinha-da-praia, Cupiúva, mehrere Feigenarten, der Ipê-da-várzea, die Gerivá-Palme und in der Strauchschicht die Palmen Guaricana und Tucum. Am Boden wachsen viele Bromelien, an den Stämmen Aronstabgewächse, Bromelien, Orchideen und Pfeffergewächse als Aufsitzer.

Küstenwald der Restinga mit Bromelien und Palmen hinter einer Düne

Welche Tiere leben in den Mangroven?

Mangroven sind vor allem Lebensraum für wirbellose Tiere. In den Schlammböden dominieren Borstenwürmer (Polychaeta), dazu Fadenwürmer, Muscheln und Schnecken. Zu den Muscheln zählen die Herzmuschel Anomalocardia brasiliana und die Mangrovenauster Crassostrea rhizophorae. Unter den Krebsen leben Garnelen der Gattungen Penaeus und Macrobrachium, Blaukrabben (Callinectes), Winkerkrabben (Uca) und die Mangrovenkrabbe Ucides cordatus. Hinzu kommen Krabben wie Goniopsis cruentata, Aratus pisonii und Cardisoma guanhumi.

Die Fischgemeinschaft der Mangrove von Ratones ist untersucht: An fünf Probestellen im Gebiet wurden Dutzende Fischarten aus mehr als 20 Familien gefangen, fast alle Meeres- oder Brackwasserarten. Häufig sind Manjuba (Cetengraulis edentulus), Tainha (Mugil platanus), Carapeva (Diapterus rhombeus), Carapicu (Eucinostomus melanopterus) und Wolfsbarsche der Gattung Centropomus, als Robalo bekannt. Dazu kommen Welse, Umberfische wie Corvina und Pescada, der Linguado und das Peixe-rei (Atherinella brasiliensis). Viele dieser Arten werden von Fischern der Gemeinden Ratones und Barra do Sambaqui in der Baía Norte gefangen.

Zu den Vögeln der Estação zählen die Königsseeschwalbe (Thalasseus maximus), die Seeschwalbe Thalasseus acuflavidus, der Knutt (Calidris canutus) und der Sandstrandläufer (Calidris pusilla), außerdem der Pixoxó (Sporophila frontalis).

Was hat der Mensch hier verändert?

Die beiden Gebiete tragen Spuren menschlicher Eingriffe. In Ratones wurden ein Kanal in den 1940er-Jahren und ein weiterer in den 1980er-Jahren angelegt, um das Wasser des Rio Ratones und des früheren Rio do Meio samt Feuchtflächen von Jurerê abzuleiten. In Saco Grande wurden die Flüsse Vadik, Pau do Barco und Mel begradigt, und die Straße SC-401 schnitt eine Schneise durch die Mangrove, die sich inzwischen regeneriert. Auf der Landzunge Pontal da Daniela breiten sich eingeschleppte Gräser aus, wo die Restinga durch Tritt und Zelten gestört wurde.

Der Mangrovenwald am Rio Ratones gehört dennoch zu den am wenigsten beeinträchtigten Flussmündungen der Insel. Mangroven zählen nach brasilianischem Recht zum öffentlichen Eigentum. Um die Estação kümmert sich ein beratender Rat, und die Verwaltung arbeitet mit Universitäten und einem Förderverein zusammen.

Häufige Fragen zur Estação Ecológica de Carijós

Wann wurde die Estação Ecológica de Carijós gegründet?

Mit dem Präsidialdekret Nr. 94.656 vom 20. Juli 1987.

Wo liegt sie?

Im Nordwesten der Ilha de Santa Catarina in Florianópolis, an der Baía Norte, in zwei Teilgebieten: Saco Grande und Ratones.

Woher kommt der Name Carijós?

So nannten die europäischen Entdecker die Tupi-Guarani an der Südküste Brasiliens.

Welche Bäume prägen die Mangrove?

Rhizophora mangle, Laguncularia racemosa und vor allem Avicennia schaueriana.

Warum ist Santa Catarina für Mangroven besonders?

Der Bundesstaat bildet die Südgrenze der Mangrovenwälder an der Atlantikküste; die letzten Bestände liegen bei Laguna.

Welche Fische leben im Rio Ratones?

Unter anderem Manjuba, Tainha, Carapeva, Robalo und Linguado.

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