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Estação Ecológica de Taiamã – Pantanal-Insel im Rio Paraguai

Die Estação Ecológica de Taiamã liegt im Pantanal von Mato Grosso auf einer Flussinsel im Rio Paraguai. Sie wurde 1981 mit dem Dekret Nr. 86.061 als Schutzgebiet für den Naturraum Pantanal gegründet. Überschwemmte Wiesen, Schwimmpflanzen-Inseln, Wasservögel und Jaguare prägen das Gebiet.

Auf dem Rio Paraguai treiben bei Hochwasser ganze Inseln aus Wasserhyazinthen flussabwärts, und mitten in diesem Wasserlabyrinth liegt eine Insel, die den Tieren des Pantanal gehört. Die Estação Ecológica de Taiamã schützt ein Stück Überschwemmungsland, das zur Regenzeit fast vollständig unter Wasser verschwindet. Die Seite beschreibt Gründung, Namen, Geschichte der Umgebung, Klima, Hochwasserrhythmus, Pflanzenwelt, Fische, Reptilien, Säugetiere und Vögel.

Den gesamten Naturraum beschreibt die Seite zum Pantanal. Andere Gebiete, die als Estação Ecológica geschützt sind oder waren, beschreiben die Seiten zu Anavilhanas und zur Estação Ecológica Raso da Catarina; im selben Bundesstaat Mato Grosso liegt das Chapada dos Guimarães.

GründungDekret Nr. 86.061 vom 2. Juni 1981
KategorieEstação Ecológica, strenger Schutz für Forschung
LageMato Grosso, Insel im Rio Paraguai
BegrenzungRio Paraguai im Süden, Rio Bracinho im Norden
BiomPantanal
KlimaTropisch mit Trockenzeit, rund 1.250 Millimeter Regen, Jahresmittel rund 26 °C
VegetationÜberschwemmte Wiesen, Schwimmpflanzen, Auwald
NamensgeberSeeschwalbe Taiamã (Phaetusa simplex)
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Wie entstand die Estação Ecológica de Taiamã?

Die Idee gehört in die Anfangszeit des brasilianischen Umweltschutzes. Das Sonderamt für Umwelt unter Paulo Nogueira Neto baute in den 1970er-Jahren ein Programm der Estações Ecológicas auf, eine Kategorie, die das Gesetz Nr. 6.902 vom 27. April 1981 festlegte. Ziel war ein Netz von Gebieten, das Proben aller brasilianischen Ökosysteme schützt. Die Standorte richteten sich nach den Naturräumen des Geografen Aziz Ab’Saber. Als Station für den Naturraum Pantanal entstand 1981 die Estação Ecológica de Taiamã.

Den Anstoß gab ein Vortrag am 2. September 1977 in Poconé. Der Marineoffizier Carlos G. Correia da Silva berichtete über die mato-grossensische Seite des Pantanal und erwähnte eine Flussinsel im Rio Paraguai, die dem Bund gehörte und für den Naturschutz bereitstand. Nogueira Neto, der bei dem Treffen war, machte aus dem Hinweis ein Schutzgebiet. Da Besitzer mit Rinderherden auf der Insel lebten, wurden vor der Gründung einige entschädigt. Weil der größte Teil der Insel Feuchtland ist, schüttete man für das Stationsgebäude, zwei Häuser und einen Landestreifen eine Fläche mit Sand aus dem Flussbett auf.

Den Namen trägt die Station nach der Seeschwalbe Taiamã (Phaetusa simplex), in Brasilien auch Trinta-réis genannt. Man erkennt sie an der großen weißen Fläche im Flügel mit schwarzer Spitze, am schwarzen Kopf und am kräftigen gelben Schnabel.

Welche Geschichte hat die Umgebung am Rio Paraguai?

Rund 15 Kilometer flussaufwärts der Station liegt am rechten Ufer die Fazenda Descalvados. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß sie etwa 600.000 Rinder und etwa eine Million Hektar. Sie kaufte Vieh anderer Betriebe auf und exportierte über den Fluss nach Europa; auf dem Höhepunkt wurden 30.000 Rinder im Jahr geschlachtet. Produziert wurden Charque, Fleischextrakt und Brühe. Die Fazenda war eine der wichtigsten Steuerquellen von Mato Grosso. Als in São Paulo Kühlhäuser entstanden und die Eisenbahn Noroeste do Brasil den Viehtransport nach São Paulo erleichterte, ging die Charque-Herstellung zurück.

Wie ist das Klima im nördlichen Pantanal?

Das Pantanal hat ein tropisches Klima mit hohen Temperaturen und großen Tag-Nacht-Unterschieden. Nach Köppen gehört die Station zum Typ Aw: tropisch, mit trockenem Winter. Im Jahr fallen im Gebiet der Station rund 1.235 bis 1.255 Millimeter Regen, auf Dezember bis Februar entfallen 45 Prozent. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei rund 26 °C, der Oktober ist mit durchschnittlich 28,2 °C der wärmste Monat. Zwischen September und Dezember steigen die Höchstwerte über 40 °C. Im Winter bringen Kaltluftvorstöße aus der Antarktis zwischen Mai und Juli plötzliche Abkühlungen, die Mindesttemperaturen reichen dann bis nahe null Grad.

Die Luftfeuchtigkeit liegt die meiste Zeit des Jahres über 80 Prozent, zwischen August und November kann sie etwas sinken. Weil die Pantanal-Ebene im Sommer zu den heißesten Gebieten Südamerikas gehört, entsteht dort ein Tiefdruckkern, der feuchte Nordostpassate anzieht. Diese Luft bringt die kräftigen Sommerregen.

Flussufer des Rio Paraguai mit Ufergehölz und Sandbank im Pantanal

Wie funktioniert der Hochwasserrhythmus des Rio Paraguai?

Der Rio Paraguai ist 2.612 Kilometer lang. Er entspringt auf dem Zentralplateau und mündet bei Corrientes in Argentinien in den Rio Paraná. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 1.095.000 Quadratkilometer in Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Bolivien, Paraguay und Argentinien. Das Pantanal liegt in einem so flachen Becken, dass das Gefälle nur drei bis vier Zentimeter je Kilometer von Norden nach Süden und 25 Zentimeter von Osten nach Westen beträgt. Das Wasser staut sich, und die Ebene läuft über.

Die überschwemmte Fläche schwankt von Jahr zu Jahr zwischen 11.000 und 110.000 Quadratkilometern, im langjährigen Mittel sind es 53.000. Bis zu acht Monate bleiben große Gebiete unter Wasser. Lagunen und überflutete Flächen geben ihr Wasser langsam an den Hauptstrom ab, daher braucht dieselbe Wassermasse bis zu sechs Monate, bis sie das Ende des brasilianischen Teils erreicht. Dazu kommen Zyklen von 10 bis 13 Jahren. Im Bereich der Station kommt die Flut zwischen Januar und April, in Corumbá erst zwischen April und Juni.

Die Überschwemmung formt Gewässertypen mit eigenen Namen: Corixos sind ständige Wasserläufe, die eine Baía, einen See, mit der nächsten verbinden. Bei Hochwasser retten sich die Tiere auf die höheren Streifen zwischen den Baías, die Cordilheiras. Die Station wird im Süden vom Rio Paraguai, im Norden vom Rio Bracinho begrenzt; dieser trennt die Inseln Taiamã und Sararé. Die Flüsse Formoso und Sararé entspringen im Gebiet. In der Flut ist fast die ganze Station überschwemmt, in der Trockenzeit bleiben viele Gewässer vom Rest getrennt.

Welche Pflanzen wachsen auf der Insel?

Auf der Insel gibt es keine großen Flächen mit nur einer Pflanzengesellschaft. Der Pantanal ist ein Mosaik aus vier Vegetationsregionen: trockenem und halbtrockenem Wald, Cerrado und Chaco. In der Station herrscht zu 99 Prozent ein Übergang zwischen halbimmergrünem Wald und Pionierformationen, dazu kommt Auwald. Die häufigste Landschaft sind überschwemmte Wiesen, die knapp drei Viertel der Fläche bedecken.

Viele dieser Wiesen sind buschig. Regional heißen sie Marmiquezal, nach dem Korbblütler Aspilia latissima, im Pantanal Malmequer oder Girassol genannt. Dazwischen winden sich dornige Kletterpflanzen der Gattungen Byttneria, Mimosa und Cissus. Dominant sind Arten, die sich über Ausläufer ausbreiten, etwa Polygonum acuminatum, Panicum, Paspalum und Ipomoea carnea. Junge Inga-Bäume zeigen, dass sich aus den Wiesen Ufergehölz entwickeln kann, sobald der Boden einige Jahre trocken bleibt.

In den Gewässern wachsen Schwimmpflanzen, die Nahrung und Versteck für Fische, Insektenlarven und Vögel liefern. Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes und E. azurea) treiben bei Hochwasser als Camalotes den Fluss hinab und tragen Tiere und Samen mit sich. Dazu kommen die Riesenseerose Victoria cruziana, der Wassersalat Pistia stratiotes, Seerosen und das hohe Riesencypergras Piri. In geschützten Buchten wachsen Schwimmpflanzen zu Matten mit bis zu einem Meter dickem organischem Boden zusammen, auf denen Sträucher und Bäume wie die Embaúba (Cecropia pachystachya) stehen. Auf Blüten der Wasserhyazinthe von Taiamã wurde eine eigene Fruchtfliegenart gefunden, Drosophila aguape.

Wie artenreich sind die Fische der Station?

Fische sind die wichtigste Nahrungsgrundlage im Pantanal. Wenn das Wasser sinkt, sammeln sich Wasservögel in den Lagunen und fressen die eingeschlossenen Fische; in Brutkolonien bringen Eltern Fische zum Nachwuchs. Unter den Nestern warten Anakondas, Kaimane, Füchse und Nasenbären auf heruntergefallene Küken und Fische. Der Fischreichtum des Rio Paraguai hängt an den zahllosen Lagunen der Flutzeit, in denen sich die Fische fortpflanzen.

Eine kurze Erhebung von 1983 fand 59 Fischarten. Neuere Untersuchungen kommen für die Region der Station auf 131 Arten, knapp die Hälfte aller im Pantanal bekannten. Zu den wichtigsten Arten zählen Pintado und Cachara (Pseudoplatystoma), Pacu, Jaú, Dourado und die Piranha. Wenn in den Matten aus Schwimmpflanzen organisches Material verrottet, sinkt der Sauerstoff; dieser Vorgang heißt Dequada und kann zu Fischsterben führen. Manche Welse der Gattungen Hypostomus und Callichthys überstehen die schlechten Bedingungen.

Wasservögel an einer Lagune im Pantanal bei niedrigem Wasserstand

Welche Reptilien und Säugetiere leben im Gebiet?

Im Pantanal sind rund 113 Reptilienarten bekannt, etwa 30 davon Schlangen. Die Gelbe Anakonda (Eunectes notaeus) ist die häufigste Riesenschlange. Die größere Grüne Anakonda lebt am Rand des Pantanal. Auf der Insel Taiamã und in der Umgebung findet die Gelbe Anakonda gute Bedingungen. Zu den auffälligen Reptilien der Station zählen der Yacare-Kaiman, die Köhlerschildkröte, der Teju, der Grüne Leguan und weitere Schildkröten.

Das Pantanal teilt einen großen Teil seiner rund 130 Säugetierarten mit dem Cerrado, ist aber etwas artenärmer; dafür treten manche Arten in der Saison in großer Zahl auf. Auf der Insel fallen Capivaras, Nasenbären, Krabbenfüchse, Sumpfhirsche und Pampashirsche auf. Auch Arten, die auf den Roten Listen stehen, sind dort regelmäßig zu sehen: der Große Ameisenbär, das Riesengürteltier, der Jaguar und der Riesenotter.

Welche Vögel prägen die Insel?

Wasservögel bestimmen das Bild. Dazu gehören Reiher wie Silberreiher und Cocoireiher, der Jabiru (Tuiuiú), der Waldstorch (Cabeça-seca), der Maguaristorch, Kormorane, Schlangenhalsvögel, Sichler, Hornwehrvögel, der Rallenkranich Carão und das Blatthühnchen Jaçanã. Fünf Eisvogelarten Brasiliens leben im Pantanal. Hinzu kommen Schneckenweihen, Karakaras und Moschusenten.

Bei sinkendem Wasser fressen viele dieser Vögel die in Baías und flachen Lagunen eingeschlossenen Fische. Manche Arten sammeln sich dann zu großen Gruppen, den Viveiros, den Brutkolonien. Zugvögel erreichen die Ebene aus zwei Richtungen: Arten, die im südlichen Südamerika brüten, ziehen nach Norden, und Arten aus Nordamerika treffen ab August oder September ein. Insgesamt sind im Pantanal mehr als 580 Vogelarten nachgewiesen.

Häufige Fragen zur Estação Ecológica de Taiamã

Wann wurde die Estação Ecológica de Taiamã gegründet?

1981, mit dem Dekret Nr. 86.061 vom 2. Juni.

Wo liegt sie?

Auf einer Flussinsel im Rio Paraguai im Pantanal von Mato Grosso.

Woher kommt der Name?

Von der Seeschwalbe Taiamã (Phaetusa simplex) mit weißer Flügelfläche und gelbem Schnabel.

Wie lange steht das Gebiet unter Wasser?

Weite Flächen im Pantanal bleiben bis zu acht Monate überflutet; in der Hochwasserzeit ist fast die ganze Station überschwemmt.

Wie viele Fischarten gibt es?

Für die Region der Station sind 131 Arten nachgewiesen, knapp die Hälfte aller Fischarten des Pantanal.

Welche Wasserpflanzen schwimmen auf dem Fluss?

Wasserhyazinthen, die als Camalotes treiben und Tiere und Samen mitnehmen.

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