Die Floresta Nacional de Altamira liegt im Südwesten von Pará zwischen den Flüssen Xingu und Tapajós. Das Dekret vom 2. Februar 1998 schuf den Nationalwald für die nachhaltige Nutzung der Waldressourcen. Lianenreicher Regenwald, Paranussbäume und klare Bäche bilden ein Gebiet, das zum Mosaik Terra do Meio gehört.
Zwischen den großen Strömen Xingu im Osten und Tapajós im Westen liegt im Süden von Pará ein weitgehend geschlossenes Waldgebiet, durch das keine größere Stadt führt. Die Floresta Nacional de Altamira (Flona Altamira) ist ein Bundesschutzgebiet des ICMBio der Kategorie Uso Sustentável. Ein Nationalwald dient anders als ein Nationalpark dem vielfältigen Gebrauch der Waldressourcen unter einem Plano de Manejo, daneben der Forschung, dem Schutz der Gewässer und der Umweltbildung.
Ein verwandtes Waldgebiet in Pará ist die Floresta Nacional do Tapajós; weiter östlich schützt die Floresta Nacional de Caxiuanã Flusswälder, und im Süden des Bundesstaates liegt die Floresta Nacional de Carajás. Den Zusammenhang des Amazonasbeckens beschreibt die Seite Amazonas, weitere Schutzgebiete stehen unter Natur.
| Einheit | Floresta Nacional de Altamira (Flona Altamira), Bundesschutzgebiet des ICMBio, Uso Sustentável |
| Gründung | Dekret Nr. 2.483 vom 2. Februar 1998 |
| Lage | Pará, in Teilen der Gemeinden Altamira, Trairão und Itaituba |
| Koordinaten | zwischen 5°24′ und 6°27′ südlicher Breite, 54°39′ und 55°36′ westlicher Länge |
| Bioma | Amazonien: Floresta Ombrófila Aberta und Densa, Auenwald, Sekundärwald |
| Einzugsgebiete | Xingu (über den Rio Curuá) im Osten, Tapajós (über den Rio Jamanxim) im Westen |
| Verbund | Mosaik Terra do Meio, Distrito Florestal Sustentável da BR-163 |
| Plan | Plano de Manejo in drei Bänden, genehmigt mit der Portaria 133 vom 10. Dezember 2012 |
- Wo liegt die Floresta Nacional de Altamira?
- Wie entstand der Plano de Manejo?
- Welches Klima herrscht zwischen Xingu und Tapajós?
- Welche Flüsse entspringen im Nationalwald?
- Welcher Wald wächst in der Flona?
- Welche Fische und Amphibien leben in den Bächen?
- Welche Vögel gibt es in der Flona?
- Welche Säugetiere leben in der Flona?
- Warum ist die Lage im Mosaik Terra do Meio wichtig?
Wo liegt die Floresta Nacional de Altamira?
Der Nationalwald liegt in Pará und erstreckt sich über Teile der Gemeinden Altamira, Trairão und Itaituba. Er gehört zum Distrito Florestal Sustentável da BR-163 entlang der Fernstraße Cuiabá–Santarém und zum Mosaik Terra do Meio. Im Norden grenzt er an die Reserva Extrativista Riozinho do Anfrísio. Im Osten liegen die Terra Indígena Xipaya, die Floresta Estadual do Iriri und ein öffentlicher Landstreifen vor der Terra Indígena Kuruaya. Im Süden schließen die Terra Indígena Baú und die ländliche Zone von Novo Progresso an, im Westen die ländliche Zone von Moraes Almeida und der Parque Nacional do Jamanxim.
Der Zweck des Nationalwaldes umfasst die Mehrfachnutzung der erneuerbaren Ressourcen auf nachhaltige Weise, den Erhalt der biologischen Vielfalt, den Schutz der Wasserressourcen, die Wiederherstellung geschädigter Flächen, Waldbildung und Umweltbildung, den Erhalt von Proben des Amazonas-Ökosystems und die Förderung der nachhaltigen Entwicklung in den Nachbargebieten.
Wie entstand der Plano de Manejo?
Der Plan entstand in 17 Schritten zwischen 2007 und 2010. Er begann mit der Planungsrunde des Mosaiks Terra do Meio im Januar und Februar 2007 in Brasília und einem Überflug im März 2007. Im November und Dezember 2007 folgte die erste Phase der Avaliação Ecológica Rápida (AER, schnelle ökologische Bewertung) im Süden des Waldes, im Juni 2009 die zweite im Norden. Dazwischen lagen die Waldinventur im April bis Juni 2008, die Sozialerhebung von Januar bis April 2009 und die Untersuchungen zur Physiogeografie 2008. Eine partizipative Planungswerkstatt im Juni 2010 schloss die Arbeit ab.
Das Ergebnis besteht aus drei Bänden: Diagnose, Planung und Anhänge. Die Dokumente der Anfangszeit nennen noch das Umweltinstitut IBAMA als Verwalter, weil das ICMBio erst 2007 entstand.
Welches Klima herrscht zwischen Xingu und Tapajós?
Der Wald liegt im Bereich tropischer Regenwälder mit Monsunregen und kurzer Trockenzeit. Die Jahresniederschläge betragen 1.800 bis 2.800 Millimeter, die höchsten Tagestemperaturen liegen zwischen 31 und 33 Grad, die niedrigsten zwischen 24 und 25 Grad, die Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 90 Prozent. Die Regenzeit dauert von Januar bis Juli, von August bis Dezember fällt weniger Regen. Im Klimasystem nach Köppen-Geiger kommen die Typen Am (Monsunklima mit mäßiger Trockenzeit) und Aw (ausgeprägter trockener Winter) vor.
Das Relief ist eine Folge der erdgeschichtlichen Verwitterung. Drei Einheiten treffen aufeinander: die Depressão do Jamanxim-Xingu auf 180 bis 200 Metern mit Hügeln und einzelnen Inselbergen, die Planaltos Residuais do Sul do Pará (auch Planalto Residual do Tapajós) auf 200 bis 350 Metern mit Bergrücken und Kämmen und die Amazonas-Ebene mit Auenflächen auf 180 bis 190 Metern. Die Hügel bestehen aus alten magmatischen Gesteinen des Grupo Iriri.

Welche Flüsse entspringen im Nationalwald?
Der Nationalwald liegt auf der Wasserscheide zwischen Xingu und Tapajós. Zum Xingu hin fließen die Bäche und Flüsschen Pimental, Curuá, Limão und Riozinho do Anfrísio; sie münden in den Rio Curuá, einen Nebenfluss des Xingu. Zum Tapajós hin fließen der Rio Aruri Grande und der Riozinho das Arraias, beide münden in den Rio Jamanxim, einen Nebenfluss des Tapajós. Bäche mit ganzjährigem Wasser überfluten in der Regenzeit einen Streifen von rund 20 Metern Breite im Wald.
Dort wächst ein Auenwald mit Kautschukbaum, Ucuúba, Andiroba und Palmen wie Açaí und Inajá. Die Sororoca, eine bananenähnliche Staude, findet in den feuchten Senken ideale Bedingungen. Entlang jahreszeitlicher Bäche, die in der Trockenzeit ganz austrocknen, steht Galeriewald.
Welcher Wald wächst in der Flona?
Vorherrschend sind der Offene Regenwald mit Lianen (Floresta Ombrófila Aberta Submontana) und der Dichte Regenwald mit hohen Überragern (Floresta Ombrófila Densa Submontana). Dazu kommen Auenwälder und Sekundärwald. Die Bestandsaufnahme der AER erfasste 676 Pflanzenarten aus 91 Familien. Die Flora ist im Norden und Süden und in beiden Waldtypen sehr ähnlich.
Hier wachsen Edelhölzer wie Jatobá, Cedro, Maçaranduba, Cumaru, Angelim-vermelho, Ipê-roxo, Aquariquara, Copaíba und Itaúba. In den Lianenwäldern hängen dicke Geflechte von Schildkrötenleiter (Bauhinia guianensis) und Feuerliane (Tetracera willdenowiana) von den großen Bäumen, ohne die Türme zu bilden, die manche Wälder prägen. Im dichten Wald erscheint die stammlose Palme Palheteira (Attalea attaleoides), im Auenwald und im offenen Wald der Buriti; häufig sind Tucumã, Mumbaca, Inajá, Açaí, Paxiúba und Pupunharana.
Die Inventarflächen belegen die Vielfalt: Im dichten Wald des Südens wurden auf einem Hektar 232 Arten gezählt (Shannon-Index 5,02), im Norden auf 0,6 Hektar 157 Arten. Im Lianenwald waren es im Süden 91 Arten auf 0,3 Hektar, im Norden 139 Arten auf 0,4 Hektar. Keine Art beherrscht den Bestand: Die fünf wichtigsten Arten stellen im dichten Wald nur rund 17 Prozent des Wichtigkeitswertes, im Lianenwald rund 20 Prozent und im Auenwald 27,43 Prozent. Im Norden führen neben der Paranuss Pouteria, Swartzia polyphylla, Andiroba und Tetragastris altissima die Rangliste an; im Süden stehen Ocotea, Pouteria, Chrysophyllum lucentifolium und Apeiba echinata dahinter.
Die Paranuss (Castanheira, Bertholletia excelsa) hat in beiden Waldtypen den höchsten Wichtigkeitswert, obgleich sie weniger dicht steht als andere Arten, denn ihre mächtigen Stämme tragen den größten Teil der Grundfläche. Zu den Baumarten des Gebietes gehören Paranuss, Araracanga, Itaúba, Cedro, Maçaranduba, Ipê-roxo und der Kletterstrauch Cipó-titica. Die Paranuss steht auf Weiden isoliert, weil ihre Bestäuber fehlen; so verschwindet sie ökologisch, lange bevor die letzten Bäume sterben.
Welche Fische und Amphibien leben in den Bächen?
In den untersuchten Bächen wurden 4.243 Fische aus 90 Arten, 23 Familien und sechs Ordnungen gefangen. Die Salmlerartigen stellen 51 Arten, die Welsartigen 25; zusammen machen sie rund 84 Prozent der Ordnungen aus, die in neotropischen Süßwasserfischgemeinschaften zu erwarten sind.
Unter den Amphibien und Reptilien sind mehrere Indikatorarten. Der Harlekinfrosch Atelopus spumarius lebt in unberührtem Primärwald an ungestörten Bächen. Der Pfeilgiftfrosch Adelphobates castaneoticus setzt seine Kaulquappen in das Wasser, das sich in den offenen Fruchtkapseln der Paranuss am Boden sammelt. Der Glasfrosch Cochranella oyampiensis entwickelt sich in Bächen unter Büschen und Bäumen. Für den Gecko Gonatodes tapajonicus liegt der Fund rund 200 Kilometer östlich des bisher einzigen Fundortes am Tapajós.

Welche Vögel gibt es in der Flona?
Die AER erfasste 347 Vogelarten aus 51 Familien, typisch für den Terra-firme-Wald zwischen Tapajós und Xingu, einem wichtigen Endemismuszentrum Amazoniens. Darunter sind Zugvögel, Endemiten des Tapajós-Zentrums und zwei neu entdeckte Arten.
Zu den Zeigerarten für wenig bejagte Wälder zählen Azulona (Tinamus tao), Mutum (Pauxi tuberosa) und Mutum-de-penacho (Crax fasciolata). Die Jacupiranga (Penelope pileata) ist auf das östliche Amazonien beschränkt. Der Schwalbenschwanzmilan (Elanoides forficatus) zieht im nördlichen Winter aus Nordamerika nach Amazonien. Der Mutum wurde im Norden dreimal festgestellt, im Süden nur einmal.
Welche Säugetiere leben in der Flona?
Erfasst wurden 42 Säugetierarten; kleine Beuteltiere, Nager und Fledermäuse blieben unberücksichtigt. Unter den mittleren und großen Tieren stehen die Raubtiere mit 14 Arten an der Spitze, gefolgt von Gürteltier- und Ameisenbärartigen sowie Primaten mit je acht, Nagern mit fünf, Huftieren mit vier und Beuteltieren mit drei Arten. Die 14 Raubtiere entsprechen 14 der 18 Arten, die in Pará erwartet werden; als Spitzenräuber sind sie für die Stabilität des Ökosystems wichtig.
In allen Untersuchungsflächen der ersten Phase wurden Riesengürteltier, das Seidenäffchen Mico leucippe, Puma, Jaguar, Tapir und Weißbartpekari nachgewiesen. Auch Großer Ameisenbär, Weißnasensaki (Chiropotes albinasus), Waldhund, Ozelot, Margay und Riesenotter gehören zu den Arten von Interesse. Die großen Flüsse Tapajós und Xingu und kleinere wie Jamanxim und Curuá sind Barrieren, die die Verbreitung vieler Primaten begrenzen.
Warum ist die Lage im Mosaik Terra do Meio wichtig?
Die Flona Altamira ist Teil des Mosaiks Terra do Meio, eines Verbundes aus Schutzgebieten und Indigenengebieten in Pará, deren Planung 2007 gemeinsam begann. Der Süden des Waldes liegt an der Fernstraße BR-163, in einer Gegend mit mehr als 20 Jahren Holzeinschlag; die unberührtesten Flächen liegen auf den steilen Hügeln. Mehr zu den Völkern der Region steht auf der Seite Indigene Völker.
Häufige Fragen zur Floresta Nacional de Altamira
Wo liegt die Floresta Nacional de Altamira?
In Pará, in Teilen der Gemeinden Altamira, Trairão und Itaituba, zwischen den Flüssen Xingu und Tapajós.
Wann wurde der Nationalwald gegründet?
Mit dem Dekret Nr. 2.483 vom 2. Februar 1998.
Was ist der Unterschied zu einem Nationalpark?
Ein Nationalwald dient der nachhaltigen Nutzung der Waldressourcen unter einem Plano de Manejo; ein Nationalpark schützt vollständig.
Welche Flüsse entwässern das Gebiet?
Der Rio Curuá zum Xingu im Osten und der Rio Jamanxim zum Tapajós im Westen.
Wie viele Pflanzenarten wurden erfasst?
676 Arten aus 91 Familien.
Welche Säugetiere sind besonders wichtig?
Jaguar, Puma, Tapir, Riesengürteltier, Weißbartpekari und das Seidenäffchen Mico leucippe wurden in allen Untersuchungsflächen der ersten Phase nachgewiesen.
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