Die Floresta Nacional de Carajás liegt im Südosten des Bundesstaats Pará. Das Dekret Nr. 2.486 vom 2. Februar 1998 schuf die Waldreserve in der Serra dos Carajás. Regenwald bedeckt das Hochland, auf den Eisenfelsen wächst eine einzigartige Vegetation, und mehr als tausend Höhlen öffnen sich in den Gesteinen. Die Blume Ipomoea cavalcantei ist nur in Carajás nachgewiesen.
Mitten im Amazonaswald erhebt sich ein Bergland aus eisenreichem Gestein, auf dem es kühler ist als in der Ebene und wo eine ganz eigene Pflanzenwelt wächst. Die Floresta Nacional de Carajás in Pará zählt zu den artenreichsten Gebieten Amazoniens. Die Seite beschreibt Kategorie und Lage, das Klima der Serra, den geologischen Aufbau, die Wälder, die Eisenfelsen-Vegetation, die Höhlen, die Pflanzen und die Tierwelt.
Weitere Schutzgebiete im Norden Brasiliens beschreiben die Seiten zum Nationalpark Araguaia, zur Reserva Biológica do Rio Trombetas und zum Nationalpark Amazônia.
| Gründung | Dekret Nr. 2.486 vom 2. Februar 1998 |
| Kategorie | Floresta Nacional (Staatswald) |
| Lage | Südosten von Pará, Serra dos Carajás, Einzugsgebiet des Rio Itacaiúnas |
| Höhe | Rund 150 bis 900 Meter |
| Klima | Bergklima der Amazonas-Serra, Jahresmittel 21 bis 22 Grad |
| Wald | Dichter und offener Regenwald, trockenheitsangepasster Wald |
| Besonderheit | Savannenartige Vegetation auf Eisenfelsen, mehr als 1.000 Höhlen |
| Pflanzen | Mehr als 2.000 Arten in 166 Familien |
- Was ist eine Floresta Nacional?
- Wie ist das Klima in der Serra dos Carajás?
- Wie entstand das Eisengebirge von Carajás?
- Wie sind Relief, Böden und Gewässer?
- Welche Wälder bedecken die Serra?
- Was wächst auf den Eisenfelsen?
- Welche Pflanzen gibt es nur in Carajás?
- Welche Höhlen gibt es?
- Wie vielfältig ist die Tierwelt?
Was ist eine Floresta Nacional?
Eine Floresta Nacional gehört zu den Schutzgebieten mit nachhaltiger Nutzung. Anders als eine Reserva Biológica darf sie im Rahmen ihres Plans bewirtschaftet werden; Ziel ist, Wald zu erhalten und zugleich Forschung, Umweltbildung und den Gebrauch der Waldressourcen zu ermöglichen. Die Floresta Nacional de Carajás ist Teil des Mosaiks der Schutzgebiete von Carajás und liegt in der Serra dos Carajás, einem Bergland mit Höhen zwischen etwa 150 und 900 Metern. Zu den Gemeinden der Region gehören Parauapebas, Canaã dos Carajás und Água Azul do Norte.
Wie ist das Klima in der Serra dos Carajás?
Das Klima ist ein Berg- oder Serraklima Amazoniens. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 21 bis 22 Grad, in den Ebenen zwischen Marabá und Parauapebas sind es 25 bis 26 Grad. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monat beträgt höchstens drei Grad. Luftfeuchte und Regen reichen aus, um den immerfeuchten Äquatorwald zu erhalten, der die Serra ursprünglich bedeckte.
Die Regenzeit dauert von November bis April und bringt 75 bis 80 Prozent der jährlichen Niederschläge, im Schnitt 229 Millimeter im Monat. Zwischen Januar und März entwickeln sich rasch Gewitterwolken mit Starkregen und Sturm. Die Trockenzeit reicht von Juni bis September und liefert nur rund 14,5 Prozent des Jahresregens, im Mittel 34 Millimeter im Monat; Mai und Oktober sind Übergangsmonate. In den trockenen Monaten Juni bis August ist der Himmel klar und die Sonneneinstrahlung am höchsten.
Wie entstand das Eisengebirge von Carajás?
Die Gesteine der Serra gehören zu den ältesten Brasiliens. Auf einem Sockel aus Granit und Gneis, dem Komplex Xingu, liegt eine vulkanisch-sedimentäre Abfolge aus dem Archaikum, der Supergruppe Itacaiúnas. Vulkanische Gesteine dieser Gruppe sind rund 2,75 Milliarden Jahre alt. Darüber lagert die Formation Águas Claras aus Sand- und Schluffsteinen, abgelagert in einem flachen Meer oder in Flüssen vor etwa 2,68 Milliarden Jahren. Sie nimmt knapp 44 Prozent der Fläche ein, die Formation Parauapebas rund 28 Prozent. Granite von 2,74 bis 1,88 Milliarden Jahren durchdringen das Gebirge.
Das Eisen entstand in den vulkanischen Gesteinen der Gruppe Grão Pará, in denen eisenhaltige Bänder mit Vulkangestein wechseln. Im Lauf der Verwitterung wurde die Kieselsäure aus dem Gestein gelöst, das Eisenmineral Hämatit blieb zurück und reicherte sich an. Die verwitterte Zone ist 100 bis 400 Meter dick. Die Entwicklung reicht vom späten Archaikum vor 2,7 Milliarden Jahren bis zum Übergang von der Kreide ins Tertiär vor 70 bis 65 Millionen Jahren. An der Oberfläche liegt eine harte, rostrote Kruste aus Eisenstein, die Canga genannt wird. Sie trägt die besondere Vegetation der Serra.
Wie sind Relief, Böden und Gewässer?
Die Höhen reichen von 147 bis 902 Metern, im Mittel liegen sie bei 458 Metern. Unter 200 Metern liegt vor allem das Tal des Rio Parauapebas. Am häufigsten sind Lagen zwischen 200 und 400 Metern; die Stufe von 400 bis 600 Metern nimmt gut ein Drittel der Fläche ein und liegt vor allem in der Mitte. Zwischen 600 und 800 Metern erheben sich die Kämme aus besonders widerstandsfähigem Gestein, über 800 Meter nur einzelne Punkte im äußersten Süden.
Eine große Wasserscheide durchzieht die Floresta Nacional von Norden nach Süden und trennt die Flüsse in die Einzugsgebiete des Rio Itacaiúnas und des Rio Parauapebas. Elf größere Teileinzugsgebiete gliedern das Gebiet, zu den größten zählen Taboca, Águas Claras und der Nordwesten des Itacaiúnas. Die Böden an den Hängen, Neossolos Litólicos und Cambissolos, sind empfindlich; Argissolos kommen in tieferen Lagen vor. Auf der Canga fehlt dagegen jede Erosionsneigung, weil die harte Kruste den Boden schützt. In der Regenzeit lösen sich an Waldhängen Erdrutsche, wenn Starkregen auf steile Flächen trifft.

Welche Wälder bedecken die Serra?
Mehr als 90 Prozent des Gebiets sind Regenwald. Vorherrschend ist der dichte Regenwald der Berg- und Submontanstufe mit Bäumen von mehr als 50 Metern Höhe, daneben der offene Regenwald, in dem Palmen und Lianen häufig sind. Auf rund 5.000 Hektar wächst ein trockener Saisonwald, in dem die Bäume in der Trockenzeit teilweise Laub verlieren. Dort wächst der Jaborandi (Pilocarpus microphyllus), ein Strauch, der in dichten Gruppen vorkommt, in den feuchteren, stark beschatteten Wäldern aber fehlt.
Zu den verbreiteten Bäumen des Waldes zählen der Pequiá (Caryocar villosum), der Itaúba (Mezilaurus itauba) und die Timborana (Piptadenia suaveolens). Auch die Paranuss (Bertholletia excelsa), die Araracanga (Aspidosperma album) und der Cedro (Cedrela odorata) kommen vor. Zwischen der Waldfläche und den Eisenfelsen gibt es Übergangswälder.
Was wächst auf den Eisenfelsen?
Auf der Canga entwickelt sich eine savannenartige Vegetation, die sich stark von den Wäldern ringsum unterscheidet. Sie heißt Canga-Vegetation, Campo rupestre oder Savanne auf Metallböden. Sie bedeckt rund 2,5 Prozent der Fläche. Der Wuchs reicht von niedrigen Kräutern auf nacktem Fels bis zu Sträuchern und kleinen Bäumen dort, wo sich Boden ansammelt. Starke Jahreszeiten prägen sie: In der Trockenzeit werfen viele Pflanzen das Laub ab, es gibt viele einjährige Arten. Ihr Aussehen erinnert an die Caatinga oder an offene Cerrado-Formen.
Auf der nackten Kruste wachsen kleine Pflanzen wie die Bromelie Dyckia dukei und die winzige Portulaca brevifolia, der Strauch Norantea guianensis schlängelt sich über den Fels. Wo mehr Boden liegt, stehen die Canela-de-ema (Vellozia glochidea), Bauhinia pulchella, Byrsonima spicata, Mimosa acutistipula und das Bäumchen Callisthene minor. An Senken entstehen Feuchtgebiete mit Buriti-Palmen, Sümpfen und kleinen Seen. Dazu kommen niedrige Wälder und höhere Wälder auf tieferem Boden. Granit- und Sandsteinfelsen tragen eine eigene, wenig erforschte Felsvegetation.
Die Canga-Vegetation erzählt von früheren Landschaften: Sie ist ein Überrest der offenen Ökosysteme, die zur Eiszeit im Amazonasgebiet verbreitet waren. Das erklärt, warum dort Arten des zentralbrasilianischen Cerrado leben.
Welche Pflanzen gibt es nur in Carajás?
Für die Region sind 2.019 Pflanzenarten aus 166 Familien zusammengetragen worden. Am artenreichsten sind die Hülsenfrüchtler mit 323 Arten, gefolgt von Süßgräsern mit 94, Rötegewächsen mit 73 und Schwarzmundgewächsen mit 62 Arten. Weit verbreitet auf den Eisenfelsen sind die Gräser Paspalum cinerascens und Axonopus leptostachyus sowie die Canela-de-ema.
Einige Arten wachsen nur auf kleinstem Raum. Die Flor-de-Carajás (Ipomoea cavalcantei), eine Winde mit leuchtenden Blüten, ist nur auf der Savanne der Serra Norte nachgewiesen. Auch Ipomoea carajasensis, Mimosa acutistipula var. ferrea und die Winde Centrosema carajasense gehören zu den Besonderheiten der Eisenfelsen.

Welche Höhlen gibt es?
Carajás gehört zu den bedeutendsten Höhlenregionen Brasiliens. In der Floresta Nacional sind mehr als 1.000 Höhlen erfasst, das sind mehr als 60 Prozent aller Höhlen des Bundesstaats Pará. 98 Prozent liegen im Eisenerz und in der gebänderten Eisenformation, nur wenige in der Canga. Das ist ungewöhnlich, denn die meisten Höhlen der Welt liegen in Kalkstein. Höhlen in Eisenerz liegen zwischen etwa 300 und 880 Metern Höhe, die in der Canga zwischen 400 und 700 Metern.
Wie vielfältig ist die Tierwelt?
Allein bei den Wirbeltieren und Wirbellosen erreicht die Artenzahl an einzelnen Orten bis zu 5.000. Bei den Säugetieren sind 146 Arten aus zehn Ordnungen belegt. Die Fledermäuse stellen mit 75 Arten die größte Gruppe, es ist eine der artenreichsten Fledermausgemeinschaften Amazoniens. Unter den mittelgroßen und großen Arten sind 14 Raubtiere, sieben Nagetiere, sechs Primaten und sechs Gürteltiere, fünf Faultiere und Ameisenbären sowie vier Paarhufer. Der Bartsaki Chiropotes utahickae lebt nur zwischen den Flüssen Xingu und Tocantins.
Die Vogelwelt zählt 594 Arten aus 70 Familien in der Floresta Nacional und ihrer Umgebung. Im Wald leben typische Amazonas-Arten wie der Inambu-galinha (Tinamus guttatus), der Jacupiranga (Penelope pileata), der Cujubi (Aburria cujubi) und der Jacamim (Psophia viridis); auf der Savanne dagegen Arten wie der Sebinho-de-olho-de-ouro und Guaracavas, dazu Vögel des Cerrado wie der Gaturamo-rei. Die Harpyie (Harpia harpyja) und die Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) wurden in eigenen Programmen untersucht.
Bei den Amphibien sind 68 Arten belegt, 64 Frösche und vier Blindwühlen; 74 Prozent sind Endemiten des Amazonasbiomes. Der kleine Frosch Pseudopaludicola canga kommt nur in der Eisenfelsen-Savanne der Serra dos Carajás vor. Unter den 131 Reptilienarten sind die Echse Gonatodes eladioi und die Schlange Liophis carajasensis auf die Serra beschränkt. Auch Amphibien und Reptilien zeigen den Einfluss offener Lebensräume: Der Frosch Physalaemus cuvieri und die Natter Chironius flavolineatus leben auch im zentralbrasilianischen Cerrado.
Für weitere Eindrücke aus dem Amazonasraum siehe die Seite zum Amazonas; die nächste Metropole der Region ist Belém.
Häufige Fragen zur Floresta Nacional de Carajás
Wann wurde die Floresta Nacional de Carajás gegründet?
Mit dem Dekret Nr. 2.486 vom 2. Februar 1998.
Wo liegt sie?
Im Südosten von Pará, in der Serra dos Carajás.
Was ist die Canga?
Eine harte, eisenreiche Kruste, auf der eine savannenartige Vegetation wächst.
Welche Blume gibt es nur dort?
Die Flor-de-Carajás (Ipomoea cavalcantei), nachgewiesen nur auf der Savanne der Serra Norte.
Wie viele Höhlen gibt es?
Mehr als 1.000, fast alle in Eisenerz und eisenhaltigem Gestein.
Wie viele Vogelarten leben dort?
594 Arten aus 70 Familien in der Floresta Nacional und ihrer Umgebung.
Passend dazu: Reserva Biológica do Tapirapé, Floresta Nacional de Caxiuanã, Floresta Nacional de Altamira.
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