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Floresta Nacional de Caxiuanã – Amazonas-Regenwald in Pará

Die Floresta Nacional de Caxiuanã im Bundesstaat Pará liegt zwischen den Flüssen Tocantins und Xingu an der Baía de Caxiuanã, einer Erweiterung des Rio Anapu. Sie wurde 1961 als erste Flona Amazoniens gegründet und umfasst Terra-firme-Wald, Überschwemmungswälder, Sandwaldflecken und Schwarzwasserflüsse. Auf ihrem Gebiet liegt die 1993 eröffnete Forschungsstation des Museu Goeldi.

Wer in Amazonien vom Hauptstrom aus in die östlichen Nebenflüsse abbiegt, kommt in ein Land, in dem Straßen fehlen und der Wasserweg alles bestimmt. Mitten darin liegt die Floresta Nacional de Caxiuanã, eines der am besten inventarisierten Gebiete Amazoniens. Ihre Geschichte beginnt mit der Empfehlung internationaler Fachleute, dazu gehören eine Forschungsstation, eine Bucht mit dunklem Wasser und Wälder, in denen sich Spuren älterer Kulturen finden.

Wasser, Wälder und Wild Amazoniens beschreiben auch die Seiten zur Floresta Nacional do Tapajós, zur Floresta Nacional de Carajás, zum Amazonas und zur Hafenstadt Belém.

Gründung1961, erste Floresta Nacional im Amazonasgebiet
KategorieFloresta Nacional, Schutzgebiet mit nachhaltiger Nutzung
LagePará, Gemeinden Portel und Melgaço, Mesoregion Marajó, zwischen Tocantins und Xingu
GewässerBaía de Caxiuanã und Baía dos Botos, vier Flussbecken, Abfluss über den Rio Anapu
KlimaFeuchtheiß, Jahresmittel um 26 °C, Regenzeit in der ersten Jahreshälfte
WaldTerra-firme-Regenwald, Igapó und Várzea, Sandwald (Campinarana), Savannenflecken
ForschungEstação Científica Ferreira Penna des Museu Paraense Emílio Goeldi, eröffnet 1993
LeitartenJaguar, Bartsaki Chiropotes utahickae, Paranuss
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Wo liegt die Floresta Nacional de Caxiuanã, und woher kommt der Name?

Die Flona liegt im Bundesstaat Pará, in den Gemeinden Portel und Melgaço, in der Mesoregion Marajó. Sie befindet sich zwischen den Flüssen Tocantins und Xingu am Ufer der Baía de Caxiuanã. Diese Bucht ist eine Erweiterung des unteren Rio Anapu, der in die Mündung des Amazonas fließt. Die Bucht gab der Flona ihren Namen: Diese schöne Bucht inspirierte die Namensgebung der ersten Floresta Nacional im brasilianischen Amazonasgebiet.

Zwei Buchten bestimmen die Landschaft, die Baía de Caxiuanã und im Süden die Baía dos Botos. Beide sind regional als Wasserarme bekannt, in die die Flüsse des Gebiets münden. Von dort geht der Weg über den Anapu zum großen Strom. Der Anapu ist der natürliche Zugang zur Flona und zugleich die Lebensader der Gemeinschaften, die an seinen Ufern leben.

Wie entstand die erste Flona Amazoniens?

Der Anstoß kam von außen. 1958 unternahmen Fachleute der Welternährungsorganisation FAO eine Expedition auf dem Amazonas, um Gebiete zu finden, die geschützt werden sollten. Im folgenden Jahr empfahlen sie Brasilien drei Schutzgebiete: die Flonas Tapajós, Trombetas und Caxiuanã. Bemerkenswert ist, dass die Fachleute Caxiuanã an die erste Stelle setzten.

Am 22. November 1961 unterzeichnete der damalige Ministerratspräsident Tancredo Neves das Gründungsdekret, das sechs Tage später durch ein zweites Dekret geändert wurde. Die Flona unterstand zunächst dem Forstdienst des Landwirtschaftsministeriums. Die Verantwortung wechselte mehrfach: 1967 ging sie an das Forstinstitut IBDF, 1989 an das Umweltinstitut IBAMA und 2007 an das Instituto Chico Mendes (ICMBio). Die Familien, die im Wald lebten, blieben auch nach der Gründung dort, über Jahre hinweg, ohne eine Veränderung zu bemerken.

Ein neues Forstgesetz von 1965 weitete den Begriff des Schutzgebiets aus und verbot die Entnahme von Waldprodukten ohne genehmigten Bewirtschaftungsplan.

Welche Rolle spielt die Forschungsstation Ferreira Penna?

Die Flona ist ein Forschungsort von Rang. 1990 schlossen das Museu Paraense Emílio Goeldi und die Flona ein Abkommen, mit dem das Museum 33.000 Hektar im Nordosten der Flona zur Nutzung erhielt. Dort entstand die Estação Científica Ferreira Penna, eröffnet 1993 und benannt nach dem Naturforscher, der das Museum gegründet hat. Forschende vieler Institutionen arbeiten hier an Vorhaben der Botanik, Zoologie, Bodenkunde und Klimaforschung.

Zu den Programmen auf dem Gelände zählen das Biodiversitätsprogramm PPBio, das Großprojekt LBA zum Austausch zwischen Biosphäre und Atmosphäre in Amazonien und das Projekt TEAM zur Beobachtung tropischer Ökosysteme. Eine automatische Wetterstation sitzt auf einem 40 Meter hohen Turm. Seit 2007 braucht jede Untersuchung in einem Bundesschutzgebiet eine Genehmigung im System SISBIO. Die Forschenden werden seitdem ermutigt, nicht nur das Stationsgelände, sondern die gesamte Flona zu nutzen.

Die Folge ist eine Datendichte, die in Amazonien selten ist: Die Flona gehört zu den am besten untersuchten Gebieten der Region. Für etliche Arten ist Caxiuanã die Typuslokalität, der Ort ihrer Erstbeschreibung.

Hohe Stämme mit Brettwurzeln im Terra-firme-Regenwald Amazoniens

Wie sind Klima und Gewässer der Flona?

Das Klima ist feuchtheiß mit zwei Jahreszeiten. Die Regenzeit liegt in den ersten Monaten des Jahres, die weniger regenreiche Zeit in der zweiten Jahreshälfte. Die Jahresmitteltemperatur beträgt um 26 °C, und die Niederschläge liegen bei gut 2.000 Millimetern im Jahr. In der Regenzeit bringen großräumige Systeme wie die Innertropische Konvergenzzone den Regen, in der weniger regenreichen Zeit vor allem örtliche Gewitter.

Im Inneren der Flona gibt es vier Flussbecken: den Rio Caxiuanã, den Rio Caquajó (auch Tapacu genannt), den Rio Cariatuba und den Rio Pracupi. Fast alle Quellen der Flüsse liegen im Schutzgebiet selbst, nur beim Pracupi nicht. Die meisten Flüsse sind Schwarzwasserflüsse. Das Wasser färbt sich dunkel, weil bei der Zersetzung des Terra-firme-Waldes und des überfluteten Waldes Huminsäuren und Fulvosäuren anfallen, die dem Wasser eine braune bis rötliche Farbe geben.

Welche Waldtypen wachsen in Caxiuanã?

Der weitaus größte Teil ist Regenwald der Tiefländer, den man vor Ort Terra firme nennt: Wald auf dem nie überfluteten, höheren Land, das aus niedrigen Hochflächen besteht. Dazwischen liegen die Niederungen mit Várzea, überflutet von Weißwasserflüssen, und Igapó, überflutet vom Schwarzwasser. Der Wasserstand schwankt dort im Jahresgang um zwei bis vier Meter, und die Bäume sind darauf eingestellt, lange ganz oder teilweise unter Wasser zu stehen.

Daneben gibt es Sonderstandorte. Kleine Flecken natürlicher Savanne erinnern an die Campos der Insel Marajó, mit durchgehender Grasdecke. Im Südwesten liegt eine Campina oder Campinarana auf weißem Sand: ein nährstoffarmer, saurer Boden. Die Campina besteht aus niedrigen, locker stehenden Pflanzen, die Campinarana bildet ein geschlossenes Kronendach mit Bromelien im Unterwuchs. Solche Sandwälder sind in Amazonien selten und beherbergen viele seltene Arten. In den Buchten und Lagunen treiben Inseln aus Wasserpflanzen, die Matupás, auf denen sich allmählich auch Sträucher und Bäume der Várzea ansiedeln.

Überschwemmter Wald im Igapó mit Wurzeln im dunklen Wasser

Welche Spuren hinterließen frühere Bewohner?

In der Region sind zahlreiche archäologische Fundstellen bekannt. Sie liegen meist am Ufer der Baía de Caxiuanã und an Flüssen und Bächen, auf erhöhten Stellen mit guter Sicht. Es handelt sich überwiegend um Wohnplätze mit Scherben von Töpfen, Schüsseln und Backplatten für Beiju, dem Maniokfladen, sowie mit Steinwerkzeugen. Die meisten Plätze haben Terra Preta, die dunkle, sehr fruchtbare Erde, die menschliche Besiedlung hinterlässt. Die heutigen Bewohner bevorzugen sie für Pflanzungen und Häuser.

Der wertvollste Fundort heißt Ilha de Terra. Die Funde dort sind zwischen 2.150 und 1.000 Jahre alt, die Siedlung hatte die Form einer Ellipse, und die Erosion hat Siedlungsschichten abgetragen, sodass sich die Umrisse einst vergrabener Graburnen im Boden abzeichnen. Die Keramik ähnelt der Kultur von Marajó, aber sie ist älter als die Funde auf der Insel selbst. Ilha de Terra war der erste Platz außerhalb des Archipels von Marajó, an dem sich eine solche Verwandtschaft zeigte. Auf Terra-Preta-Flächen findet man häufig Nutzpflanzen wie die Paranuss (Bertholletia excelsa) und den Cupuaçu (Theobroma grandiflorum).

Welche Tiere leben im Wald und in den Flüssen?

Die Säugetiere der Flona umfassen Jaguar (onça-pintada), Puma, Ozelot, Großen Ameisenbär, Irara und Hirsche der Gattung Mazama, dazu die Cutia und viele Fledermäuse. Unter den Primaten finden sich ein Tamarin (Saguinus umbratus), der Haubenkapuziner (Sapajus apella), ein Brüllaffe (Alouatta belzebul) und der Bartsaki Chiropotes utahickae, auf Portugiesisch cuxiú-de-Uta-Hick.

Die Vogelwelt ist reich und gut erforscht. Die Flona gehört zu den wenigen Schutzgebieten im Endemismuszentrum Xingu, einer Region, in der einzelne Vogelarten und viele Wirbellose nur zwischen den großen Flüssen vorkommen. Über hundert Fischarten der Flona dienen als Nahrung, einige davon als Aquarienfische. Die Garnele Macrobrachium amazonicum wird gegessen. Reptilien und Amphibien dienen als Nahrung und als Haustiere.

Auch die Beziehungen zwischen Tieren und Pflanzen sind Forschungsthema. Rund 30 Prozent der Vogel- und Fledermausarten verbreiten Samen, und der Fisch cachorro-de-padre (Auchenipterichthys longimanus) trägt die Samen des Baums Virola surinamensis weiter. Eine Taufliegenart bestäubt den Cacauí (Theobroma speciosum).

Wie leben die Menschen in der Flona?

Im Inneren der Flona wohnen Gemeinschaften an der Baía de Caxiuanã sowie an den Flüssen Cariatuba und Pracupi. Es sind Flussbewohner, Ribeirinhos, die von Maniok, Mais, Fischfang und dem Sammeln von Waldprodukten leben. Die Paranuss ist eine der wichtigsten Einkommensquellen der Region. Ton gibt es nur bei der Gemeinde Caxiuanã, die ihn zu Kunsthandwerk verarbeitet.

Der Alltag folgt dem Kalender der Heiligen. Der 13. Dezember, Tag der heiligen Luzia, ist der Anlass, bei dem die Flussbewohner samt Kindern auf ihre Felder gehen und um eine gute Maisernte bitten. Der beste Tag für alle Pflanzungen ist nach lokalem Glauben der 21. Dezember, der Tag des heiligen Thomas. In der Abgeschiedenheit sind Hebammen die wichtigste Hilfe bei Geburten. Sie begleiten Schwangere von Beginn an, ziehen kurz vor der Geburt in das Haus der Frau und bleiben bis zum sechsten Tag nach der Geburt. Deshalb sind sie in den Gemeinschaften hoch angesehen und natürliche Führungspersonen.

Mehr zu den Menschen und Schutzgebieten Amazoniens steht auf den Seiten zu den indigenen Völkern und zum Nationalpark Amazônia.

Häufige Fragen zur Floresta Nacional de Caxiuanã

Wo liegt die Floresta Nacional de Caxiuanã?

Im Bundesstaat Pará, in den Gemeinden Portel und Melgaço, zwischen den Flüssen Tocantins und Xingu an der Baía de Caxiuanã.

Wann wurde sie gegründet?

1961. Sie war die erste Floresta Nacional im brasilianischen Amazonasgebiet.

Warum entstand sie?

Fachleute der FAO empfahlen nach einer Expedition auf dem Amazonas 1958 drei Schutzgebiete, darunter Caxiuanã als erstes.

Was ist die Estação Científica Ferreira Penna?

Die Forschungsstation des Museu Paraense Emílio Goeldi auf einem Teil der Flona, eröffnet 1993 und benannt nach dem Gründer des Museums.

Wohin fließen die Flüsse der Flona?

Sie münden in die Baía de Caxiuanã und die Baía dos Botos, die über den Rio Anapu zum Amazonas entwässern.

Warum ist das Wasser dunkel?

Bei der Zersetzung der Wälder entstehen Huminsäuren und Fulvosäuren, die das Wasser braun bis rötlich färben.

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