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Lençóis Maranhenses

Die Lençóis Maranhenses sind ein Nationalpark im Nordosten Brasiliens, in dem schneeweiße Dünen und türkise Süßwasserlagunen eine surreale Landschaft bilden. Das Regenwasser sammelt sich zwischen den bis zu 40 Meter hohen Sanddünen und füllt in der Trockenzeit tausende Lagunen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Juli und September.

Im Bundesstaat Maranhão, an der Atlantikküste des brasilianischen Nordostens, liegt eine der außergewöhnlichsten Landschaften Südamerikas: der Nationalpark Lençóis Maranhenses. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „Bettlaken von Maranhão“ und beschreibt treffend die endlos geschwungenen weißen Sandflächen, die sich wie ausgebreitete Laken bis zum Horizont ziehen. Was auf den ersten Blick wie eine Wüste wirkt, ist in Wahrheit keine: Zwischen den Dünen glitzern tausende Lagunen mit kristallklarem Süßwasser. Diese Seite erklärt, wie dieses Naturphänomen entsteht und wie man den Park am besten besucht.

BundesstaatMaranhão (Nordostbrasilien)
RegionAtlantikküste, nordöstlich der Hauptstadt São Luís
Anreiseüber Barreirinhas (Tor zum Park), 4×4-Geländewagen oder Kleinflugzeug
Beste ReisezeitJuli bis September (Lagunen am vollsten)
Bekannt fürweiße Dünen, türkise Süßwasserlagunen, Regenwasser-Phänomen
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Was macht die Lençóis Maranhenses so einzigartig?

Das Besondere an den Lençóis Maranhenses ist das Zusammenspiel aus schneeweißen Dünen und türkisfarbenen Süßwasserlagunen. Auf einer Fläche von rund 1.550 Quadratkilometern erstreckt sich ein Meer aus feinem, hellem Sand, das durch Wind zu sanft geschwungenen Dünen von bis zu 40 Metern Höhe geformt wird. Anders als in einer Wüste fällt hier jedoch reichlich Regen. Das Wasser sammelt sich in den Senken zwischen den Dünen und bildet tausende einzelne Lagunen, deren Farbe von Türkis über Smaragdgrün bis zu tiefem Blau reicht. Diese Kombination gibt es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Erde. Weitere spektakuläre Naturziele des Landes finden Sie in unserer Übersicht zur Natur Brasiliens.

Wie entstehen die Süßwasserlagunen?

Die Lagunen entstehen ausschließlich durch Regenwasser. Zwischen Januar und Juni fällt in der Region viel Niederschlag, der von den Dünen aufgenommen wird und sich in den Tälern zwischen ihnen sammelt. Unter dem Sand liegt eine wasserundurchlässige Gesteinsschicht, die verhindert, dass das Wasser vollständig versickert. So bleiben die Lagunen über Monate erhalten. Weil es sich um reines Regenwasser handelt, ist das Wasser klar, süß und angenehm warm – ideal zum Baden. Erst gegen Ende der Trockenzeit, meist ab Oktober, verdunsten viele Lagunen wieder, und die Landschaft verwandelt sich in eine reine Sandwüste, bis der nächste Regen alles neu entstehen lässt. Erstaunlich ist, dass in manchen Lagunen sogar Fische leben: Ihre Eier überdauern die Trockenzeit im feuchten Sand und schlüpfen, sobald sich das Wasser neu bildet. So verändert sich die Landschaft im Jahreslauf grundlegend, und kein Besuch gleicht dem anderen.

Wann ist die beste Reisezeit für die Lençóis Maranhenses?

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juli und September. In diesen Monaten sind die Lagunen dank der vorangegangenen Regenzeit am vollsten und bieten das eindrucksvollste Erlebnis. Viele Reisende halten den August für den optimalen Monat, da dann die Wasserstände noch hoch sind und gleichzeitig kaum noch Regen fällt. Ab Oktober beginnen die Lagunen auszutrocknen, und zwischen Dezember und Juni erschweren häufige Regenfälle den Besuch, auch wenn sich in dieser Zeit das Wasser für die kommende Saison füllt. Eine landesweite Übersicht bietet unsere Seite zur besten Reisezeit für Brasilien.

Wie erreicht man den Nationalpark?

Das wichtigste Tor zum Park ist das Städtchen Barreirinhas, das etwa vier bis fünf Autostunden östlich der Bundeshauptstadt São Luís liegt. Von dort starten die meisten geführten Touren. In den Park selbst gelangt man nur mit robusten 4×4-Geländewagen, die die Besucher über Sandpisten so nah wie möglich an die Dünen heranfahren; das letzte Stück legt man zu Fuß über den Sand zurück. Eine spektakuläre Alternative ist der Rundflug im Kleinflugzeug, bei dem sich das ganze Ausmaß der Dünen- und Lagunenlandschaft aus der Luft offenbart. Wer flexibel plant, kann den Park in eine Rundreise durch den Nordosten einbauen; Anregungen dazu gibt unsere Seite zur Brasilien-Rundreise.

Welche Rolle spielt Barreirinhas?

Barreirinhas ist das touristische Zentrum der Region und der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks. In dem Ort am Fluss Rio Preguiças gibt es zahlreiche Unterkünfte, Restaurants und Touranbieter. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Nächte einzuplanen, um verschiedene Bereiche des Parks in Ruhe erkunden zu können. Beliebte Ausflugsziele von Barreirinhas aus sind die gut erreichbaren Lagunengruppen wie die Lagoa Azul und die Lagoa Bonita. Zusätzlich lohnt sich eine Bootstour auf dem Rio Preguiças, die durch Mangroven bis zu kleinen Fischerdörfern und einem alten Leuchtturm an der Küste führt. So verbindet ein Aufenthalt in Barreirinhas Dünenwanderungen mit Flusslandschaften.

Welche Aktivitäten bietet der Park?

Die Hauptattraktion ist das Baden in den warmen Süßwasserlagunen inmitten der weißen Dünen. Vom Rand einer Düne bietet sich ein grandioser Blick über die scheinbar endlose Landschaft, besonders stimmungsvoll bei Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel im Wasser spiegelt. Neben geführten Dünenwanderungen und Rundflügen gehören Bootstouren auf dem Rio Preguiças, Sandboarding auf den Dünen und der Besuch abgelegener Lagunen zu den beliebten Aktivitäten. Wer mehr Zeit mitbringt, kann mehrtägige Überquerungen des Parks mit erfahrenen Guides unternehmen und dabei in einfachen Unterkünften am Rand der Dünen übernachten. Die Region eignet sich damit sowohl für einen kurzen Abstecher als auch für ein intensives Naturerlebnis. Da im Kernbereich des Parks weder Straßen noch Unterkünfte errichtet werden dürfen, bleibt die Landschaft weitgehend unberührt – ein Umstand, der zur besonderen Ruhe des Ortes beiträgt. Wichtig ist fester Sonnenschutz: Zwischen den Dünen gibt es keinen Schatten, und der helle Sand reflektiert das Sonnenlicht stark.

Wie kombiniere ich die Lençóis Maranhenses mit anderen Zielen?

Die Lençóis Maranhenses liegen im Nordosten Brasiliens und lassen sich gut mit anderen Zielen der Region verbinden. Beliebt ist die Kombination mit der historischen Hauptstadt São Luís, deren Altstadt zum UNESCO-Welterbe zählt, oder mit den Stränden weiter östlich Richtung Jericoacoara. Für eine große Naturrundreise lassen sich die Dünen mit dem Amazonas-Regenwald im Norden oder mit einer Fahrt entlang der Küste bis zur Inselwelt von Fernando de Noronha verbinden. Wer den Kontrast zwischen Dünen und Tafelbergen sucht, plant zusätzlich einen Abstecher in die Chapada Diamantina in Bahia. Weitere Küsten- und Inselziele stellt unsere Übersicht Strände & Inseln vor.

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