Der Nationalpark Mapinguari liegt zwischen den Strömen Purus und Madeira und umfasst 1.776.914 Hektar im Süden des Bundesstaats Amazonas und im Norden von Rondônia. Zwischen geschlossenem Regenwald breiten sich natürliche Savannen aus, die Cerrado-Arten und seltene Campinarana-Flächen beherbergen. Zwölf Affenarten, Jaguar, Riesenotter und Tapir leben hier.
Wer an Amazonien denkt, sieht grünen Wald bis zum Horizont. Der Parque Nacional Mapinguari bricht dieses Bild auf. Im Süden des Zwischenstromlands von Purus und Madeira öffnen sich Grasflächen mit einzelnen Bäumen, wie man sie sonst aus dem Cerrado kennt, und mitten im Wald liegen Sandböden mit Zwergwuchs, die Campinaranas. Diese Seite beschreibt Lage, Grenzen, Pflanzenwelt, Berge, Flüsse und die Tiere des größten Schutzgebiets der Region.
Wer sich für die Nachbarn interessiert, findet sie auf den Seiten zum Nationalpark Nascentes do Lago Jari, zum Nationalpark Campos Amazônicos und zum Nationalpark Pacaás Novos.
| Gründung | Dekret vom 5. Juni 2008, Erweiterung 2010, Grenzen 2012 neu gefasst |
| Fläche | 1.776.914 Hektar |
| Lage | Gemeinden Canutama und Lábrea (Amazonas) sowie Porto Velho (Rondônia) |
| Pufferzone | zehn Kilometer breiter Streifen rund um die Grenze |
| Vegetation | mehr als die Hälfte Übergangszone zwischen Savanne und Regenwald, dazu Wälder, Savannen und Campinarana |
| Fische | 95 nachgewiesene Arten in drei Flusseinzugsgebieten |
| Amphibien und Reptilien | mindestens 72 Amphibien- und 47 Reptilienarten |
| Säugetiere | 40 mittelgroße und große Arten, darunter 12 Affenarten |
- Wo liegt der Nationalpark Mapinguari?
- Wie entstand der Park, und wie sehen seine Grenzen aus?
- Welche Vegetation wächst im Park?
- Welche Berge und Flüsse prägen die Landschaft?
- Welche Fische leben in den Gewässern?
- Welche Amphibien und Reptilien kommen vor?
- Wie vielfältig ist die Vogelwelt?
- Welche Säugetiere leben im Mapinguari?
- Warum ist der Park für die Region so wichtig?
Wo liegt der Nationalpark Mapinguari?
Der Park erstreckt sich über die Gemeinden Canutama und Lábrea im Süden des Bundesstaats Amazonas und über Porto Velho in Rondônia. Er gehört zum Interflúvio Purus-Madeira, einem Zwischenstromland von rund 270.000 Quadratkilometern, das 5,4 Prozent der brasilianischen Legal-Amazônia-Fläche ausmacht. Durch dieses Gebiet führt die Bundesstraße BR-319, die Manaus mit Porto Velho verbindet und mit 885 Kilometern die einzige Straßenverbindung der Hauptstadt des Amazonas zum Rest des Landes ist.
Um die Region zu schützen, entstand ein Mosaik aus Bundes- und Landesschutzgebieten und Indigenengebieten. Der Mapinguari ist das größte der untersuchten Schutzgebiete des Zwischenstromlands und liegt von Süden bis in die Mitte des Gebiets. Die Pufferzone ist zehn Kilometer breit und läuft rund um die gesamte Grenze.
Wie entstand der Park, und wie sehen seine Grenzen aus?
Das Dekret ohne Nummer vom 5. Juni 2008 schuf den Park. Ein Gesetz von 2010 erweiterte ihn um etwa 180.900 Hektar, indem es mehrere Landesschutzgebiete in Rondônia eingliederte: die Estação Ecológica Antônio Mojica Nava, die beiden Staatswälder für nachhaltige Nutzung Rio Vermelho A und B sowie einen Teil der Estação Ecológica Serra dos Três Irmãos. Dadurch reicht der Park bis in den Bundesstaat Rondônia.
Ein weiteres Gesetz von 2012 legte die Grenzen neu fest. Es nahm Flächen heraus, die der Stausee der Kraftwerke Santo Antônio und Jirau am Rio Madeira überflutet, sowie drei Flächen für die Baustelle von Jirau. Der Park wurde dadurch nicht größer, die Grenzen wurden lediglich bereinigt. Der genaue Flächeninhalt beträgt seither 1.776.914,18 Hektar.
Der Park dient dem Schutz natürlicher Ökosysteme von hoher ökologischer Bedeutung und landschaftlicher Schönheit, im Besonderen die Savannen-Enklaven des Zwischenstromlands. Er ermöglicht Forschung, Umweltbildung und Erholung in der Natur.

Welche Vegetation wächst im Park?
Die größte Fläche nimmt eine Übergangszone zwischen Savanne und Regenwald ein, sie bedeckt 993.844 Hektar oder 55,9 Prozent des Parks. Es folgen offener Regenwald der Hügelstufe mit 11,1 Prozent, Parksavanne mit 8,6 Prozent, dichter Tieflandregenwald mit 7,6 Prozent und offener Tieflandregenwald mit 5,9 Prozent. Baumsavanne (4,6 Prozent), dichter Hügelregenwald (4,3 Prozent), bewaldete Savanne, Gras-Gehölz-Savanne und Auenwälder machen den Rest aus. Weideflächen und Sekundärvegetation fallen mit zusammen 0,04 Prozent kaum ins Gewicht.
Acht Landschaftseinheiten gliedern das Gebiet. Die größte, die Senke von Ituxi und Jari, bedeckt gut 70 Prozent des Parks und besteht überwiegend aus der Übergangszone zwischen Savanne und Wald. Die zweitgrößte Einheit, rund 17 Prozent der Fläche, wird von Parksavanne bestimmt, den sogenannten Campos. Die Campinaranas liegen vor allem in einer kleinen Landschaftseinheit, die gut ein Prozent der Fläche ausmacht.
Diese offenen Flächen sind selten. Die Savannen liegen als Inseln im Wald und sind seit Jahrtausenden von anderen offenen Landschaften getrennt. Das bewahrt eine genetische Vielfalt, die in der Region sonst fehlt. Die Campinaranas, in Brasilien auch Campina da Amazônia genannt, kommen südlich der Flüsse Amazonas und Negro nur sehr vereinzelt vor und tragen eine Pflanzengemeinschaft, die streng an den Boden und seine geologische Geschichte gebunden ist. Die umgebenden Wälder wirken wie ein Schutzgürtel, der die Savannen vor Arten aus dem Umland abschirmt. Entwaldung betrifft nur rund ein Prozent der Parkfläche, die Wälder sind also weitgehend intakt.
Welche Berge und Flüsse prägen die Landschaft?
Im Süden des Parks liegen zwei Gebirgsmassive, die Serra dos Três Irmãos und die Serra do Candomblé. Sie bilden die Wasserscheide zwischen Purus und Madeira. Im südlichen Teil, nahe dem Rio Madeira, liegt die höchste Erhebung des gesamten Zwischenstromlands. Die Hänge tragen Wald in natürlichem Zustand, und der Höhenunterschied schafft Lebensräume, die in der flachen Umgebung fehlen.
Die Bäche und Flüsse des Parks haben ihre Quellen im Schutzgebiet. Hier entspringen der Rio Coti, der Rio Punicici, der Rio Mucuim und ein Teil des Rio Açuã. Sie sind Rückzugsräume und Laichgründe für Fische, die den Menschen am Fluss als Nahrung dienen. Kleine Fische bilden das Fundament der Nahrungskette, auf der große Raubfische wie Jaú-Welse, Tucunarés, Matrinxãs und Jatuaranas aufbauen.
Besonders eigenständig sind die Hügelländer aus Plutoniten, Vulkaniten und metamorph überprägten Gesteinen sowie die Feuchtflächen der Campinarana-Einheit. Wasserstand und Gesteinsuntergrund bestimmen, welche Pflanzengemeinschaft wo wächst.

Welche Fische leben in den Gewässern?
Bei Untersuchungen in zwölf Flussabschnitten der Einzugsgebiete von Coti, Mucuim und Açuã wurden 2.417 Fische gefangen. Sie gehören zu 95 Arten aus 62 Gattungen, 24 Familien und sechs Ordnungen. Salmlerartige (Characiformes) stellen 48 Prozent der Arten, Welsartige 24 Prozent und Barschartige 10 Prozent, der Rest verteilt sich auf Hornhechtartige, Zahnkarpfenartige und Messerfischartige. Das entspricht dem üblichen Muster Amazoniens.
63 der Arten sind im Amazonasgebiet weit verbreitet, 26 kommen nur in der Region vor. Der Hornhecht Potamorrhaphis guianensis zeigt gute Wasserqualität an. Die größte Artenvielfalt der Untersuchung fand sich in einem Waldbach, der in den Coti mündet: 32 Arten auf engem Raum. Ein intakter Uferwald sorgt dort für stabile Lebensbedingungen.
Welche Amphibien und Reptilien kommen vor?
Die Herpetofauna ist noch nicht vollständig erforscht, aber vielfältig. Für den Park sind mindestens 72 Amphibien- und 47 Reptilienarten festgehalten. Besonders bedeutsam sind drei Arten, die an die offenen Savannen gebunden sind: die Eidechse Varzea cf. bistriata, die Lanzenotter Bothrops mattogrossensis und der Laubfrosch Dendropsophus cf. nanus. Sie sind auf offene, natürliche Flächen angewiesen und haben sich dort isoliert entwickelt, ohne Konkurrenz durch Arten, die offene Kulturflächen besiedeln. Die umgebende Waldmatrix hält solche Eindringlinge fern.
Wie vielfältig ist die Vogelwelt?
Bei Begehungen auf fünf Pfaden und an zwei Lagerplätzen wurden in kurzer Zeit 177 Vogelarten festgestellt. Die Gesamtzahl im Park liegt über 400, weil mehrere Landschaftseinheiten gar nicht untersucht werden konnten. Der Mapinguari ist unter den untersuchten Gebieten des Zwischenstromlands das artenreichste. Seine großen Wald- und Savannenflächen sind kaum verändert, und die Vogelgemeinschaften trennen sich deutlich nach Vegetationstyp, statt wie in anderen Gebieten gleichmäßig verteilt zu sein.
Unter den Funden sind zwei Tukanarten, Ramphastos tucanus und Ramphastos vitellinus, die beide weltweit gefährdet sind. Der Jabiru (Tuiuiú) und der Bleimilan (Sovi) legen regionale Wanderungen zurück. Die ähnlichsten Schutzgebiete der Gegend, zwei Nationalwälder, der Nationalpark Nascentes do Lago Jari und das Extraktivreservat Ituxi, teilen weniger als 30 Prozent der Arten mit dem Mapinguari.
Welche Säugetiere leben im Mapinguari?
Für den Park sind 40 mittelgroße und große Säugetierarten aufgeführt. Die meisten gehören zu den Wäldern auf festem Boden, darunter Riesengürteltier, Großer Ameisenbär, Tamandua, Agutis, Paca, Capybara, Nasenbär, Wickelbär und Tayra. Dazu kommen Raubtiere der Spitze der Nahrungskette: Jaguar, Puma und Ozelot. In den Flüssen leben Riesenotter und Langschwanzotter, außerdem der Amazonas-Flussdelfin (Boto) und der Tucuxi. Von den Huftieren sind Halsbandpekari, Weißbartpekari, Spießhirsche und Flachlandtapir vertreten.
Die offenen Savannen beherbergen den Pampashirsch, den einzigen Säuger, der in den Grasflächen für sich steht. Übergangszonen zwischen Wald und Savanne bevorzugt der Kabomani-Tapir (Tapirus kabomani), eine erst spät wissenschaftlich beschriebene Art, die im Zwischenstromland vorkommt.
Am artenreichsten ist die Gruppe der Primaten mit zwölf Arten. Dazu zählen der Purus-Brüllaffe, der Schwarze Klammeraffe, der Wollaffe, der Nachtaffe, der Springaffe Callicebus dubius, das Zwergseidenäffchen, ein Saki der Art Pithecia irrorata, zwei Tamarine der Gattung Saguinus, das Totenkopfäffchen und der Kapuziner Sapajus macrocephalus. Die Tiere leben im Wald, auch an den Rändern zu den Savannen, in den offenen Flächen selbst kamen sie nicht vor.
Warum ist der Park für die Region so wichtig?
Als größtes Schutzgebiet des Zwischenstromlands verbindet der Park Wälder, Savannen, Campinaranas, Gebirge und Flussquellen auf einer Fläche, die größer ist als Schleswig-Holstein. Er speist Flüsse, an denen Menschen im Umland vom Fischfang leben, und liefert Tiere und Pflanzen für angrenzende Schutzgebiete wie das Extraktivreservat Ituxi, den Nationalwald Iquiri und die Indigenengebiete Caititu und Juma. Seine Savannen-Enklaven bewahren Arten, die nirgendwo sonst in der Umgebung leben. Mehr zur Region bieten die Seiten zum Amazonas und zum Nationalpark Viruá.
Häufige Fragen zum Nationalpark Mapinguari
Wo liegt der Nationalpark Mapinguari?
Im Süden des Bundesstaats Amazonas und im Norden von Rondônia, in den Gemeinden Canutama, Lábrea und Porto Velho, zwischen den Flüssen Purus und Madeira.
Wie groß ist der Park?
Er umfasst 1.776.914 Hektar und ist damit das größte Schutzgebiet des Zwischenstromlands.
Was unterscheidet den Mapinguari von anderen Amazonas-Parks?
Er schützt natürliche Savannen und Campinaranas, die als Enklaven im Regenwald liegen und seltene, an offene Flächen gebundene Arten beherbergen.
Wie viele Affenarten leben im Park?
Zwölf Arten, darunter Brüllaffe, Klammeraffe, Wollaffe, Nachtaffe und mehrere kleine Krallenaffen.
Wo entspringen die Flüsse des Parks?
Im Schutzgebiet selbst: Coti, Punicici, Mucuim und ein Teil des Açuã haben hier ihre Quellen.
Welche Berge liegen im Park?
Im Süden die Massive Serra dos Três Irmãos und Serra do Candomblé, die Purus und Madeira trennen.
Passend dazu: Reserva Biológica do Uatumã, Reserva Biológica do Rio Trombetas, Reserva Biológica do Abufari, Reserva Biológica do Jaru.
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