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Reserva Biológica do Abufari – Schildkrötenstrand am Rio Purus

Die Reserva Biológica do Abufari liegt am Rio Purus im Bundesstaat Amazonas, in der Gemeinde Tapauá. Das Dekret Nr. 87.585 vom 20. September 1982 schuf sie auf 223.864 Hektar, um einen der größten Brutstrände der Arrau-Schienenschildkröte zu bewahren. Der Fluss, seine Seen und Überschwemmungswälder beherbergen 292 Fisch- und 400 Vogelarten.

Wenn der Rio Purus im Südwesten des Amazonasbeckens sinkt, tauchen am Strand von Abufari Sandbänke auf. Hier legen Süßwasserschildkröten ihre Eier ab, ein Schauspiel, für das die Reserva gegründet wurde. Das Schutzgebiet liegt zwischen den Flüssen Purus und Madeira, in einer Landschaft aus Flussarmen, Seen, überfluteten Wäldern und Sandbänken. Die Seite beschreibt Gründung, Wasserlandschaft, Wald, Fischreichtum, die Brutstrände der Schildkröten und die Tierwelt.

Weitere Schutzgebiete im Amazonasbecken beschreiben die Seiten zur Reserva Biológica do Uatumã, zur Reserva Biológica do Rio Trombetas und zum Nationalpark Nascentes do Lago Jari.

GründungDekret Nr. 87.585 vom 20. September 1982
Fläche223.864 Hektar, 2,49 Prozent der Gemeinde Tapauá
KategorieReserva Biológica, strenger Schutz
LageGemeinde Tapauá, Bundesstaat Amazonas, am Rio Purus
Höhe4 bis 75 Meter
KlimaImmerfeuchtes Tropenklima (Köppen Af), 37 bis 55 trockene Tage im Jahr
WaldÜberschwemmungswald an Flüssen und Seen, 83 Prozent der Fläche
BesonderheitEiner der größten Brutstrände der Arrau-Schienenschildkröte
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Wie entstand die Reserva Biológica do Abufari?

Der Name stammt vom alten Kautschuk-Gut Abufari und vom gleichnamigen Fluss, der nahe dem berühmten Strand von Abufari mündet. Die Gegend am unteren Purus wurde besiedelt, lange bevor es die Stadt Tapauá gab. Die heutigen Bewohner stammen von Zuwanderern aus dem Nordosten Brasiliens ab, die vor mehr als 150 Jahren kamen und von Holz, Fischfang, Paranussernte und Jagd lebten. In den 1970er-Jahren erklärte ein Projekt zur Einrichtung von Schutzgebieten für Schildkröten das Gebiet zur Priorität. 1980 begann das Forstinstitut IBDF mit Studien für ein Schutzgebiet am unteren Purus, in dem die Region als nahezu unverändert und reich an außergewöhnlichen Naturwerten beschrieben wurde.

Am 20. September 1982 schuf das Dekret Nr. 87.585 die Reserva Biológica do Abufari. Hauptzweck war der Schutz eines der größten Brutplätze der Arrau-Schienenschildkröte (Podocnemis expansa). Die Reserva ist die älteste Einheit mit strengem Schutz in der Region zwischen Purus und Madeira. Der Rio Purus teilt sie in zwei Hälften, und im Innern liegt ein ausgedehntes Seengebiet. Sie grenzt an das nachhaltige Entwicklungsgebiet Piagaçu-Purus des Bundesstaates und an das Indigenengebiet Igarapé de São João.

In welcher Landschaft liegt die Reserva?

Die Reserva gehört zu einem Verbund von elf Bundesschutzgebieten im Raum zwischen den Flüssen Purus und Madeira. Dieses Interflúvio umfasst gut 27,8 Millionen Hektar, etwa 5,4 Prozent des brasilianischen Amazonasgebiets, und liegt im Einflussbereich der Bundesstraße BR-319 zwischen Manaus und Porto Velho. Abufari liegt im Norden dieses Raums, Sitz der Verwaltung ist Tapauá am Rio Purus, rund 20 Kilometer vom südlichen Teil der Reserva entfernt. Weitere Schutzgebiete der Region sind der Nationalpark Mapinguari und der Nationalpark Nascentes do Lago Jari. Zusammen mit den Indigenengebieten bilden die Schutzgebiete einen großen, durch Land- und Wasserkorridore verbundenen Naturraum. Die Völker der Region beschreibt die Seite zu den indigenen Völkern.

Die Reserva liegt vollständig im Einzugsgebiet des Rio Solimões und ist vom Purus und seinen Zuflüssen durchzogen. Rund 87 Prozent der Fläche gehören zur Amazonasebene, die übrigen 13 Prozent zur Depressão do Ituxi. Das Gelände liegt zwischen 4 und 75 Metern über dem Meer, und 95 Prozent sind eben. Geologisch bestimmen junge Flussablagerungen das Bild: Holozäne Aue-Sedimente machen 59,42 Prozent der Fläche aus, holozäne Terrassen 24,40 Prozent und die Formação Içá 7,93 Prozent. Der vorherrschende Boden ist mit gut 60 Prozent der Gleissolo, ein staunasser Boden, der Wasser lange hält.

Brauner Amazonas-Nebenfluss mit überfluteten Ufern und Wald im Morgenlicht

Wie verändert der Rio Purus die Landschaft?

Der Purus bewegt sich in seinem weichen Bett. Im Innern der Reserva bildete der natürliche Lauf des Flusses eine Insel, die durch einen Kanal geteilt wurde. So entstand eine Dreifachgabelung des Purus, und die Fahrstrecke verkürzte sich um rund 30 Kilometer: Aus 33 Kilometern wurden 3,3 Kilometer. Auch die Gestalt des Kanals am Brutstrand der Schildkröten hat sich zwischen 1984 und 2014 sichtbar verändert, die Sandbank wuchs deutlich.

Auf rund 87 Prozent der Fläche dominieren Ablagerungsprozesse, in den Überschwemmungsebenen der Várzea. Dort ist die Landschaft am empfindlichsten. Nur auf der Terra firme, den nie überfluteten Flächen mit 13 Prozent Anteil, wird das Gelände abgetragen. Das Klima ist ganzjährig feucht: Es gibt nur einen Haupttyp, das immerfeuchte Tropenklima (Köppen Af), in dem es in jedem Monat regnet und es keine Trockenzeit gibt. Im Jahr zählt man 37 bis 55 trockene Tage. Der Wasserstand der Flüsse steigt und fällt dagegen kräftig. Bei Tapauá dauern Absinken, Niedrigwasser und erneuter Anstieg der Flüsse von Juli bis Februar des Folgejahres.

Welcher Wald wächst am Purus?

83,44 Prozent der Reserva bedecken Regenwälder der Flussauen, dichte und offene Auwälder auf Schwemmland, dazu kommen 7,95 Prozent Pioniergesellschaften an Flüssen und Seen. Die Pflanzenwelt wird vom Wasserregime geformt. Manche Flächen stehen lange unter Wasser, was zeitweise Boden und Sedimente festigt und zu anderen Zeiten die Vegetation fast vollständig zerstört. So entsteht ein dauernder Kreislauf der Sukzession. Die Bestandsaufnahme verzeichnete 93 Pflanzenarten aus 78 Gattungen und 51 Familien; am artenreichsten waren Süßgräser und Rötegewächse mit je acht Arten. Fünf Arten fanden sich im ganzen Raum zwischen Purus und Madeira nur hier, darunter Eugenia inundata und Manilkara bidentata. Die Ucuúba (Virola surinamensis) ist die einzige verwundbare Nutzholzart.

Wie artenreich sind Fische, Lurche und Reptilien?

In den Gewässern der Reserva leben 292 Fischarten. 96 Prozent sind weit verbreitet, 17 Arten kommen nur in dieser Region vor, darunter Buntbarsche der Gattung Apistogramma und Panzerwelse. Vier Fischarten stehen wegen Überfischung auf der Liste der bedrohten Tiere Brasiliens: der Jaraqui-de-escama-fina (Semaprochilodus taeniurus), die Piracatinga (Calophysus macropterus), der Pirarucu (Arapaima gigas) und der Aruanã (Osteoglossum bicirrhosum). Die Fischgemeinschaften der Probenstellen ähneln sich zu höchstens 12 Prozent, jedes Gewässer ist also eigenständig, und das macht das Seengebiet des Rio Purus so wertvoll. Der Complexo de Lagos do Chapéu zählt zu den bedeutenden Seenkomplexen der Reserva.

An Lurchen leben 79 Arten in der Reserva, an Reptilien 65. Meist sind es Arten, die im ganzen Amazonasbecken vorkommen, etwa die Frösche der Gattungen Allobates und Osteocephalus, der Laubfrosch Hypsiboas boans und die Anakonda Eunectes murinus. Hinzu kommen die Schlange Bothrops atrox und drei Schildkrötenarten der Gattung Podocnemis.

Sandbank am Amazonas-Fluss mit überflutetem Auwald im Hintergrund

Was macht den Brutstrand der Schildkröten besonders?

Drei Süßwasserschildkröten leben in der Reserva: die Arrau-Schienenschildkröte (Podocnemis expansa), die Iaçá (Podocnemis sextuberculata) und die Tracajá (Podocnemis unifilis). Die Arrau und die Iaçá stehen auf der brasilianischen Liste bedrohter Arten; die Iaçá ist international als verwundbar eingestuft. Der Tabuleiro, so heißt der Brutstrand, gehört zu den größten Brutstränden der Art. Früher bildeten sich weitere Brutstrände am Purus, selbst innerhalb der Reserva. Zwischen Tapauá und Manaus bilden sich keine mehr, weil die Tiere zur Fortpflanzungszeit mit Netzen an den Stränden gefangen werden und so nicht ablegen können. Der Strand von Abufari blieb als Rest erhalten, weil er intensiv bewacht wird. 2011 schlüpften im Schutzgehege mehr als 300.000 Jungtiere.

Seit über 30 Jahren läuft ein Schutz- und Betreuungsprogramm, das nacheinander das Forstinstitut IBDF, die Umweltbehörde IBAMA und das ICMBio getragen haben. Es schützt die Brutstellen, den Ablauf der Eiablage und das Schlüpfen, versorgt die Jungtiere, bekämpft den Fang erwachsener Tiere und kontrolliert den Schiffsverkehr. Jedes Jahr holen die Wächter 200 bis 300 Fangnetze aus Flüssen und Seen der Reserva, davon sind 70 Prozent ausdrücklich für den Schildkrötenfang gespannt. Der Fluss als Wasserstraße macht die Reserva leicht zugänglich, und ihre Lage nahe Tapauá erhöht den Druck; zugleich hemmt die Kontrolle den illegalen Transport von Naturprodukten und Stammholz auf dem mittleren und oberen Purus und schützt damit die benachbarten Schutzgebiete.

Welche Vögel leben in Abufari?

400 Vogelarten sind in der Reserva nachgewiesen. Viele sind typisch für den Várzea-Wald; weil Flüsse und Seen das Gebiet prägen, sind 32 Arten ans Wasser gebunden. Unter den elf untersuchten Bundesschutzgebieten des Raums wurden nur hier die Harpyie (Harpia harpyja), der Mutum-de-fava (Crax globulosa), der Rosalöffler (Platalea ajaja), der Schmuckadler (Spizaetus ornatus) und der Rallenkranich (Aramus guarauna) festgestellt. Der Mutum-de-fava ist international stark gefährdet, die Harpyie verwundbar, ebenso der Tukan Ramphastos vitelinus. Zwölf Greifvogelarten stehen an der Spitze der Nahrungskette. Zwölf Zugvogelarten wurden gezählt, darunter Fischadler, Einsamer Wasserläufer, Amazonas-Seeschwalbe und Schwarzmantel-Scherenschnabel (Rynchops niger).

Welche Säugetiere gibt es?

An mittelgroßen und großen Säugetieren leben 51 Arten in der Reserva, die meisten an überflutete Wälder angepasst. Am Wasser leben Capivara, Guariba-labareda (Alouatta puruensis), Mico-de-cheiro (Saimiri ustus) und Irara. Weil große Überflutungen den Raum für Landtiere verknappen, bleibt die Zahl der reinen Landsäuger kleiner. Die Flussdelfine Boto-rosa (Inia geoffrensis) und Tucuxi (Sotalia fluviatilis) und der Amazonas-Manati (Trichechus inunguis) sind als Leitarten besonders bedeutsam; die besten Nachweise des Manatis im ganzen Raum gelangen in Abufari. Zu den bedrohten Arten zählen Tapir, Riesengürteltier, die Klammeraffen und der Wollaffe Lagothrix cana. Der Pithecia albicans lebt nur in Brasilien.

Weitere Gebiete des Amazonasbeckens beschreibt die Seite zum Amazonas; die nächste Großstadt der Region ist Manaus.

Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Abufari

Wann wurde die Reserva Biológica do Abufari gegründet?

Mit dem Dekret Nr. 87.585 vom 20. September 1982.

Wo liegt sie?

In der Gemeinde Tapauá im Bundesstaat Amazonas; der Rio Purus durchquert sie.

Wozu wurde sie gegründet?

Um einen der größten Brutstrände der Arrau-Schienenschildkröte zu bewahren.

Wie groß ist sie?

223.864 Hektar, das sind 2,49 Prozent der Gemeinde Tapauá.

Wie viele Fischarten leben dort?

292 Arten, davon 17 nur in dieser Region.

Welche Wassersäugetiere leben dort?

Die Flussdelfine Boto-rosa und Tucuxi sowie der Amazonas-Manati.

Passend dazu: Reserva Biológica do Jaru, Reserva Biológica de Comboios.

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