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Reserva Biológica Guaribas – Küstenwald und Cerrado in Paraíba

Die Reserva Biológica Guaribas liegt im Bundesstaat Paraíba, in den Gemeinden Mamanguape und Rio Tinto. Das Dekret Nr. 98.884 vom 25. Januar 1990 schuf sie aus drei getrennten Waldstücken auf Küstentafeln. Atlantischer Küstenwald, Cerrado-Inseln und Anklänge der Caatinga treffen hier aufeinander, dazu wächst Pau-Brasil wild.

Wer an Paraíba denkt, sieht Strände, Zuckerrohr und das trockene Hinterland. Zwischen Küste und Sertão liegt ein Landstrich aus Küstentafeln mit Sandböden, auf denen Atlantischer Wald, Savannen-Inseln und dornige Pflanzen der Caatinga ineinandergreifen. Die Reserva Biológica Guaribas schützt Reste dieser Mischlandschaft. Die Seite beschreibt Gründung, Namen, Aufbau aus drei Teilgebieten, Klima, Relief, Gewässer, die drei Waldtypen, den Cerrado und die Tierwelt.

Verwandte Schutzgebiete im Atlantischen Küstenwald des Nordostens beschreiben die Seiten zur Reserva Biológica Saltinho, zur Reserva Biológica de Sooretama und zur Estação Ecológica Raso da Catarina, dem Gegenstück im Trockenland.

GründungDekret Nr. 98.884 vom 25. Januar 1990
KategorieReserva Biológica, strenger Schutz
LageParaíba, Gemeinden Mamanguape (92 Prozent der Fläche) und Rio Tinto (8 Prozent)
AufbauDrei getrennte Teilgebiete, bekannt als SEMA 01, SEMA 02 und SEMA 03
Höchster Punkt204 Meter im Teilgebiet SEMA 02
KlimaHeiß und feucht (Köppen As), 1.750 bis 2.000 Millimeter Regen im Jahr
VegetationHalblaubwerfender Tieflandwald, Auwald, Cerrado-Inseln
BesonderheitSpontan wachsender Pau-Brasil und Cerrado-Reste an der Küste
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Warum heißt die Reserva Biológica Guaribas so?

Der Name ehrt den Guariba, den Rothand-Brüllaffen (Alouatta belzebul), im Portugiesischen auch Bugio oder Macaco-gritador genannt. Der Affe war in diesem Landstrich weitgehend verschwunden, weil sein Lebensraum geschrumpft war. Man wählte ihn als Leitart des Schutzgebiets, als Symbol für den Wald, der hier erhalten werden sollte. Das Dekret von 1990 stellte die Wälder auf ehemaligen Flächen der Landreform unter strengen Schutz; die Böden waren zuvor als Reservate von Siedlungsprojekten ausgewiesen.

Als Reserva Biológica gehört das Gebiet zur strengsten Kategorie des brasilianischen Schutzgebietssystems. Sie bewahrt die Natur vollständig; Eingriffe sind nur zur Wiederherstellung gestörter Ökosysteme und für notwendige Pflegemaßnahmen vorgesehen. Zugelassen sind nur Forschung und Bildung mit Genehmigung.

Wie ist die Reserva aus drei Teilen aufgebaut?

Die Reserva besteht aus drei Flächen, die nicht zusammenhängen. SEMA 01 und SEMA 02 liegen nördlich der Stadt Mamanguape und umfassen die Oberseite und die Hänge einer Küstentafel, die zum Fluss Camaratuba entwässert. SEMA 02 ist das größte Teilgebiet und trägt die Verwaltung an der Straße PB-071 in Richtung Jacaraú. SEMA 03 liegt bei der Stadt Rio Tinto und besteht vor allem aus dem Südhang der Tafel, der zum Rio Mamanguape abfällt. Die Hauptstadt João Pessoa liegt rund 44 Kilometer südöstlich der Verwaltung, das Gebiet gehört zur Mata Paraibana, dem feuchten Küstenstreifen des Bundesstaats.

Die Zersplitterung prägt den Charakter des Schutzgebiets. Drei Waldinseln im Umland aus Zuckerrohrfeldern, Dörfern und Straßen haben viel Rand und wenig Kern, Straßen trennen sie. Für Tiere mit großem Revier sind solche Inseln eng; Verbindungen zwischen den Teilen, sogenannte ökologische Korridore, sind für den Schutz das wichtigste Vorhaben.

Wie sind Klima und Relief in der Reserva?

Das Klima ist heiß und feucht mit Trockenzeit im Sommer und Regenzeit im Winter. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 24 und 26 Grad, die wärmsten Monate sind Dezember bis Februar mit Tageshöchstwerten von 28 bis 30 Grad; die absolute Höchsttemperatur im Jahr beträgt 36 Grad. Im Winter steigt die relative Luftfeuchte auf 85 bis 90 Prozent. Es fallen 1.750 bis 2.000 Millimeter Regen. Die Regenzeit beginnt im Februar, erreicht im April, Mai und Juni ihren Höhepunkt und dauert bis Juli. Die Trockenzeit umfasst zwei bis drei Monate von Oktober bis Dezember, der November ist der trockenste.

Das Relief gehört zu den Küstentafeln, den Tabuleiros costeiros. Diese flachen, tafelförmigen Landstufen ziehen sich auf rund 700 Kilometern durch Ceará, Rio Grande do Norte, Paraíba und Pernambuco. Sie bestehen aus Sedimenten der Barreiras-Gruppe, aus sandigen und tonigen Schichten, über denen eine weiße, sandige Decke von rund einem Meter Dicke liegt. Die Rücken zwischen den Tälern sind höchstens 1.700 Meter breit, zum Beispiel zwischen den Flüssen Barro Branco und Caiana. Der höchste Punkt liegt mit 204 Metern in SEMA 02 und damit über dem Durchschnitt der Region; SEMA 03 erreicht rund 120 Meter. Die Böden sind überwiegend sandig, die Wälder stehen auf Alissolos, die Savannen auf Neossolos.

Küstentafel mit Tieflandwald und Cerrado-Inseln im Nordosten Brasiliens

Welche Flüsse und Seen prägen die Reserva?

Die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Mamanguape und Camaratuba folgt der Straße nach Jacaraú. Die Bäche Água Fria und Água Vermelha entspringen in SEMA 01. In SEMA 02 beginnen die Flüsse Caiana und Barro Branco und der Bach Visgueiro, die keine zehn Kilometer fließen, bevor sie den Camaratuba erreichen. Dieser mündet rund 20 Kilometer nördlich der Mündung des Mamanguape in den Atlantik. Das eisenhaltige Grundwasser der Barreiras-Schichten färbt die Bäche rostbraun. SEMA 03 entwässert über den Bach Burro d’Água und weitere kleine Quellen zum Rio Mamanguape.

Die Lagoa do Descanso, auch Lagoa do Caiana genannt, liegt in SEMA 02 und füllt sich nur zeitweise. In den trockensten Monaten fällt sie vollständig trocken, in der Regenzeit läuft sie über den Bach Caiana ab. Um sie und entlang der Quellbäche liegen die am besten erhaltenen Auwälder.

Welche Wälder wachsen in der Reserva?

Der häufigste Waldtyp ist der halblaubwerfende Tieflandwald. Er bedeckt Talböden, Hänge und Hochflächen. Das Kronendach liegt bei 15 bis 20 Metern und schließt zu mehr als 90 Prozent, einzelne Überständer erreichen 30 Meter. Bestandsbildend sind Sapotengewächse, Trompetenbaumgewächse und Hülsenfrüchtler mit Arten wie Maçaranduba (Manilkara salzmannii), Pau-d’arco (Tabebuia), Jitaí-amarelo (Apuleia leiocarpa), Sucupira (Bowdichia virgilioides), Jequitibá-rosa (Cariniana legalis) und Gameleira (Ficus). Im Kronendach herrschen Lorbeergewächse, Hülsenfrüchtler, Balsambaumgewächse und Myrtengewächse; Louro (Ocotea bracteosa), Amescla (Protium heptaphyllum) und Ingá (Inga blanchetiana) sind häufig. Die Wälder wuchsen nach früherer Holz- und Holzkohlenutzung nach; die Teilgebiete SEMA 01 und SEMA 02 regenerieren sich seither von selbst.

Eine Besonderheit ist der Pau-Brasil (Caesalpinia echinata), der Baum, der dem Land den Namen gab. In SEMA 02 wächst er spontan und in hoher Dichte, sowohl als Altbaum als auch als Jungwuchs. Das gibt dem Teilgebiet einen besonderen Rang. Der Wald der SEMA 03 mit der Mata do Maracujá ist am besten erhalten, erkennbar an der Größe der Bäume und an Bromelien und Orchideen auf den Ästen, die in den anderen Teilen fehlen.

Der zweite Typ ist der Auwald entlang der Bäche und Quellen. Sein Kronendach liegt bei 20 bis 30 Metern, einzelne Bäume ragen bis 50 Meter hinaus. Der Unterwuchs besteht aus Palmen und Bäumchen, dazu kommen Lianen und viele Aufsitzerpflanzen. Typische Arten sind Guanandi (Calophyllum brasiliense) und Tapiririca (Tapirira guianensis); im Unterholz wachsen Pfeffer-Arten (Piper) und Heliconien, am Boden Farne. Am Fluss Barro Branco, an der Quelle des Caiana und am Brejinho do Burro d’Água steht dieser Wald in gutem Zustand. Am Cabeça do Boi erreichen die Bäume mehr als 30 Meter.

Warum wächst Cerrado an der Küste von Paraíba?

Auf den sandigen Tafelflächen wächst eine offene Savannenvegetation, die in dieser Gegend überraschend wirkt. Der Cerrado der Reserva umfasst mehrere Stufen: Campo limpo mit Gras, Campo sujo mit Gras und Sträuchern, Campo cerrado mit vereinzelten Bäumen und den dichteren Cerrado sensu stricto. In dieser dichteren Form sind die Bäume im Mittel vier Meter hoch und bedecken rund 60 Prozent der Fläche, darunter liegt ein dünner Strauchgürtel von 1,5 Metern Höhe und eine dichte Grasschicht von 60 Zentimetern. Häufige Arten sind der Cajueiro (Anacardium occidentale), der Murici (Byrsonima), der Caju-bravo (Curatella americana), die Mangabeira (Hancornia speciosa), der Ipê-do-cerrado (Tabebuia aurea) und der Bate-butá (Ouratea hexasperma). Im Campo sujo wächst die Kaktee Melocactus depressus, ein Zeichen für die Nähe zur Caatinga.

Die Zusammensetzung gleicht dem Cerrado auf Quarzsandböden im Zentrum Brasiliens, etwa im Jalapão. Die Vorkommen sind vom Kerngebiet des Cerrado im Zentrum Brasiliens abgetrennt. Außerhalb der Reserva und der Indigenengebiete der Potiguara ist dieser Küstentafel-Cerrado fast verschwunden. Er birgt wenig bekannte Pflanzen, darunter eine neu entdeckte Art der Gattung Guatteria.

Auch der Wald zeigt Verbindungen zum Trockenland: In den halblaubwerfenden Wäldern wachsen Gattungen der Caatinga wie Akazie (Acacia), Angico (Anadenanthera), Sangue-d’água (Croton) und Cajá (Spondias), dazu stachelige Hülsenfrüchtler, Kakteen und Bromelien. Zugleich finden sich Arten der Cerrado-Wälder, etwa Jatobá (Hymenaea courbaril) und Pau-d’arco roxo (Tabebuia avellanedae). Diese Mischung macht die Reserva zu einer Zone, in der drei große Lebensräume Brasiliens aufeinandertreffen.

Offene Cerrado-Vegetation mit Sträuchern und Kakteen auf hellem Sandboden

Wie artenreich sind die Wälder?

Eine Erhebung der Baumarten in den Waldteilen fand 40 Familien, 73 Gattungen und 83 Arten. Die artenreichsten Familien sind die Mimosengewächse mit sieben Arten, die Annonengewächse mit sechs, die Myrtengewächse mit fünf sowie Trompetenbaumgewächse und Hülsenfrüchtler mit je vier. Der Camboatá oder Tapiririca (Tapirira guianensis) hat die höchste Dichte, der Amescla-de-cheiro (Protium spruceanum) kommt in mehr als 90 Prozent der Probeflächen vor. Nur 2,9 Prozent der Bäume waren abgestorbene, noch stehende Stämme, ein Hinweis auf einen Bestand mit großen, überwiegend lebenden Bäumen.

Die Wälder liegen an den Quellen wichtiger Flüsse der Region und schützen damit auch das Wasser.

Welche Vögel leben in der Reserva?

Erfasst wurden 140 Vogelarten aus 32 Familien. Die häufigsten Gruppen sind Tyrannen mit 25 Arten und Tangaren mit 13, dazu Kolibris mit sechs und Kuckucke mit fünf Arten. Rund 76 Prozent der Arten sind an Wald gebunden, etwa 20 Prozent leben nur im Offenland. Am häufigsten sind die Pipira-preta (Tachyphonus rufus) und der Balança-rabo-de-chapéu-preto (Polioptila plumbea). Die Mata da Cabeça do Boi bietet die meisten Arten, die nur dort vorkommen, darunter die Zahnwachtel Uru (Odontophorus capueira).

Das Zabelê (Crypturellus noctivagus) lebt im Cerrado von Pedra Mole und leidet unter Jagd. Der Papagei Apuim-de-cauda-amarela (Touit surda) wurde auf der Tafel an der Lagoa do Descanso gefunden; er ist im Nordosten selten, weil der Wald dort Zuckerrohr weichen musste. Der Pica-pau-anão-de-Pernambuco (Picumnus fulvescens), ein kleiner Specht, kommt im Cerrado und an der Lagoa do Descanso vor. Das Formigueiro-de-cauda-ruiva (Myrmeciza ruficauda), ein Ameisenvogel, wurde im Wald von Cabeça do Boi und Mata do Doido mit Netzen nachgewiesen. Zwei Arten sind Endemiten des Atlantischen Waldes: der Apuim und der Tiê-sangue (Ramphocelus bresilius), eine leuchtend rote Tangare. Dazu kommen Vögel der Caatinga und des Cerrado, etwa der Riesentukan (Ramphastos toco), der Chifre-de-ouro (Heliactin cornuta) und der Petrim (Synallaxis frontalis). Die Vogelwelt spiegelt die Lage zwischen drei Lebensräumen.

Welche Säugetiere, Reptilien und Amphibien gibt es?

An Säugetieren sind 72 Arten für die Reserva und ihr Umfeld belegt, verteilt auf acht Ordnungen und 24 Familien. Die meisten sind Fledermäuse mit 25 Arten, gefolgt von Nagetieren mit 18 und Raubtieren mit elf. Zu den häufigsten Arten zählen der Weißbüschelaffe (Callithrix jacchus), die Aguti (Dasyprocta), das Weißohr-Opossum (Didelphis albiventris) und Fledermäuse der Gattungen Carollia und Artibeus. Der Maikong (Cerdocyon thous), der Jaguarundi (Herpailurus yagouaroundi), der Südamerikanische Fischotter (Lontra longicaudis) und der Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus) kommen ebenfalls vor. Der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) kommt im nordöstlichen Atlantischen Wald nur sehr begrenzt vor.

Die Herpetofauna umfasst 48 Arten, darunter fünf Endemiten. Häufig sind die Eidechse mit blauem Schwanz Micrablepharus maximiliani, der Teju (Tupinambis merianae) und der Frosch Hyla minuta. Die Skorpion-Schlammschildkröte Tracajá (Kinosternon scorpioides) ist die einzige Schildkröte im Gebiet. Die Eidechse Coleodactylus meridionalis gehört zu den kleinsten Reptilien Amerikas. Die Korallenotter Micrurus ibiboboca lebt in den trockeneren Teilen, die Lanzenotter Bothrops leucurus ist für den Atlantischen Wald typisch.

Für weitere Schutzgebiete der Küste siehe die Reserva Biológica Poço das Antas und den Nationalpark Pau Brasil, die ebenfalls Reste des Küstenwalds bewahren; die nächste Metropole der Region ist Recife.

Häufige Fragen zur Reserva Biológica Guaribas

Wann wurde die Reserva Biológica Guaribas gegründet?

Mit dem Dekret Nr. 98.884 vom 25. Januar 1990.

Wo liegt sie?

In Paraíba, in den Gemeinden Mamanguape und Rio Tinto, im Hinterland der Küste.

Woher kommt der Name?

Er ehrt den Guariba, den Rothand-Brüllaffen, der als Leitart des Schutzgebiets gewählt wurde.

Woraus besteht die Reserva?

Aus drei getrennten Teilgebieten, SEMA 01, SEMA 02 und SEMA 03.

Welche Lebensräume gibt es?

Halblaubwerfender Tieflandwald, Auwald und Cerrado auf Küstentafeln.

Welcher bekannte Baum wächst dort wild?

Der Pau-Brasil, besonders dicht im Teilgebiet SEMA 02.

Passend dazu: Estação Ecológica de Murici.

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