Die Reserva Biológica do Jaru liegt in Rondônia an der Grenze zu Mato Grosso, zwischen dem Rio Machado und dem Igarapé Azul. Das Dekret Nr. 83.716 vom 11. Juli 1979 schuf sie aus einem Teil der Reserva Florestal do Jaru. Hochwald, Bambus- und Palmenwälder, Stromschnellen und die Serra da Providência prägen das Gebiet.
Im Südwesten Amazoniens, wo Rondônia an Mato Grosso grenzt, liegt ein Stück Regenwald, das auf einen alten Plan zurückgeht: Schon 1961 wurde hier eine riesige Waldreserve ausgewiesen. Daraus entstand 1979 die Reserva Biológica do Jaru, die später erweitert wurde. Die Seite beschreibt Geschichte, Lage, Klima, Gesteine, Relief, Gewässer, Waldtypen, Baumarten und die Fischwelt.
Weitere Schutzgebiete in Rondônia und im Südwesten des Amazonas beschreiben die Seiten zum Nationalpark Pacaás Novos, zum Nationalpark Mapinguari und zum Nationalpark Campos Amazônicos.
| Gründung | Dekret Nr. 83.716 vom 11. Juli 1979, erweitert durch Dekret vom 2. Mai 2006 |
| Kategorie | Reserva Biológica, strenger Schutz |
| Lage | Rondônia, Gemeinden Ji-Paraná, Vale do Anari und Machadinho d’Oeste |
| Einzugsgebiet | Mittlerer Rio Machado (Ji-Paraná), Nebenfluss des Rio Madeira |
| Höchster Punkt | Serra da Providência, mehr als 600 Meter |
| Klima | Subäquatorial, rund 2.500 Millimeter Regen, Regenzeit November bis April |
| Wald | Offener und dichter Regenwald, Auwälder, Palmenhaine |
| Besonderheit | Fluss Tarumã mit Stromschnellen und Wasserfällen |
- Wie entstand die Reserva Biológica do Jaru?
- Wo liegt die Reserva und welche Rolle spielt der Rio Machado?
- Wie ist das Klima der Reserva?
- Welche Gesteine und Formen prägen die Landschaft?
- Wie fließen Tarumã und die anderen Gewässer?
- Welche Waldtypen wachsen in der Reserva?
- Welche Bäume und Palmen prägen den Wald?
- Wie artenreich ist die Fischwelt?
Wie entstand die Reserva Biológica do Jaru?
Die Geschichte beginnt mit dem Dekret Nr. 51.024 vom 25. Juli 1961, das die Reserva Florestal do Jaru mit 679.600 Hektar ausgewiesen hatte. Sie wurde nie vollständig eingerichtet, weil die Landfrage ungeklärt blieb. Als Nachbarflächen für ein großes Agrarprojekt geeignet erschienen, verkleinerte man die Waldreserve; ein Teil ging an das Projekt Burareiro, der Rest wurde geregelt, übrig blieb die Gleba Tarumã. Aus dieser Fläche wurde am 11. Juli 1979 per Dekret Nr. 83.716 die Reserva Biológica do Jaru. Sie erbte den Namen der alten Waldreserve, der vom Rio Jaru kommt, und dieser wiederum vom Volk der Jaru, das einst an seinen Ufern lebte.
Bei der Gründung gab es auf der Fläche nur zwei Besitzansprüche von Kautschukgutsbesitzern aus den 1960er-Jahren. Sie wurden entschädigt, danach war die Fläche frei von Landkonflikten. Das Dekret legt als Zweck den Schutz von Flora, Fauna und landschaftlichen Schönheiten; erlaubt ist die wissenschaftliche Nutzung, verboten sind Bodennutzung, Jagd, Fang, das Einbringen von Tieren und Pflanzen und jede Veränderung der Umwelt. Ein erster Managementplan entstand 1984.
Durch ein Dekret vom 2. Mai 2006 wuchs die Reserva um rund 60.000 Hektar. Angeschlossen wurde das Gelände Bela Vista, ein strategisch wichtiger Streifen des Gebiets. Die Fläche war damals bereits aufgeteilt und besiedelt, weshalb mit dem Zugewinn an Schutzfläche auch Altlasten in Form gestörter Flächen hinzukamen.
Wo liegt die Reserva und welche Rolle spielt der Rio Machado?
Die Reserva liegt zwischen der Landesgrenze von Rondônia und Mato Grosso, dem Igarapé Azul und dem Rio Machado. Sie gehört zu den Gemeinden Ji-Paraná, Vale do Anari und Machadinho d’Oeste. Der Rio Machado, auch Rio Ji-Paraná genannt, ist der größte Fluss Rondônias nach Einzugsgebiet mit 14 großen Teileinzugsgebieten. Er mündet in den Rio Madeira, einen rechten Nebenfluss des Amazonas. Das gesamte Gewässernetz der Reserva entwässert von rechts in den Machado.
Besonders die wirbellosen Tiere, die Wasserlebewesen und die Vögel machen die Region für den Naturschutz bedeutsam.
Wie ist das Klima der Reserva?
Das Klima ist subäquatorial mit deutlicher Jahreszeit. Die Regenzeit dauert von November bis April, mit mehr als 200 Millimetern im Monat; im Jahr fallen 2.513 Millimeter. Von Mai bis Oktober ist es weniger nass, zwischen Juni und August fallen unter 20 Millimeter im Monat. Der Oktober ist mit 26,8 Grad im Mittel der wärmste, der Juli mit 24,7 Grad der kühlste Monat. Die mittlere Luftfeuchte beträgt 87,6 Prozent, im März steigt sie auf 94 Prozent, im August sinkt sie auf 41 Prozent.
Im Südwinter erreichen Kaltluftvorstöße den Süden Amazoniens. Das Phänomen heißt Friagem. Bei einem gemessenen Ereignis fiel die Lufttemperatur von 29 auf 14,3 Grad, die Luftfeuchte halbierte sich, der Wind verdoppelte sich, die Sonneneinstrahlung sank um mehr als ein Drittel. Energie- und Kohlenstoffhaushalt des Waldes verändern sich an solchen Tagen deutlich.

Welche Gesteine und Formen prägen die Landschaft?
Den Untergrund bildet überwiegend der präkambrische Sockel mit Gneisen, Migmatiten und Granuliten, ein sehr altes Gestein. Im Nordosten bilden Granite kreisförmige Strukturen, im Norden Sandsteine der Formation Prosperança in weißen bis roten Tönen. Im Südwesten treten in der Serra da Providência Granite zutage. Im Südosten liegen Sandsteine, Schluffsteine und Tonsteine, die in einem flachen Meer abgelagert wurden. Entlang des Flusses Ji-Paraná finden sich junge Schwemmböden aus Kies, Sand und Ton.
Das Gebiet liegt im Hochland Planalto Dissecado Sul da Amazônia und in der südamazonischen Randsenke. Weite Teile sind Rumpfflächen unter 300 Metern. Dagegen ragt die Serra da Providência im Osten als höchste Erhebung über 600 Meter auf, ein Höhenzug mit Schichtstufen und Rippen. An ihrem Rand entspringen die Zuflüsse des Tarumã und des Igarapé Azul in Rondônia sowie der Soledade in Mato Grosso.
Wie fließen Tarumã und die anderen Gewässer?
Der Rio Tarumã bildet das wichtigste Teileinzugsgebiet im Zentrum der Reserva. Er verläuft lang gestreckt von Süden nach Norden, entspringt an den Hängen der Serra da Providência und mündet in den Rio Ji-Paraná vor der Felswand der Serra do Moquém. Sein Wasser fließt schnell, mit vielen Stromschnellen und kleinen Wasserfällen über Felsen, darunter die Cachoeira Liberdade. Von Dezember bis April ist er auf weiten Strecken schiffbar, in der Trockenzeit nur noch bis in die Nähe des Barracão São João. An seinen Ufern stehen mehr als 20 Meter hohe Steilufer mit Laterit aus eisenhaltigen Sand- und Tonsteinen.
Weitere Teileinzugsgebiete sind die Igarapés Buenos Aires, Pascana, Cajueiro, Monte Cristo und Água Azul am Ji-Paraná, der Rio Madeirinha im Osten sowie die Flüsse Jaru, Anari und Machadinho im Westen. Zwei Wassertypen kommen vor: Klarwasserflüsse wie der Rio Machado mit grünlichem Wasser, Sichttiefen von 1,1 bis 4,5 Metern und einem pH-Wert zwischen 4,5 und 7, und Schwarzwasserflüsse, deren braunes Wasser vom Abbau pflanzlichen Materials stammt, mit einem pH zwischen 3 und 5.
Welche Waldtypen wachsen in der Reserva?
Der größte Teil der Reserva ist Wald. Es gibt zwei Hauptformen: den dichten und den offenen Regenwald. Der dichte Regenwald hat ein geschlossenes Kronendach von 30 bis 35 Metern, einzelne Bäume ragen auf 45 bis 50 Meter, der Unterwuchs ist licht. Er wächst im äußersten Norden an der Südseite der Serra do Moquém und im Tal zwischen den beiden Kämmen der Serra da Providência. Der Wald im Tal der Serra da Providência ist der unversehrteste Teil der Reserva, mit Riesenbäumen von mehr als 50 Metern.
Der offene Regenwald bedeckt den größten Teil der Fläche. Er wächst auf Böden mit Fels, Kies und Sand, die Bäume stehen weiter auseinander, Licht erreicht den Boden und fördert Lianen, Palmen oder Bambus. Auf der Trilha do Monte Cristo kann ein Bambus von rund 20 Metern Höhe den Bestand dominieren, an anderen Stellen der Babaçu. Dazu kommen schmale Auwälder entlang der Flüsse, mit gleichmäßigem Kronendach, vielen Palmen, Lianen und Aufsitzerpflanzen. In sumpfigen Lagen und an Felsen wachsen Pionierformationen mit Buriti-, Caranã- und Açaí-Palmen.

Welche Bäume und Palmen prägen den Wald?
Über allen anderen ragt die Paranuss, die Castanheira (Bertholletia excelsa). Im offenen Wald auf trockeneren Böden stehen außerdem Cachimbeiro (Cariniana), Tauari (Couratari stellata), Angelim-pedra (Dinizia excelsa) und Maçaranduba (Manilkara huberi). Im Unterwuchs wachsen Copaíba, Jatobá, Cedro-rosa (Cedrela odorata), Cumaru-ferro (Dipteryx odorata), Ipê-amarelo, Cupiúba, Faveira und Morototó. In Flussnähe findet man die Seringueira (Hevea brasiliensis), die Quarubarana (Erisma bicolor), den Piquiá-marfim und den Sangue-de-galo (Pterocarpus rohrii).
Die Auwälder erreichen bis 45 Meter und werden von Castanheira und Sumaúma (Ceiba pentandra) überragt, dazu Garapeira, Jacareúba und Itaúba (Mezilaurus itauba). Unter den Palmen sind der Babaçu, die Tucumã (Astrocaryum tucuma), der Açaí (Euterpe), die Patauá (Oenocarpus bataua), die Inajá (Attalea maripa) und der Buriti (Mauritia flexuosa) besonders häufig. Am Boden wachsen Costus, Calathea, Orchideen, Aronstabgewächse und Farne, an den Felswänden der Serra do Moquém Farne und Orchideen. Im Unterwuchs stehen Ucuuba (Virola), Cupuí (Theobroma subincana) und Ingá (Inga).
Wie artenreich ist die Fischwelt?
Die Fischerhebung im Einzugsgebiet des Rio Machado erfasste 179 Arten aus 102 Gattungen, 31 Familien und sieben Ordnungen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) sind Salmler (Characiformes), gefolgt von Welsen (27 Prozent), Barschartigen (10 Prozent) und Messerfischen (8 Prozent). Dazu kommen Rochen und Zahnkärpflinge. Die Salmler haben mit 13 Familien die meisten, die Welse mit neun. Die Gattungen Astyanax und Bryconops sind an mehr als der Hälfte der Probestellen sehr häufig, in der Trockenzeit wie in der Regenzeit. Brycon, Serrasalmus und Leporinus finden sich an den Einmündungen der Gewässer.
Für die Menschen am Fluss sind Matrinxã und Jatuarana (Brycon), Pacus, Piaus (Leporinus), Traíra (Hoplias), Jaú, Pintado und Surubim (Pseudoplatystoma), Pescada (Plagioscion) und der große Pirarara (Phractocephalus hemioliopterus) die wichtigsten Arten. Zu den bedrohten Säugetieren der Reserva zählen die Tigerkatze (Leopardus tigrinus), der Jaguar (Panthera onca) und der Riesenotter (Pteronura brasiliensis).
Weitere Regenwaldgebiete des Amazonas beschreibt die Seite zum Amazonas; auch die Reserva Biológica do Abufari liegt im Einzugsgebiet des Madeira.
Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Jaru
Wann wurde die Reserva Biológica do Jaru gegründet?
Mit dem Dekret Nr. 83.716 vom 11. Juli 1979; 2006 wurde sie um rund 60.000 Hektar erweitert.
Wo liegt sie?
In Rondônia, an der Grenze zu Mato Grosso, zwischen dem Rio Machado und dem Igarapé Azul.
Woher kommt der Name?
Vom Rio Jaru, der nach dem Volk der Jaru benannt ist; der Name ging von der Reserva Florestal do Jaru auf die Reserva Biológica über.
Welches ist der höchste Punkt?
Die Serra da Providência mit mehr als 600 Metern.
Welcher Fluss fließt durch die Mitte?
Der Rio Tarumã mit Stromschnellen und Wasserfällen, der in den Rio Ji-Paraná mündet.
Wie viele Fischarten wurden erfasst?
179 Arten in 31 Familien.
Passend dazu: Reserva Extrativista Chico Mendes, Floresta Nacional do Jamari.
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