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Reserva Biológica do Lago Piratuba – Mangroven an der Amazonasmündung

Die Reserva Biológica do Lago Piratuba liegt im Bundesstaat Amapá an der Mündung des Amazonas. Die Dekrete Nr. 84.914 von 1980 und Nr. 89.932 von 1984 schufen ein Schutzgebiet aus Mangroven, überfluteten Feldern und Seen. Es ist so flach, dass Gezeiten von rund zehn Metern die Kanäle verlegen, und beherbergt 534 Pflanzen- und 226 Vogelarten.

Dort, wo der größte Fluss der Erde den Atlantik erreicht, liegt eine Küste, die ständig in Bewegung ist. Der Strom lädt Schlamm ab, die Gezeiten tragen ihn wieder fort, Seen entstehen und verlanden. Die Reserva Biológica do Lago Piratuba schützt einen Abschnitt dieser Küstenebene im Norden Brasiliens: Mangrovenwälder, Auwälder, saisonal überflutete Felder und eine Kette von Seen, an denen Ibisse, Schildkröten und Kaimane leben. Die Seite beschreibt Gründung, Lage, Klima, Gezeiten, Vegetation und Tierwelt.

Weitere Schutzgebiete der Amazonas-Region beschreiben die Seiten zum Nationalpark Cabo Orange, zur Reserva Biológica do Rio Trombetas und zum Nationalpark Montanhas do Tumucumaque.

GründungDekret Nr. 84.914 vom 16. Juli 1980; Grenzänderung durch Dekret Nr. 89.932 vom 10. Juli 1984
KategorieReserva Biológica, strenger Schutz
LageBundesstaat Amapá, Gemeinden Amapá und Tartarugalzinho; Verwaltungssitz in Cutias
GrenzenRio Araguari im Süden, Atlantik im Norden und Osten, Rio Macarry und Lago Comprido de Cima im Westen
LebensräumeMangroven und saisonal überflutete Felder (Campos inundáveis)
KlimaTropisch mit Trockenzeit von Juni bis November (Köppen Aw)
GezeitenTidenhub bis etwa 10 Meter vor der Insel Maracá
Pflanzen534 Arten aus 124 Familien
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Wie entstand die Reserva Biológica do Lago Piratuba?

Die Reserva wurde am 16. Juli 1980 mit dem Dekret Nr. 84.914 eingerichtet. Am 10. Juli 1984 änderte das Dekret Nr. 89.932 ihre Grenzen. Später wurden die Grenzen vermessen und markiert; dabei zeigte sich, dass die Berechnungen der früheren Dekrete Fehler enthielten und dass die Küste durch Sedimentablagerung (Akkretion) wächst. Das Schutzgebiet gehört zur Kategorie mit strengem Schutz: Eine Nutzung der Ressourcen ist nur indirekt möglich. Die Verwaltung des ICMBio hat ihren Sitz in der Ortschaft Cutias am Rio Araguari, Feldstationen liegen in Vila Tabaco, Vila Sucuriju und an der Mündung des Paraná do Lago Comprido de Cima.

Die Planung des ersten Managementplans begann 2005. Die zentralen Flächen sind schwer zugänglich; die Bestandsaufnahmen verteilten sich auf sieben Probengebiete. Untersucht wurden Wasser, Boden, Pflanzen, Fische, Insekten, Lurche und Reptilien, Vögel, Säugetiere und die Besiedlungsgeschichte.

Wo liegt die Reserva und wie ist sie gegliedert?

Die Reserva liegt zwischen 1 Grad 10 Minuten und 1 Grad 50 Minuten Nord sowie 49 Grad 34 Minuten und 50 Grad 34 Minuten West. Sie reicht vom linken Ufer des unteren Rio Araguari im Süden bis an die Atlantikküste im Norden und Osten, im Westen bis zum Rio Macarry und zur Mündung des Paraná do Lago Comprido de Cima. Naturräumlich gehört sie zur Küstenebene des Amapá, im Abschnitt der „Região dos Lagos“, der Seenregion zwischen dem Rio Flechal und den Flächen nördlich des Araguari. Hier ist die Ebene am breitesten und die größte Zahl von Seen versammelt.

Die Seen der Region ordnen sich zu drei Gürteln: dem Östlichen, dem Südlichen und dem Westlichen Seengürtel. Die Reserva schützt den Östlichen und den Südlichen Gürtel, nur der Lago dos Botos liegt außerhalb. Der Südliche Gürtel besteht, von West nach Ost, aus den Seen Botos, Comprido de Cima, Bacia, Lodão, dos Ventos, Grande (Mutuco) und Comprido de Baixo. Der Lago Comprido de Baixo ist vollständig verlandet, und auch der Lago dos Ventos hat diesen Prozess durchlaufen. Zum Westlichen Gürtel gehören Seen wie Pracuúba, Novo und Duas Bocas. Das Gelände ist extrem flach, und die Gewässer stehen eng miteinander in Verbindung.

Weite überflutete Grasebene mit Seen und Inselwäldchen an der Amazonasmündung

Welches Klima herrscht an der Amazonasmündung?

Das Klima des Amapá ist äquatorial: Die Temperatur liegt in jedem Monat über 18 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Im Gebiet der Reserva herrscht das Klima Aw vor, ein tropisches Klima mit Trockenzeit. Im Osten des Bundesstaates, wo die Reserva liegt, gibt es drei trockene Monate. Der Niederschlag gehört zu den höchsten Brasiliens und liegt an der Küste je nach Ort zwischen 2.700 und fast 3.600 Millimetern im Jahr. Die Regenzeit dauert von Dezember bis Mai, der nasseste Zeitraum ist März bis Mai mit 900 bis 1.200 Millimetern. Von Juni bis November ist es trockener, am trockensten von September bis November. In dieser Zeit trocknen die Felder aus.

Verantwortlich ist die Innertropische Konvergenzzone, ein Wolkenband über dem Äquator, das mit den Passatwinden wandert. Die Reserva liegt außerdem im Einflussbereich der Nordbrasilianischen Küstenströmung und der Ausbreitung des Amazonas-Wassers.

Wie formen Gezeiten und Sedimente die Küste?

Die Gezeiten sind einer der stärksten Motoren der Landschaft. Die halbtägige Flut auf dem Schelf vor dem Amazonas gehört zu den größten der Erde. Vor der Insel Maracá erreicht der Tidenhub rund 10 Meter, bis zu 12 Meter. Das Wasser läuft als fortschreitende Welle in die Flüsse hinein; im Amazonas reicht sie etwa 800 Kilometer flussaufwärts. Unter ihrer Kraft wird feiner Schlamm schnell bewegt, sodass sich das Gewässernetz innerhalb weniger Jahre verändern kann. Wellen mit Höhen von einem bis zwei Metern treffen vor allem die Ostseite der Reserva.

Die Nordbrasilianische Küstenströmung staut die Sedimentfahne des Amazonas an der Küste auf. So bleibt ein Teil des Schlamms in der Küstenebene liegen und steht für Ablagerung zur Verfügung. Die Küste der Reserva gehört größtenteils zu einem Abschnitt, in dem das Land zurückweicht, während es an der Amazonasmündung und im äußersten Norden des Amapá wächst. Auch der Rio Araguari hat sich verändert: Seine alte Mündung ist verlandet, und er fließt zum Amazonas. Dadurch strömt dauernd sedimentreiches Wasser in den Süden der Reserva und gelangt leichter in die Seen des Südlichen Gürtels. In der verlandeten Mündung entstanden Salzsümpfe, und Mangroven breiteten sich aus. Büffelhaltung in den Feldern und der Umgebung, künstliche Kanäle und Boote auf empfindlichen Flächen beschleunigen die Veränderungen. Der Kanal Boiado ist ein Beispiel dafür.

Welche Wälder und Felder wachsen in der Reserva?

Auf kurzer Strecke wechselt die Vegetation von der Küste nach Westen von Mangroven zu Auwäldern, überfluteten Feldern, Übergangswäldern, Cerrado und schließlich zu dichtem Terra-firme-Wald. In der Reserva selbst findet man Mangroven, Auwald, Campos inundáveis und Übergangswald. Die Mangroven nehmen rund 30 Prozent der Vegetation ein. Dominiert werden sie von der Siriúba (Avicennia germinans), deren Bäume um 30 Meter hoch werden, dazu kommen zwei Arten der Gattung Rhizophora und Laguncularia racemosa. Die größten Mangrovenwälder der brasilianischen Küste stehen am Amapá, weil der Amazonas Sedimente bringt und Wärme, hohe Gezeiten und Brackwasser zusammentreffen. Am stärksten entwickelt sind sie im Östlichen Seengürtel zwischen Vila Sucuriju und dem Lago Piratuba. Wie viel Siriúba dominiert, hängt von den Süßwassermengen des Amazonas ab.

Zwischen den Mangroven wachsen Arten des Auwalds wie die Açaí-Palme (Euterpe oleracea), Mututi, Aturiá, der Mangroven-Farn Acrostichum aureum und die Bambusart Guadua glomerata. In der Regenzeit bestehen die Campos inundáveis aus Gräsern und schwimmenden Wasserpflanzen; in der Trockenzeit verliert das Gras seine Kraft, und die Schwimmpflanzen halten sich nur in Becken und an den Kanalrändern. Die Übergangswälder bilden kleine Inseln, die Tesos, an Seeufern. Insgesamt wurden 534 Pflanzenarten aus 124 Familien in vier Vegetationstypen gezählt: Mangrove, überschwemmtes Feld, Auwald und Übergangswald. Keine Art kam an allen Probenpunkten vor.

Was liegt vor der Küste unter dem Wasser?

Der Amazonas liefert 20 Prozent des Süßwassers, das weltweit in die Meere fließt. Seine Fahne aus Schlamm, Süßwasser und Sedimenten verändert Salzgehalt, Lichtdurchlässigkeit und Ablagerung im tropischen Nordatlantik. Dennoch erstreckt sich unter dieser Fahne ein Karbonatriff von rund 9.500 Quadratkilometern, etwa 1.000 Kilometer lang und 50 Kilometer breit, in 30 bis 120 Metern Tiefe zwischen der Grenze zu Französisch-Guayana und dem Bundesstaat Maranhão. Es reicht bis zum Recife Manuel Luís, dem nördlichsten Riff Brasiliens, das aus dem Wasser ragt. Schalen von Moostierchen in den Sanden der Araguari-Mündung und Muschelschalen an den Stränden der Reserva belegen marine Riffablagerungen, die auch das Schutzgebiet beeinflussen.

Mangrovenwald mit Stelzwurzeln bei Niedrigwasser an der Atlantikküste im Norden Brasiliens

Welche Fische leben in den Seen?

Für die Region wurden 168 Fischarten verzeichnet: 87 im unteren Rio Araguari, 47 im Entwässerungssystem des Rio Sucuriju und 102 im Westlichen Seengürtel mit den Seen Pracuúba, Novo und Duas Bocas. Fische sind Nahrung für Kaimane, Riesenotter und Delfine, außerdem für Raubfische wie Tucunaré, Piranha und Pirarucu. In der Seenregion des Amapá lebt eine große Zahl von Familien vom Fischfang, deshalb ist der Schutz der Bestände eng an den Erhalt der Gewässer gebunden.

Welche Reptilien und Lurche leben dort?

Insgesamt sind 75 Lurch- und Reptilienarten bekannt, das sind 32,5 Prozent der 228 Arten des ganzen Bundesstaates. Die Reserva gehört damit zu den artenreichsten Gebieten Amazoniens für diese Gruppe. Auffällig ist, dass es mehr Schlangen- als Echsenarten gibt, denn die Echsen müssen hier halbaquatisch (wie der Krokodilteju Dracaena guianensis) oder baumbewohnend (wie der Grüne Leguan) leben; dichter Terra-firme-Wald, in dem im Amapá die meisten Echsen vorkommen, fehlt. Zu den Schildkröten zählen die Arrau-Schienenschildkröte (Podocnemis expansa), die Tracajá (Podocnemis unifilis) und weitere Arten dieser Gattung. Unter den Kaimanen herrscht der Schwarze Kaiman (Melanosuchus niger), der 98 Prozent der gezählten Tiere stellt; je nach Abschnitt zählte man 4,1 bis 60 Kaimane je Kilometer.

Welche Vögel und Säugetiere gibt es?

An 16 Orten wurden 226 Vogelarten aus 57 Familien festgestellt. Am artenreichsten ist der Auwald am Rio Araguari bei der Fazenda Natal mit 109 Arten; dort ziehen Scharlachsichler (Eudocimus ruber) in Gruppen von über 2.000 Tieren und Herbstpfeifgänse (Dendrocygna autumnalis) in Schwärmen von über 5.000 Tieren. Nach Lebensraum sind die Auwälder mit 123 Arten und die Campos inundáveis mit 117 am reichsten, während die Mangroven nur wenige Arten beherbergen, vor allem Conirostrum bicolor und Aramides cajanea. Die Reserva ist Rastplatz und Winterquartier für arktische Zugvögel wie Calidris minutilla und Calidris pusilla, die oft im Brutkleid zu sehen sind, und für den Fischadler. Nester und Jungvögel fanden die Forscher an mehreren Orten.

Für die Reserva sind 92 Säugetierarten verzeichnet, im ganzen Bundesstaat leben 181. Drei Primaten kommen im Östlichen Seengürtel vor: der Kapuziner Sapajus apella, der Totenkopfaffe Saimiri sciureus und der Brüllaffe Alouatta macconnelli. Unter den Nagetieren ist eine Baumratte der Gattung Makalata in den Mangroven häufig, die hier erstmals in diesem Lebensraum gefunden wurde. Hinzu kommen Agutis und Pakas, Opossums und Ratten am Wasser. Weitere Zusammenhänge der Küste des Nordens beschreibt die Seite zum Amazonas.

Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Lago Piratuba

Wann wurde die Reserva Biológica do Lago Piratuba gegründet?

Mit dem Dekret Nr. 84.914 vom 16. Juli 1980; das Dekret Nr. 89.932 vom 10. Juli 1984 änderte die Grenzen.

Wo liegt sie?

Im Bundesstaat Amapá an der Atlantikküste, am Südrand begrenzt vom Rio Araguari, in den Gemeinden Amapá und Tartarugalzinho.

Welche Lebensräume prägen sie?

Mangroven und überflutete Felder mit einer Kette von Seen.

Wie hoch ist der Tidenhub?

Vor der Insel Maracá erreicht er rund 10 Meter.

Wie viele Pflanzenarten wachsen dort?

534 Arten aus 124 Familien.

Welche Kaimanart ist am häufigsten?

Der Schwarze Kaiman (Melanosuchus niger), der 98 Prozent der gezählten Kaimane stellt.

Passend dazu: Reserva Biológica do Gurupi.

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