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Reserva Biológica do Rio Trombetas – Schildkröten und Igapó

Die Reserva Biológica do Rio Trombetas im brasilianischen Bundesstaat Pará schützt auf rund 408.000 Hektar Regenwald, Igapó-Seen und weiße Sandcampinas am Rio Trombetas. Das Gründungsdekret vom 21. September 1979 diente zuerst den Nistplätzen der Arrau-Schildkröte, des größten bekannten Brutgebiets dieser Art in Brasilien. Dort leben auch Jaguar, Riesengürteltier und Riesenotter.

Der Rio Trombetas fließt von der Grenze zu Guyana nach Süden und mündet bei Oriximiná auf der linken Seite in den Amazonas. Auf seinem Mittellauf liegt zwischen der Stromschnelle Cachoeira Porteira und dem Lago do Mussurá ein riesiges Waldgebiet, das ein Schutzgebiet trägt, das mit einer Schildkröte begann. Die Seite erzählt, wie die Reserva Biológica do Rio Trombetas entstand, und beschreibt Klima, Gewässer, die Waldtypen und die Tierwelt.

Weitere Schutzgebiete am Amazonas beschreiben die Seiten zum Nationalpark Amazônia, zur Nationalpark Montanhas do Tumucumaque und zum Bundesstaat Amazonas.

GründungDekret vom 21. September 1979
FlächeRund 408.000 Hektar, Umfang knapp 355 Kilometer
LageGemeinde Oriximiná, Bundesstaat Pará
GrenzenIm Norden die Quellen des Rio Acapu, im Süden der Rio Trombetas, im Osten der Rio Acapu
LebensräumeTerra-firme-Wald, Igapó- und Várzea-Wälder, Palmenbestände, weiße Sandcampinas
KlimaÄquatorial, rund 2.140 Millimeter Regen im Jahresmittel, Luftfeuchte über 85 Prozent
LeitartArrau-Schildkröte (Podocnemis expansa)
Fische342 Arten sind aus der Region berichtet
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Wie entstand die Reserva Biológica do Rio Trombetas?

Der Name stammt vom Rio Trombetas, einem der wichtigsten Nebenflüsse des Amazonas von links und der prägenden Landschaft des Gebiets. Die Geschichte des Schutzgebiets ist die Geschichte der Arrau-Schildkröte (Podocnemis expansa). Auf den Sandbänken des Trombetas legt sie in großer Zahl ihre Eier. Es ist das größte bekannte Nistgebiet der Art in Brasilien. Der Forscher Alfinito nannte den Trombetas einen Bezugspunkt der Schildkröte im brasilianischen Amazonien, und seine Erhebung von 1975 zeigte, dass die Sandbank Tabuleiro do Leonardo im Trombetas die größte Konzentration von Nestern in der Region trug.

Schon 1965 begannen Schutzmaßnahmen für die Nistplätze. Ein früher Vorschlag sah einen Streifen von 18 Kilometern Flusslauf mit je 1.000 Metern Land an jedem Ufer vor, vom Igarapé da Tapagem bis zum Lago do Jacaré. Der weitere Vorschlag nannte die Sandbänke Leonardo, Jacaré, Faria, Uerana, Jauari, Abuí Grande und Praia Rasa sowie den ganzen See Erepecu. 1975 genehmigte das Entwicklungsprogramm Polamazônia das Vorhaben einer Biologischen Reserve im Trombetas, und nach Untersuchungen zu Ökologie, Fauna, Flora und Besiedlung folgte die Gründung. Am 21. September 1979 unterzeichnete Präsident João Figueiredo das Gründungsdekret. Der erste Managementplan entstand 1981 und wurde 1982 genehmigt.

Wie ist das Klima am Trombetas?

Das Klima ist äquatorial, mit hohen Mitteltemperaturen und geringen Schwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Die Regenzeit dauert von Januar bis Mai, im Mittel fallen dann knapp 294 Millimeter pro Monat. Am nassesten sind März und April mit durchschnittlich 345 und 318 Millimetern. Von August bis Oktober ist Trockenzeit mit rund 67 Millimetern im Monat, der trockenste Monat ist der August. Juni und Juli sowie November und Dezember sind Übergangsmonate. Das Jahresmittel des Niederschlags liegt bei 2.140 Millimetern; das nasseste Jahr brachte 2.770 Millimeter, das trockenste 1.427. Die Luftfeuchte beträgt im Mittel über 85 Prozent.

Welche Landschaftsformen gibt es?

Das Relief reicht von stark zerschnittenen, abgetragenen Flächen bis zu Plateaus mit steilen Rändern. Sechs Landschaftsräume unterscheiden sich nach Gestein und Entstehung. Im Westen liegt eine niedrige Fläche auf Vulkangestein des Uatumã-Komplexes mit Kämmen, Gipfeln und weiten Tälern; in den tieferen Teilen erreichen die Hügel 100 bis 150 Meter. Einzelne Granitberge ragen aus der welligen Fläche. Die Serra do Jundiá ist ein Hochplateau aus verkieseltem Sandstein mit steilem Nordrand, dessen Oberseite offene Felsvegetation trägt. Der Untergrund ist alt: Die ältesten Gesteine, die Vila-Nova-Gruppe, sind 1,8 bis 2,1 Milliarden Jahre alt, und junge Ablagerungen aus Tonen und Sanden füllen die Seeböden und Überschwemmungsebenen.

Welcher Fluss prägt das Gebiet?

Das Einzugsgebiet des Trombetas umfasst etwa 136.000 Quadratkilometer und reicht von den Guyanas im Norden bis zum Amazonas im Süden. Der Fluss entsteht aus den Wassern von Mapuera, Cachorro und Erepecuru, hat seine Quelle in der Serra do Curucuri als Rio Cafu und trägt den Namen Trombetas erst nach der Einmündung des Rio Wanamu aus der Serra de Tumucumaque. Er ist etwa 750 Kilometer lang und auf rund 230 Kilometern schiffbar. Im schiffbaren Abschnitt säumen flache Ufer den Fluss, an denen viele Seen entstehen. Bei Oriximiná fließt er mit dem Paraná Sapucuá zusammen, wird bis zu 1.800 Meter breit und teilt sich um lange, schmale Inseln. Innerhalb der Reserva liegt der Fluss zwischen Cachoeira Porteira und dem Lago do Mussurá. Zu den Gewässern im Gebiet zählen der Rio Acapu und die Igarapés Arrozal, Candieiro, Mungubal und Cabeceira Grande.

Breiter Regenwaldfluss mit hellen Sandbänken im Amazonasgebiet

Welche Wälder wachsen im Schutzgebiet?

Auf festem Land, der Terra firme, wächst Regenwald mit Böden aus gelbem Latosol und flachem bis wenig gewelltem Relief. Dichte Waldflecken mit geschlossenem Kronendach in 30 bis 35 Metern Höhe und Urwaldriesen von mehr als 40 Metern wechseln mit offeneren Beständen. Ein Hektar der dichten Bestände trägt etwa 500 Bäume ab zehn Zentimetern Stammdurchmesser aus 150 bis 200 Arten. Der Unterwuchs ist licht, die Lianen sind nicht dominant, und die Streuschicht am Boden ist meist mittel bis dünn. Die Bäume sind überwiegend immergrün, nur wenige stehen kurz ohne Laub oder tragen frisches Laub; dazu zählen Paranuss, Pau-d’arco und Caju-açu. Die häufigsten Arten junger Wälder sind Pará-pará (Jacaranda copaia), Morototó, Marupá und Cumaru (Dipteryx odorata). Charakteristische Bäume sind Massaranduba (Manilkara huberi), Copaiba, Angelim (Dinizia excelsa), Pau-d’arco und Caju-açu (Anacardium giganteum). Wo Palmen vorherrschen, bilden Inajá (Attalea maripa), Bacaba und Açaí Bestände; an den Ufern des Rio Acapu stehen Açaí-Palmenhaine.

Der Igapó ist der Wald der Seen. Er liegt zwischen dem See und der Terra firme und steht in der Zeit des höchsten Wasserstands so tief unter Wasser, dass manchmal nur die Kronen der höchsten Büsche und Bäume herausragen. Die Pflanzen ertragen rund sechs Monate Überflutung und den Sauerstoffmangel, der damit einhergeht. Vom See zum Ufer gliedern sich Zonen: erst Wasserpflanzen wie Wildreis, Schlauchkraut und Canarana-Gras, dann Sträucher mit Myrtengewächsen, deren Früchte Fische fressen, und schließlich Bäume wie Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), Hevea spruceana und Licania. Charakteristisch ist der Arapari-Baum (Macrolobium acaciifolium); auf seinen Ästen wächst die Orchidee Cattleya violacea.

Daneben gibt es Várzea-Wälder, Bestände aus Burití-, Caraná- und Açaí-Palmen und die Campinas de Areia Branca, offene Flächen auf weißem Sand mit Palmen der Art Mauritia carana. Die Paranuss (Bertholletia excelsa) steht als einzige Art des Gebiets auf der offiziellen Liste bedrohter Pflanzen Brasiliens. Eine seltene Passionsblume, Passiflora longiracemosa, wurde zuvor nur ein einziges Mal gefunden, 1922 durch den Botaniker Adolpho Ducke.

Überfluteter Igapó-Wald mit Spiegelungen im Schwarzwassersee

Warum ist die Arrau-Schildkröte so wichtig?

Die Arrau-Schildkröte (Podocnemis expansa) ist die größte Flussschildkröte Südamerikas. Zur Eiablage zieht sie auf die Sandbänke des Trombetas. Diese Nistplätze, die Tabuleiros, waren der Anlass für die Gründung. Mit der Schildkröte kommen andere Flussschildkröten wie die Tracajá (Podocnemis unifilis) vor. Zu den Programmen im Schutzgebiet gehören das Projekt Quelônios da Amazônia, das Schildkröten schützt, und das Projekt Conviver. Die Fluss- und Inselwelt eines weiteren Amazonas-Nebenflusses zeigt die Seite zum Anavilhanas-Archipel.

Welche Fische leben in den Seen?

Die Gewässer sind sehr artenreich. In der Region wurden 342 Fischarten berichtet, im Lago Batata 124 Arten über drei Studienjahre. Die Salmlerverwandten dominieren: Characidae stellen 26 Prozent der Arten, Anostomidae 13, Hemiodontidae 10 und Curimatidae sechs Prozent. Unter den Welsen sind Pimelodidae, Loricariidae und Auchenipteridae vertreten, bei den Barschartigen die Buntbarsche mit gut fünf Prozent. Neun Arten stellen fast die Hälfte der Fänge, darunter Hemiodus unimaculatus, Acestrorhynchus microlepis und Agoniates anchovia.

Welche Vögel und Lurche gibt es?

Eine Erhebung im Gebiet der Cachoeira Porteira erfasste 143 Vogelarten bei 663 Beobachtungen. Zu den häufigsten Waldvögeln zählen der Rotschnabeltukan (Ramphastos tucanus), der Gelbbrustara Ara ararauna, der Schreipiha (Lipaugus vociferans), der Papagei Pionopsitta caica sowie Dacnis cayana und Caryothraustes canadensis. Viele davon leben ausschließlich in Primärwald. An aufgestauten Bächen leben Moschusente (Cairina moschata), Eisvögel und Wasservögel. Unter den Lurchen sind 26 Froschlurche aus vier Familien nachgewiesen.

Welche Säugetiere sind bedeutend?

Die Säugerfauna spricht für einen guten Erhaltungszustand: Riesengürteltier (Priodontes maximus), Großer Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla), Jaguar, Puma, Riesenotter (Pteronura brasiliensis), Amazonas-Manati (Trichechus inunguis) und der Satansaffe Chiropotes satanas leben im Gebiet. Sechs Säugetierarten des Gebiets stehen als gefährdet auf der offiziellen Liste. Dazu kommt die Fledermaus Vampyrum spectrum. An einer Probestelle wurden 21 Säugetierarten gezählt, etwa 55 Prozent der Gesamtliste.

Welche Rolle spielt die Reserva im Amazonasgebiet?

Das Schutzgebiet bewahrt Nistplätze der größten Süßwasserschildkröte Südamerikas, geschlossenen Terra-firme-Wald, Igapó-Seen und seltene Sandcampinas. Es gehört zu den Gebieten Amazoniens, in denen Riesenotter, Manati und Riesengürteltier überleben. Die Wälder halten den Boden und das Wasser des Einzugsgebiets. Weitere Waldgebiete im Norden beschreiben die Seiten zum Nationalpark Pico da Neblina und zum Nationalpark Nascentes do Lago Jari.

Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Rio Trombetas

Wann wurde die Reserva gegründet?

Am 21. September 1979 per Präsidialdekret.

Wo liegt sie?

In der Gemeinde Oriximiná im Bundesstaat Pará, am Mittellauf des Rio Trombetas.

Warum wurde das Gebiet geschützt?

Wegen der Nistplätze der Arrau-Schildkröte, des größten bekannten Brutgebiets der Art in Brasilien.

Wie lang ist der Rio Trombetas?

Etwa 750 Kilometer, davon rund 230 Kilometer schiffbar.

Was ist ein Igapó?

Ein Wald, der etwa sechs Monate im Jahr überflutet ist.

Wie viele Fischarten sind aus der Region berichtet?

342 Arten.

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