Die Reserva Biológica Saltinho liegt in der Zuckerrohrzone von Pernambuco, rund 100 Kilometer südlich von Recife. Das Dekret Nr. 88.744 vom 21. September 1983 machte aus einem alten Zuckermühlen-Gut ein Schutzgebiet. Im Tieflandregenwald stehen über 325 Baumarten, es leben 128 Vogelarten, 50 Säugetierarten und der seltene Pintor-verdadeiro.
Zwischen Recife und der Küste bei Tamandaré bedecken Zuckerrohrfelder fast jeden Hügel. Mitten darin liegt ein Stück Atlantischer Regenwald, das auf einen ungewöhnlichen Ursprung zurückgeht: Es war Mühlengut, Wasserlieferant für ein Lazarett, Forstversuchsstation und wurde zuletzt Reserva Biológica. Die Seite erzählt diese Geschichte und beschreibt Relief, Klima, Gestein, den Bach, nach dem das Gebiet heißt, den Wald und seine Tiere.
Weitere Schutzgebiete der Mata Atlântica beschreiben die Seiten zur Reserva Biológica de Una in Bahia, zur Reserva Biológica do Tinguá bei Rio und zur Reserva Biológica Poço das Antas.
| Gründung | Dekret Nr. 88.744 vom 21. September 1983 |
| Kategorie | Reserva Biológica, strenger Schutz (Proteção Integral) |
| Lage | Gemeinden Tamandaré und Rio Formoso, Bundesstaat Pernambuco |
| Entfernungen | Recife 100 Kilometer, Tamandaré 10 Kilometer, Rio Formoso 10 Kilometer, Barreiros 14 Kilometer |
| Höhe | 5 bis 154 Meter |
| Wald | Tieflandregenwald der Mata Atlântica (Floresta Ombrófila Densa de Terras Baixas) |
| Klima | Feuchtes Tropenklima, um 25 Grad im Jahresmittel, 1.500 bis 2.000 Millimeter Regen |
| Bach | Córrego Saltinho, Zufluss des Rio Mamucabas |
- Wie wurde aus einer Zuckermühle ein Schutzgebiet?
- Woher stammt der Name Saltinho?
- Wo liegt die Reserva und wie ist das Relief?
- Welches Klima herrscht in Saltinho?
- Welches Gestein und welche Böden prägen das Gebiet?
- Wie fließt der Córrego Saltinho?
- Welcher Wald wächst in der Reserva?
- Welche Vögel leben in Saltinho?
- Welche Säugetiere, Amphibien und Reptilien gibt es?
- Welche Bedeutung hat die Reserva für die Region?
Wie wurde aus einer Zuckermühle ein Schutzgebiet?
Die Geschichte beginnt im Jahr 1905. Damals kaufte die Union über das Justizministerium den Engenho Saltinho, eine Zuckermühle, die von der Witwe Rita Bemvinda da Silva Guimarães geerbt worden war. Zum Besitz gehörten ein zweistöckiges Herrenhaus, das Mühlenhaus, ein Raum zum Reinigen des Zuckers, ein Stall, vier Wohnhäuser sowie Maschinen und Geräte für die Zuckerrohrverarbeitung. Gekauft wurde das Gut, um die Wasserversorgung des Lazaretts von Tamandaré zu sichern.
Am 15. Dezember 1943 ging das Gebiet mit dem Decreto-Lei Nr. 6.105 als Eigentum der Union ausdrücklich an den Staat über und erhielt den Namen Saltinho. Der benachbarte Horto Florestal de Ubajara wurde angegliedert, und der Besitz hieß fortan Horto Florestal Saltinho. Am 29. Dezember 1967 machte das Dekret Nr. 62.007 daraus die Estação Florestal Experimental. Die Begründung lautete, dass die Fläche gute Bedingungen für Forschung biete, die dort bereits seit 1959 lief. In dieser Zeit trug das Gelände rund 300 Hektar Wald, der damals etwa 40 Jahre alt war, dazu etwa 100 Hektar Naturvegetation in Erholung und zehn Hektar Aufforstung.
Am 21. September 1983 verwandelte das Dekret Nr. 88.744 die Versuchsstation in die Reserva Biológica Saltinho, damals unter dem Forstinstitut IBDF. Die Begründung der Behörde: Die Fläche gehört zu den letzten Fragmenten der Atlantischen Wälder Pernambucos und liegt in einer Region mit extrem hohem Siedlungsdruck. Seither sind in der Reserva jede Nutzung, Verfolgung, Jagd, Sammeltätigkeit und das Einbringen wilder oder zahmer Tiere und Pflanzen verboten, ebenso die Ausbeutung der Naturressourcen und jede Tätigkeit, die die Umwelt verändert. Ausgenommen ist rein wissenschaftliche Arbeit mit Genehmigung. Die Verwaltung ging später vom IBDF auf die Umweltbehörde IBAMA über, und seit der Gründung des ICMBio im Jahr 2007 betreut dieses Institut die Reserva. Der Managementplan wurde im November 2003 mit der Portaria Nr. 75 des IBAMA genehmigt.
Woher stammt der Name Saltinho?
Saltinho heißt ein kleiner Bach, der das Gebiet durchquert. Der Name ist lokalen Ursprungs und gehörte zuerst zur Zuckermühle, deren Land der Staat 1905 erwarb. Als das Eigentum wechselte, blieb der Name bestehen, und er steht für das Schutzgebiet. Das Wort bedeutet im Portugiesischen „kleiner Sprung“.
Wo liegt die Reserva und wie ist das Relief?
Die Reserva liegt an der Straße PE-060 bei Kilometer 60, an der Kreuzung mit der PE-076, im Süden der Küstenzone von Pernambuco. Den weitaus größten Teil des Gebiets nimmt die Gemeinde Tamandaré ein, ein kleinerer Teil gehört zu Rio Formoso. Ringsum liegen Zuckerrohrgüter, die Engenhos Paquevira im Norden, Ouro Preto, Tabor, União, Boa Esperança und Santa Cruz im Süden, São Manoel und die Fazenda da Cachoeira im Osten sowie Laranjeiras und Barro Branco im Westen. Das Schutzgebiet liegt zudem innerhalb der Umweltschutzzone APA de Guadalupe, die Wälder, Tafelländer, Restingas, Mangroven, Flussmündungen und das Meer zusammenfasst.
Das Relief ist unregelmäßig: flach bis sanft gewellt, mit Höhen zwischen 5 und 154 Metern. Es gibt Hügel mit gerundeten und mit ebenen Kuppen, Kämme und Kuppen im Nordwesten der Pufferzone und Küstenebenen, die das Gebiet fast rundum umgeben. Am Córrego Saltinho wird die Landschaft flacher. Die Täler sind eng eingeschnitten, ihre Hänge steigen mit mehr als 30 Prozent Gefälle an. An den Hängen treten Granitblöcke zutage, ein Anblick, der entlang der Straße PE-060 zwischen Sirinhaém und der Reserva besonders auffällt.

Welches Klima herrscht in Saltinho?
Der Osten Pernambucos hat feuchtes Tropenklima mit Regen im Herbst und Winter der Südhalbkugel. Die Jahresmitteltemperatur liegt um 25 Grad, im regionalen Rahmen zwischen 22 und 26 Grad. Am wärmsten sind die Monate November bis Februar, am kühlsten Juli und August. Der Niederschlag liegt zwischen 1.500 und 2.000 Millimetern im Jahr und fällt vor allem von Mai bis August. Nahe der Küste regnet es mehr als im Landesinneren, und in Gebieten mit stärkerem Relief steigt die Menge wieder an. Die Sonneneinstrahlung ist in dieser niedrigen Breite um 8 Grad Süd das ganze Jahr hoch; sie bestimmt die hohen Temperaturen maßgeblich. Allgemeine Hinweise zu den Jahreszeiten im Nordosten gibt die Seite zum Klima in Brasilien.
Welches Gestein und welche Böden prägen das Gebiet?
Der Untergrund besteht aus Granitoiden der Suíte Pedra-Mata Grande. Sie entstanden in mehreren tektonischen und metamorphen Ereignissen der brasilianischen Gebirgsbildung. Etwa 95 Prozent dieser Gesteine sind syntektonisch, rund 5 Prozent spättektonisch. Die Palette reicht von Granodioriten und Tonaliten über Glimmer- und Amphibolgranite bis zu Syeniten, Dioriten und porphyrischen Graniten. Gneise und Migmatite treten als eingeschlossene Reste auf. Die Gesteinskörper bilden Ellipsoide und halbkreisförmige Strukturen entlang der regionalen Richtung Nordost-Südwest.
Im Gebiet zeigt sich der Fels vor allem an den Wasserläufen. Im Córrego Saltinho liegen Granitplatten, die als Lajeados bezeichnet werden. Im Bereich der Staudämme wechseln porphyrische Granodiorite mit dioritischen Einschlüssen und Biotitgranit mit schwankenden Anteilen an Hornblende. Unterhalb des Gebiets stürzt das Wasser des Baches etwa zehn Meter tief über eine Stufe, die Bulha D’água heißt; dort durchziehen Granitgänge quarz-feldspathaltigen Gneis. In den Überschwemmungsebenen lagert feiner Sand mit Ton, im Bachbett grober Sand und Geröll.
Als Boden herrscht der Latossolo Vermelho-Amarelo vor, ein tiefgründiger, gut durchlässiger, lehmiger Boden mit körniger Struktur, brauner bis gelbbrauner Farbe, hoher Säure und hoher Aluminiumsättigung. Daneben kommen Latossolo Amarelo, Argissolo und der staunasse Gleissolo vor. Auf den Latossolen wächst im Umland das Zuckerrohr, da sie sich leicht bearbeiten lassen und kaum erodieren.
Wie fließt der Córrego Saltinho?
Der Córrego Saltinho entspringt außerhalb der Reserva und durchquert sie vollständig. Er mündet in den Rio Mamucabas, der etwa 15 Kilometer nordwestlich der Bucht von Tamandaré aus dem Saltinho und weiteren Zuflüssen entsteht und bei Tamandaré in den Atlantik fließt. Zwei Stauanlagen am Bach mit 19.000 und 256.000 Kubikmetern Fassungsvermögen versorgen die Stadt Tamandaré mit Wasser. Sie führen die Aufgabe fort, für die der Staat das Gut 1905 gekauft hatte. Die Ufer von Stausee und Becken sichern Aufforstungen mit überwiegend einheimischen Arten.

Welcher Wald wächst in der Reserva?
Der Wald gehört zur Floresta Ombrófila Densa de Terras Baixas, dem immergrünen Tieflandregenwald, der von Amazonien bis Rio de Janeiro auf den Küstentafeln der Gruppe Barreiras unterhalb von etwa 154 Metern wächst. Er ist hier Sekundärwald in fortgeschrittener Erholung. Das geschlossene Kronendach liegt bei 20 bis 25 Metern, einzelne überragende Bäume werden über 40 Meter hoch, und Epiphyten sind an vielen Stellen zu sehen. Palmen sind in diesem Waldtyp nur selten. Die Strauchschicht erreicht im Mittel 1,5 Meter, der Unterwuchs rund 8 Meter; Schwielenkopfgewächse, Rötegewächse und Myrtengewächse stellen dort viele Arten.
Insgesamt wurden 325 Baumarten aus 205 Gattungen und 80 Familien registriert. Die Myrtengewächse führen mit 33 Arten, darunter 17 Eukalyptusarten aus den früheren Versuchspflanzungen, gefolgt von Mimosengewächsen mit 21, Schwielenkopfgewächsen mit 16 und Hülsenfrüchtlern mit 13 Arten. Zu den prägenden Bäumen zählen Tapirira guianensis, Virola gardneri, Parkia pendula, Manilkara salzmannii und Sclerolobium densiflorum. Orchideen und Bromelien sind selten; sie kommen vor allem in den wenigen gut erhaltenen Waldstücken vor.
Die Forstversuche aus der Zeit der Experimentalstation sind noch an der Vegetation abzulesen. Mehr als 45 Pflanzversuche testeten fremde Arten wie Eukalyptus und Kiefer sowie einheimische wie Clarisia racemosa, Caraipa densifolia, Apeiba albiflora und Pterocarpus violaceus. Sie sollten zeigen, wie sich Arten unter den atlantischen Bedingungen des Nordostens entwickeln. Die Forscher beobachteten Blüte und Fruchtzeit, markierten Mutterbäume, lagerten Saatgut und zogen Setzlinge. Der Pau-Brasil (Caesalpinia echinata) und der Camaçari (Caraipa densifolia) wachsen streng nur dort, wo sie gepflanzt wurden. Vom ehemaligen Siedlungsland stammen Mango und Jackfrucht, die sich in Waldstücken vermehren.
Welche Vögel leben in Saltinho?
Bei den Erhebungen wurden 128 Vogelarten aus 30 Familien festgestellt. Bei den Sperlingsvögeln sind die Tyrannen mit 19 Arten und die Tangaren-Verwandten mit 12 Arten am stärksten vertreten, bei den übrigen Vögeln die Kolibris mit acht sowie Tauben und Papageien mit je fünf Arten. 81,3 Prozent der Arten leben in Wäldern, 57 Prozent sogar ausschließlich dort, und nur 13,3 Prozent bevorzugen offenes Gelände. Am häufigsten waren Leptotila rufaxilla, Cyclarhys gujanensis und der Zuckervogel Coereba flaveola.
Fünf Arten sind Endemiten der Mata Atlântica: der Kolibri Thalurania watertonii, der nur in Pernambuco, Alagoas und Sergipe vorkommt, die Tangaren Ramphocelus bresilius und Tangara cyanocephala, die Organistenart Euphonia pectoralis und der Pintor-verdadeiro (Tangara fastuosa). Der Pintor-verdadeiro lebt nur an der Küste von Paraíba, Pernambuco und Alagoas. Seine auffällige Färbung machte ihn bei Vogelfängern begehrt; er war schon in den 1970er-Jahren im heimlichen Handel häufig. Die Verfolgung und das kleine Verbreitungsgebiet haben die Bestände zersplittert. Als besonders wertvolle Waldstücke für Vögel haben sich die Mata Alta mit 16 nur dort gefundenen Arten und die Umgebung des Bachs erwiesen.

Welche Säugetiere, Amphibien und Reptilien gibt es?
Für die Reserva und ihr Umfeld sind 50 Säugetierarten nachgewiesen. Die Fledertiere stellen mit 20 Arten die größte Gruppe, es folgen zehn Raubtiere und sieben Nagetiere. Als halb im Wasser lebende Art kommt der Fischotter Lontra longicaudis vor. Der Weißbüschelaffe (Callithrix jacchus) ist häufig; seine Gruppen zählen im Mittel zehn Tiere und leben in allen Lebensräumen der Reserva. Die häufigste Art insgesamt ist die Fledermaus Carollia perspicillata mit 70 Fängen. Vier der nachgewiesenen Arten sind mittelgroße Raubtiere. Das Zwergameisenbär-Vorkommen (Cyclopes didactylus) gehört zu der kleinen Population der nordöstlichen Mata Atlântica. Unter den kleinen Nichtfliegern fingen die Forscher vier Arten, darunter die Beutelratte Marmosa murina und die Wasserratte Nectomys squamipes.
Die Lurche und Kriechtiere umfassen 33 Arten. Es sind meist verbreitete Arten der Atlantischen Küste, einige reichen bis nach Amazonien. Bekannt sind die Boa constrictor und die Baumschlange Dendrophidium dendrophis, ferner der Frosch Leptodactylus labyrinthicus, der als Nahrung geschätzt wird, und die Eidechse Ameiva ameiva an Waldrändern und Lichtungen.
Welche Bedeutung hat die Reserva für die Region?
Die Reserva ist ein kleiner Wald in einer Landschaft, die vom Zuckerrohr geprägt wird. Sie schützt ein Wassereinzugsgebiet, das die Stadt Tamandaré mit Trinkwasser versorgt, und bewahrt Arten, die in den umliegenden Feldern keinen Lebensraum finden. Die Strände der Küste, zu denen die Seiten zu Porto de Galinhas und Maragogi gehören, liegen nur wenige Kilometer östlich. Die Hauptstadt des Bundesstaates beschreibt die Seite zu Recife.
Häufige Fragen zur Reserva Biológica Saltinho
Wann wurde die Reserva Biológica Saltinho gegründet?
Mit dem Dekret Nr. 88.744 vom 21. September 1983. Zuvor war das Gebiet seit 1967 eine Forstversuchsstation.
Wo liegt sie?
In den Gemeinden Tamandaré und Rio Formoso in Pernambuco, an der Straße PE-060 bei Kilometer 60, rund 100 Kilometer von Recife.
Was bedeutet der Name Saltinho?
Er stammt von einem Bach, der die Reserva durchquert und zuerst eine Zuckermühle benannte.
Welcher Wald wächst dort?
Tieflandregenwald der Mata Atlântica mit Baumhöhen von 20 bis 25 Metern und einzelnen überragenden Bäumen über 40 Meter.
Welche Vogelart ist besonders selten?
Der Pintor-verdadeiro (Tangara fastuosa), der nur an der Küste von Paraíba, Pernambuco und Alagoas lebt.
Wie viele Säugetierarten sind bekannt?
50 Arten, darunter 20 Fledertiere, zehn Raubtiere und der Fischotter.
Passend dazu: Reserva Biológica Guaribas, Estação Ecológica de Murici.
Pernambuco entdecken? Flüge, Hotels und Reisen nach Brasilien – jetzt passende Angebote vergleichen.