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Reserva Biológica do Tapirapé – Regenwald in Pará

Die Reserva Biológica do Tapirapé liegt im Südosten von Pará, nordwestlich der Floresta Nacional de Carajás, am Rio Tapirapé. Das Dekret Nr. 97.719 vom 5. Mai 1989 schuf sie als einzige Schutzzone mit strengem Schutz im Mosaik von Carajás. Offene und dichte Regenwälder, Paranussbäume und langsame Flüsse prägen das Gebiet.

Im Südosten Amazoniens, wo die Regenwälder des Xingu-Tocantins-Gebiets an den Cerrado grenzen, liegt ein Wald, den der Rio Tapirapé im Norden begrenzt. Die Reserva Biológica do Tapirapé schützt einen Streifen Regenwald, in dem Paranussbäume 50 Meter hoch werden und Bäche an den Hängen der Serra da Redenção entspringen. Die Seite beschreibt Gründung, Namen, Klima, Gesteine, Relief, Gewässer, Wälder, Pflanzenvielfalt und Tierwelt.

Weitere Schutzgebiete der Region und Amazoniens beschreiben die Seiten zur Floresta Nacional de Carajás, zur Reserva Biológica do Gurupi zum Nationalpark Araguaia und zum Amazonas.

GründungDekret Nr. 97.719 vom 5. Mai 1989
KategorieReserva Biológica, strenger Schutz
LageSüdosten von Pará, Gemeinde Marabá, nordwestlich von Carajás
FlüsseRio Tapirapé im Norden, Rio Itacaiunas im Osten
GebirgeSerra da Redenção und Serra do Cinzento im Süden
KlimaÄquatorial mit zwei trockenen Monaten, Jahresmittel rund 26 °C
WaldOffener Regenwald mit Palmen, Bambus und Lianen, dichter Regenwald, Auwald
BesonderheitParanuss-Bestände und Quellgebiete der Flüsse Tapirapé und Itacaiunas
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Wie entstand die Reserva Biológica do Tapirapé?

Das Dekret Nr. 97.719 von 1989 schuf die Reserva auf Land der Gemeinden Marabá und São Félix do Xingu. Zur selben Zeit entstanden die Floresta Nacional do Tapirapé-Aquiri und die Umweltschutzzone Igarapé Gelado. Zusammen mit der Floresta Nacional de Carajás bilden diese Gebiete das Mosaik von Carajás. Hintergrund war die damals staatliche Companhia Vale do Rio Doce, die rund um ihre Eisenerzvorkommen Schutz gegen Landbesetzer und illegale Goldsucher wünschte. Die Umweltbehörde IBAMA fand bei mehreren Besuchen große, gut erhaltene Wälder mit wertvollen Paranussbeständen vor.

Man wählte bewusst verschiedene Kategorien, damit die Flächen unterschiedlich genutzt werden können. Für eine der Flächen wählte man die Kategorie der Reserva Biológica: Sie sollte der strenge Schutzraum des Mosaiks sein, ohne unmittelbaren menschlichen Einfluss, eine unversehrte Probe der amazonischen Wälder. Vor der Gründung gehörte das Land, vor allem im Norden, Viehzüchtern und Siedlern, die Rinder hielten und Landwirtschaft für den Eigenbedarf betrieben. Mit der Gründung wurde alles zugunsten des Bundes enteignet und die Bewohner entschädigt.

Das Mosaik von Carajás umfasst fünf Bundesgebiete und grenzt an das Indigenengebiet Xikrin do Cateté. Die Reserva ist darin die einzige Einheit mit strengem Schutz. Sie sichert die Quellen und Wasserläufe, die dem Tapirapé und dem Itacaiunas zufließen und damit dem Becken des Araguaia-Tocantins. Bis Ende der 1970er-Jahre war auch das Umland im Norden fast geschlossen bewaldet; dann erreichte die Holzfront die Gegend.

Den Namen trägt die Reserva nach dem Rio Tapirapé. Tapi’i’rapé bedeutet in der Tupi-Sprache Fährte oder Weg des Tapirs. Der Caminho da Anta, der Pfad des Tapirs, ist in der Mythologie vieler Völker eine Erzählung vom Ursprung der Sterne und der Milchstraße, auch bei Nicht-Tupi-Völkern wie den Tikuna.

Wie ist das Klima der Reserva?

Das Gebiet liegt in niedrigen Breiten und im Mittel unter 250 Metern Höhe. Äquatoriale Luftmassen und die Innertropische Konvergenzzone steuern das Klima. In Marabá fällt im Juni bis September weniger Regen, im Juli und August im Mittel nur 21 und 22 Millimeter. In den nassesten Monaten sind es mehr als 350 Millimeter. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei rund 26 °C und schwankt kaum, im Februar sinkt sie ein wenig. Das ergibt ein äquatoriales Klima mit zwei trockenen Monaten.

Welche Gesteine und Landschaftsformen gibt es?

Die Gesteine gehören überwiegend zum Archaikum. Im Itacaiunas-Scherungsgürtel liegen die Gruppen Grão-Pará (mit der Formation Parauapebas), Salobo und Tapirapé, dazu der Komplex Xingu, der Granit Plaquê und die Suite Bacajaí, deren Enderbit-Cajazeiras-Gneise nur im äußersten Nordwesten der Reserva zutage treten. Jünger sind Lateritkrusten aus dem Tertiär und Flussablagerungen des Quartärs.

Das Relief ist vielfältig und zeigt die lange Landschaftsgeschichte des Känozoikums. Flache, alte Abtragungsflächen wechseln mit Hügeln mit ebenen oder gewölbten Kuppen, einzelnen Restbergen und den Auen der Flüsse Itacaiunas und Tapirapé. Im Süden erheben sich die Serra da Redenção und die Serra do Cinzento, ein Bündel von ausgerichteten Höhenzügen und Steilstufen mit weiten Durchbruchstälern. Dazwischen liegt die Senke des Salobo.

Bewaldeter Höhenzug mit Morgennebel über dem Tiefland im Südosten von Pará

Wie fließt das Wasser durch die Reserva?

Das Gewässernetz gliedert sich in vier Sektoren. Der erste umfasst die Zuflüsse des Rio Tapirapé, die alle im Inneren der Reserva liegen. Der Tapirapé entspringt im äußersten Westen, folgt der gesamten Nordgrenze und mündet in den Itacaiunas. Alle Bäche, die von rechts in den Tapirapé fließen, entspringen in der Serra da Redenção, auf etwa 600 Metern Höhe. Deshalb hängt die Wasserführung der Reserva an der Unversehrtheit dieser Berge.

Diese Bäche folgen einem verästelten Muster nach Nordosten und fließen langsam, ohne größere Stromschnellen. Sie transportieren Ton und Schluff, kaum Sand. In der Regenzeit, regional Inverno genannt, steigen die Pegel, die Auen füllen sich und nur die Flussrinne bleibt mit dem Boot befahrbar. Der zweite Sektor sind die Bäche der Südseite, die aus der Serra da Redenção und der Serra do Cinzento direkt in den Itacaiunas fließen. Der Itacaiunas ist der wichtigste Fluss der Region, durchquert den Osten der Reserva und bildet dort ihre Grenze; in der Trockenzeit sieht man an seinen Ufern ein Gewirr überfluteter, dünner Stämme. Der dritte Sektor sind kleine Becken im äußersten Südwesten, die direkt zum Rio Xingu entwässern, der vierte die Zuflüsse des Rio Cinzento.

Welche Wälder wachsen in der Reserva?

Die Vegetation ist ein Mosaik. Es überwiegt der offene Regenwald, durchsetzt mit Flecken dichten Regenwalds und Auwald, der auch Açaí-Haine einschließt. Insgesamt unterscheidet man sieben Waldtypen: dichter Wald mit gleichmäßigem Kronendach, dichter Wald mit überragenden Bäumen, Auwald mit überragenden Bäumen, offener Wald mit Palmen, offener Wald mit Bambus, offener Wald mit Lianen und Sekundärvegetation auf früheren Weiden. Im Süden, auf dem Gebiet der Floresta Nacional do Tapirapé-Aquiri, wachsen auf Eisenkruste (Canga) kleine Flecken Savannenvegetation mit Pflanzen, die Schwermetallböden vertragen.

Im dichten Wald erreichen Paranussbäume (Bertholletia excelsa) 50 Meter. Die Sumaúma (Ceiba pentandra) trägt riesige Brettwurzeln, ihr Stamm misst oberhalb davon 0,80 bis 1,60 Meter. Weitere Riesen sind Timborana (Newtonia suaveolens) mit 50 Metern, Cedrorana, Muiracatiara, Matamatá, Piquiá, Uxi und Marupá. Die Palmen sind vielfältig: Babaçu, Tucumã, Tucumã-açu, Bacaba, Inajá, Paxiúba, Açaí und Ubim. Der Pau-preto (Cenostigma tocantinum) ist der am weitesten verbreitete Baum, im Unterholz die Rinorea riana mit dem Namen Gema-de-ovo und unter den Lianen die Escada-de-jaboti (Bauhinia guianensis).

Hoher Paranussbaum mit Brettwurzeln im dichten Regenwald des Südostens von Pará

Wie artenreich ist die Pflanzenwelt?

Eine Erhebung auf sieben Transekten und 21 Punkten fand 381 Pflanzenarten aus 89 Familien. Am artenreichsten sind die Hülsenfrüchtler mit 43 Arten, die Aronstabgewächse mit 30, die Palmen mit 19, die Trompetenbaumgewächse mit 13 und Myrtengewächse und Orchideen mit je 12. Die 15 größten Familien stellen zusammen 55 Prozent der Arten.

Sieben Arten der Reserva stehen auf der Liste bedrohter Arten: die Paranuss (Bertholletia excelsa), die Kletterwurzel Cipó-titica (Heteropsis flexuosa), Angelim-pedra, Cedro (Cedrela odorata), Mahagoni (Swietenia macrophylla), Geniparana und Virola. Manche Punkte bergen einen Bestand von Paranussbäumen von hohem genetischem Wert. Cedro und Mahagoni sind dort durch frühere selektive Holzentnahme sehr selten. Drei Aronstabgewächse, zwei Monstera und ein Xanthosoma, konnten bisher keiner bekannten Art zugeordnet werden und werden weiter untersucht.

Auf früheren Siedlungsflächen wachsen eingeführte Pflanzen wie Mango, Jackfrucht, Kokospalme, Banane und Zitrusfrüchte. Auf einer ehemaligen Weide hat sich ein dichter Babaçu-Bestand ausgebreitet, der Babaçual, in dem sich nach und nach der heimische Wald zurückentwickelt.

Welche Tiere leben in der Reserva?

Bei den Fischen wurden rund 3.000 Tiere gefangen und 160 Arten aus 41 Familien bestimmt. Etwa 90 Prozent gehören zu den Ostariophysi: Piranhas, Lambaris und Traíras, Welse, Cascudos und Messerfische; dazu kommen Tucunarés (Buntbarsche), ein Rochen, ein Aruanã, ein Hechtling und ein Kärpfling. Bei Amphibien und Reptilien sind 54 Froscharten und 108 Reptilienarten bekannt: 64 Schlangen, 32 Echsen, Schildkröten aus fünf Familien und zwei Kaimanarten.

Bei den Vögeln wurden in zwei Kampagnen 334 Arten festgestellt, mehr als die Hälfte der 575 Arten der Region Carajás. Am häufigsten sind Tyrannen (43 Arten), Ameisenvögel (32), Baumsteiger (18), Papageien (15) und Spechte (14). Im Unterholz leben Insektenfresser, die in gemischten Gruppen unterwegs sind oder Wanderameisen folgen; in den Kronen farbige Tangaren, der Baumfalke Falco rufigularis und der Haubenadler Spizaetus tyrannus. An den Flussufern leben Reiher, der Hornwehrvogel Anhuma und der Hoatzin.

Unter den Kleinsäugern sind Beutelratten, Stachelratten der Gattung Proechimys und viele Fledermäuse typisch für die Wälder Südamazoniens. Der Jupará (Potos flavus) gehört zu den Arten, die in der Region Carajás vorkommen, ebenso die Primaten Bugio-preto (Alouatta belzebul) und Zogue-zogue (Callicebus moloch). Das Verbreitungsgebiet Xingu ist durch große Flüsse begrenzt, die für viele Tiere unüberwindbare Grenzen bilden.

Die Reserva liegt im Verbreitungsgebiet Xingu und im Kontaktbereich von Amazonien und Cerrado, was eine hohe Vielfalt an Säugetieren ermöglicht. Endemisch im Zwischenstromland von Xingu und Tocantins sind der Bartsaki Chiropotes utahicki (Cuxiú-de-Uta-Hick) und der Sagui-preto (Saguinus niger). Jaguar und Puma sind die großen Räuber, Tapir, Weißbartpekari und Halsbandpekari die großen Pflanzenfresser. Auf der Liste der bedrohten Arten der Reserva steht der Bartsaki.

Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Tapirapé

Wann wurde die Reserva Biológica do Tapirapé gegründet?

Mit dem Dekret Nr. 97.719 vom 5. Mai 1989.

Wo liegt sie?

Im Südosten von Pará in der Gemeinde Marabá, nordwestlich der Floresta Nacional de Carajás.

Woher kommt der Name?

Vom Rio Tapirapé; das Tupi-Wort Tapi’i’rapé bedeutet Weg oder Fährte des Tapirs.

Was unterscheidet sie von den Nachbargebieten?

Sie ist die einzige Einheit mit strengem Schutz im Mosaik von Carajás.

Welcher Baum erreicht 50 Meter?

Die Paranuss, Bertholletia excelsa, außerdem die Timborana (Newtonia suaveolens).

Wie viele Fischarten leben dort?

160 Arten aus 41 Familien wurden bestimmt, rund 90 Prozent davon gehören zu den Ostariophysi.

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