Die Reserva Biológica do Uatumã schützt am linken Ufer des Balbina-Stausees im brasilianischen Bundesstaat Amazonas rund 563.000 Hektar Regenwald. Das Dekret stammt vom 6. Juni 1990. Im Wald leben Jaguar, Riesenotter und Harpyie, und die Schutzzone umfasst auch die Wälder der etwa 3.300 Inseln im Stausee, die beim Aufstau des Rio Uatumã entstanden.
Nördlich von Manaus fließt der Rio Uatumã durch ein flaches, dicht bewaldetes Land und mündet auf der linken Seite in den Amazonas. Sein Einzugsgebiet liegt vollständig im Bundesstaat Amazonas. An seinem Oberlauf wurde in den Achtzigerjahren das Wasserkraftwerk Balbina gebaut, und im Zusammenhang damit entstand die Reserva Biológica do Uatumã. Sie ist eines der größeren Schutzgebiete dieser Art in Amazonien. Die Seite erklärt Entstehung, Lage, Gestein, Wasser, Wald und Tierwelt.
Zum Vergleich mit anderen Regenwaldgebieten im Norden bieten sich die Seiten zur Region Amazonas, zum Nationalpark Amazônia und zum Nationalpark Montanhas do Tumucumaque an.
| Gründung | Dekret Nr. 99.277 vom 6. Juni 1990 |
| Fläche | Rund 563.000 Hektar, Umfang 429 Kilometer |
| Gemeinden | Presidente Figueiredo (56 Prozent), São Sebastião do Uatumã (36,5 Prozent), Urucará (7,5 Prozent) |
| Lage | Linkes Ufer des Balbina-Stausees, Bundesstaat Amazonas |
| Lebensraum | Dichter tropischer Regenwald, dazu Stausee und Inseln |
| Klima | Tropisch heiß und feucht (Köppen Amw), Regen vor allem im Sommer |
| Tierwelt | Mehr als 400 Vogelarten, über 70 Säugetierarten, rund 160 Lurch- und Kriechtierarten |
- Warum entstand die Reserva Biológica do Uatumã?
- Woher stammt der Name Uatumã?
- Welches Gestein liegt unter dem Wald?
- Wie wirkt der Balbina-Stausee auf die Landschaft?
- Welcher Wald wächst im Schutzgebiet?
- Welche Säugetiere leben im Wald?
- Welche Vögel und Reptilien gibt es?
- Welche Fische leben in den Gewässern?
- Welche Bedeutung hat die Reserva?
Warum entstand die Reserva Biológica do Uatumã?
Die Gründung hängt mit dem Staudamm zusammen. 1986 baten die Betreiber des geplanten Kraftwerks Balbina Wissenschaftler um Vorschläge, wie die Folgen für Tiere und Ökosysteme gemildert werden können. Es entstand die Empfehlung, im ganzen Einzugsgebiet des Stausees Schutzgebiete einzurichten. Ein Jahr später legte eine Studie vier Ziele fest: das Wasser zu schützen, das den See speist, Erosion und Verlandung zu verhindern, typische Ökosysteme samt ihren Tieren und Pflanzen zu erhalten und Bildung und Naturvermittlung zu ermöglichen.
Der ursprüngliche Vorschlag sah ein Schutzgebiet auf dem linken Ufer vor, wo die Ökosysteme in ausgezeichnetem Zustand waren, und eine Umweltschutzzone am rechten Ufer, wo der Mensch schon Spuren hinterlassen hatte. Die Reserva war zunächst mit 270.000 Hektar entlang der Wasserscheide des Stausees geplant. Weil das Land frei von Besitzansprüchen war und der Wald weiter nach Osten reichte, kam die Erweiterung bis zum Einzugsgebiet des Rio Jatapu in Betracht. Im Januar 1990 benannte ein Workshop in Manaus mit über 100 Wissenschaftlern das Uatumã-Becken als Gebiet höchster Priorität für den Naturschutz in Amazonien. Wenige Monate später folgte das Dekret.
Zur Reserva gehört auch die Vegetation der Inseln, die beim Aufstau entstanden sind. Sie steht dauerhaft unter Schutz und ergänzt die Fläche des Schutzgebiets.
Woher stammt der Name Uatumã?
Das Schutzgebiet trägt den Namen des Rio Uatumã, in dessen Einzugsgebiet es liegt. Das Wort Uatumã stammt aus einer indigenen Sprache; seine Bedeutung ist nicht geklärt.
Welches Gestein liegt unter dem Wald?
Der Untergrund ist sehr alt. Der größte Teil des Einzugsgebiets besteht aus Gesteinen des Präkambriums, die zwischen dem Archaikum und dem späten Proterozoikum entstanden sind. Die wichtigste Einheit ist die Uatumã-Subgruppe: saure Vulkangesteine der Iricoumé-Gruppe und Granite der Mapuera-Intrusion, die rund 1,8 Milliarden Jahre alt sind. Darüber liegen die Sedimentgesteine der Urupi-Formation, und in sie dringen Diabasgänge ein. Weniger bedeutend sind paläozoische Sedimente, tertiäre Lateritdecken und junge Ablagerungen in den Talböden.
Das Relief ist niedrig, überall unter 200 Metern Höhe. Es handelt sich um die Nordrand-Senke von Pará, eine flache Landschaft am Nordrand des Amazonasbeckens, in der Hügel und tafelförmige Flächen von dichten Bachnetzen zerschnitten werden.

Wie wirkt der Balbina-Stausee auf die Landschaft?
Der Rio Uatumã gehört zum Einzugsgebiet des Amazonas und entwässert eine Fläche von 70.600 Quadratkilometern, ausschließlich im Bundesstaat Amazonas. Seine wichtigsten Quellbäche sind der Igarapé Santo Antônio do Abonari und der Igarapé Taquari, die großen Nebenflüsse heißen Pitinga und Jatapu. Der Fluss windet sich durch eine einförmige Waldlandschaft mit geringem Gefälle; nur im mittleren Abschnitt zwischen Balbina und der Stromschnelle Cachoeira Morena fällt er stärker. Der Rückstau des Amazonas ist in der Flut bis zur Cachoeira Morena zu spüren, 280 Kilometer von der Mündung entfernt. Wie bei allen Amazonas-Flüssen steigt das Wasser von April bis Juni und sinkt von August bis Dezember.
Das Reservoir flutete wegen der welligen Geländeform eine große Fläche von etwa 2.360 Quadratkilometern. Aus den Hügeln wurden etwa 3.300 Inseln, von mehr als 1.000 Hektar großen bis zu Eilanden unter einem Hektar. Manche sind steil und ragen bis zu 90 Meter über den Wasserspiegel, andere sind flach und liegen ein bis zwei Meter darüber. Im Gebiet der Reserva selbst entspringen zahlreiche kleine Bäche, darunter die Igarapés Esperança, Sumaúma, Tucumari und Jauari im Osten sowie die Flüsse Pitinga und Pitinguinha im Norden.
Welcher Wald wächst im Schutzgebiet?
Fast die ganze Fläche trägt dichten tropischen Regenwald. Auf den Hügeln aus präkambrischem Gestein wächst der Submontane Dichtwald, der etwas niedriger ist als der Tieflandwald und sich in eine Schicht überragender und eine Schicht gleichmäßiger Bäume gliedert. Der Unterwuchs ist licht und hat wenige Lianen und Palmen. Auf den Terrassen und Plateaus des Tieflands steht höherer Wald mit mehr Biomasse, aber wenig Aufsitzerpflanzen.
Die Bestände unterscheiden sich je nach Untergrund. Auf den stark zerschnittenen Flächen wächst ein Wald mit gleichmäßigem Kronendach, in dem die Palmen Patauá (Oenocarpus bataua) und Inajá vorkommen. Charakteristische Bäume sind Maçaranduba (Manilkara), Angelim, der Cajuaçu (Anacardium giganteum), Tauari-Arten, gelber und violetter Pau-d’arco (Tabebuia). Die Paranuss (Bertholletia excelsa) kommt vor, ohne zu dominieren. Auf den Granitplateaus gedeihen Andiroba, Sucupira, Cedrorana, Marupá und Acapu, außerdem der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), der Kopaivabaum und der Piquiá. Auf den sandigen Plateaus fallen Andiroba, Cedro (Cedrela odorata) und Freijó auf, und im Paläozoikum-Teil im Norden ragen Angelim-pedra (Dinizia excelsa) und Paranuss als Riesen über das Kronendach.
An den Ufern von Flüssen, Seen und Bächen steht Igapó-Wald, der zeitweise überschwemmt ist. Im Wasser und an den Ufern wachsen Aninga (Montrichardia arborescens), Canarana-Gras und Wasserhyazinthen. Nach dem Aufstau breiteten sich zunächst Wasserpflanzen stark aus, danach gingen sie rasch zurück, und eine Abfolge aus Wasserhyazinthe, Wasserschlauch mit Riedgräsern und Salvinia folgte.

Welche Säugetiere leben im Wald?
Mehr als 70 Säugetierarten kommen vor. Acht Primatenarten leben dort. Zu ihnen zählen der Rote Brüllaffe (Alouatta seniculus), der Guayana-Klammeraffe (Ateles paniscus), der Satansaffe Chiropotes satanas, der Kapuziner (Cebus apella), das Totenkopfäffchen und der Weißgesicht-Saki Pithecia pithecia. Der Rothand-Tamarin (Saguinus midas) lebt in der Region. Sechs Beutelsäuger- und elf Nagetierarten wurden gefangen. Von den neun Arten der Zahnarmen sind der Große Ameisenbär und eine weitere Art bedroht.
Unter den Raubtieren leben der Jaguar, kleine gefleckte Katzen und der Buschhund Speothos venaticus, alle bedroht. Fledermäuse stellen etwa die Hälfte der Säugetierarten: 40 Arten wurden gefangen, und der Primärwald auf festem Land ist mit 27 Arten deutlich artenreicher als der Sekundärwald. In den Gewässern leben der Amazonas-Manati, der Rosa Flussdelfin, der Tucuxi und der Riesenotter. Manati und Riesenotter sind stark bedroht, ebenso der Schwarze Kaiman (Melanosuchus niger) in der Region.
Welche Vögel und Reptilien gibt es?
Mehr als 400 Vogelarten sind aus der Region bekannt. Zu den bedrohten Arten zählen die Harpyie (Harpia harpyja), die Adler Spizaetus tyrannus und Spizaetus ornatus, die Kotinga Haematoderus militaris und der Guyana-Felsenhahn (Rupicola rupicula). Beobachtet wurde auch der seltene Ameisenvogel Sakesphorus melanothorax, der zweite Nachweis dieser Art in Brasilien. Vögel der überschwemmten Wälder litten am stärksten unter dem Aufstau, weil die Auen unter Wasser gerieten.
Amphibien und Reptilien zählen zusammen etwa 160 Arten: rund 40 Echsen, 40 Schlangen, zwölf Schildkröten und etwa 60 Lurche. Fast ein Zehntel der erfassten Arten gibt es nur in der Region der Guayana-Länder; unter den Funden war ein Frosch der Gattung Colostethus, der neu für die Wissenschaft beschrieben wurde, sowie die Doppelschleiche Amphisbaena hugoi.
Welche Fische leben in den Gewässern?
Mit Kiemennetzen fing man vor dem Aufstau 182 Fischarten aus 28 Familien und neun Ordnungen. Sie leben in Flüssen, die im Guayana-Schild entspringen, und aus dem Amazonas-System. Die Salmlerverwandten (Characiformes) dominierten mit über zwei Dritteln bis über vier Fünfteln der Fänge, gefolgt von Welsen. Im See ist der Tucunaré (Pfauenbarsch, Cichla) der wichtigste Speisefisch. Zu den Flussfischen der Region gehören Arten, die im Stausee fehlen.
Welche Bedeutung hat die Reserva?
Das Schutzgebiet bewahrt eine große, geschlossene Waldfläche in einem Teil Amazoniens mit hoher Artenvielfalt und vielen Arten der Guayana-Region. Es schützt das Wasser des Stausees und hält Bäche und Hänge intakt. Die Reserva ist zugleich der Ausgleich für die überfluteten Ökosysteme. Mit mehr als 400 Vogel-, über 70 Säugetier- und 160 Lurch- und Kriechtierarten bildet sie eine der vielfältigsten Gemeinschaften im Norden des Bundesstaats. Weitere Waldgebiete in der Nachbarschaft beschreiben die Seiten zum Nationalpark Pico da Neblina und zum Nationalpark Nascentes do Lago Jari.
Häufige Fragen zur Reserva Biológica do Uatumã
Wann wurde die Reserva Biológica do Uatumã gegründet?
Mit dem Dekret Nr. 99.277 vom 6. Juni 1990.
Wo liegt das Schutzgebiet?
Im Bundesstaat Amazonas am linken Ufer des Balbina-Stausees, in den Gemeinden Presidente Figueiredo, São Sebastião do Uatumã und Urucará.
Wie groß ist die Reserva?
Rund 563.000 Hektar bei einem Umfang von 429 Kilometern.
Warum wurde sie eingerichtet?
Als Ausgleich für die Ökosysteme, die der Balbina-Stausee überflutete, und zum Schutz des Wassers und der Wälder im Einzugsgebiet.
Wie viele Inseln hat der Stausee?
Etwa 3.300, von weniger als einem Hektar bis zu mehr als 1.000 Hektar Größe.
Welche Tiere sind besonders bedeutend?
Jaguar, Riesenotter, Amazonas-Manati, Harpyie und acht Primatenarten.
Passend dazu: Reserva Biológica do Abufari.
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