Die Reserva Biológica União liegt in den Baixadas Litorâneas des Bundesstaats Rio de Janeiro und reicht über die Gemeinden Casimiro de Abreu, Rio das Ostras und Macaé. Sie entstand 1998 auf einer früheren Bahnfarm, damit das Goldene Löwenäffchen im Wald bleiben konnte, und verbindet seit der Erweiterung von 2017 Tieflandwald mit den Hängen der Serra do Mar.
Zwischen Küstenebene und Gebirge, an der Bundesstraße BR-101, liegt ein Waldstück, das seine Existenz einem Rettungsprogramm für ein Äffchen verdankt. Die Reserva Biológica União schützt Regenwald vom Tiefland bis in die Hanglagen, Bäche, die in drei Flusssysteme entwässern, und eine Tierwelt, in der fünf Kleinkatzenarten und mehr als 250 Vogelarten leben. Die Seite beschreibt Entstehung, Erweiterung, Klima, Relief, Wälder, Tiere und den Schutz der Flüsse.
Verwandte Schutzgebiete der Region beschreiben die Seiten zur Reserva Biológica de Poço das Antas, zur Reserva Biológica do Tinguá, zum Nationalpark Restinga de Jurubatiba und zur Küstenstadt Búzios.
| Gründung | Dekret vom 22. April 1998, Erweiterung durch Dekret vom 5. Juni 2017 |
| Kategorie | Reserva Biológica, strenger Schutz |
| Lage | Rio de Janeiro, Gemeinden Casimiro de Abreu, Rio das Ostras und Macaé |
| Höhenlage | von rund 10 Metern in der Niederung bis etwa 925 Meter an den Hängen |
| Klima | Tropisch feucht, Jahresmittel zwischen 18 und 24 °C, Regenzeit im Sommer |
| Flüsse | Quellgebiete der Becken Macaé, São João und Rio das Ostras |
| Wald | Regenwald der Tiefländer, der submontanen und der montanen Stufe, dazu Sümpfe |
| Leitart | Goldenes Löwenäffchen (mico-leão-dourado) |
- Wie entstand die Reserva Biológica União?
- Was verbindet die Reserva mit Küste und Gebirge?
- Wie sind Klima und Relief der Reserva?
- Wohin fließt das Wasser der Reserva?
- Welche Bäume und Pflanzen wachsen dort?
- Warum ist das Goldene Löwenäffchen so wichtig?
- Welche weiteren Tiere leben in der Reserva?
- Was durchschneidet die Reserva, und wie geht sie damit um?
- Wie wird die Reserva geplant und verwaltet?
Wie entstand die Reserva Biológica União?
Am Anfang stand ein Umsiedlungsprogramm. Zwischen 1990 und 1994 fingen Fachleute der Associação Mico-Leão-Dourado Goldene Löwenäffchen aus kleinen, isolierten Waldinseln ein, in denen die Gruppen genetisch nicht überleben konnten, und setzten sie auf der Fazenda União aus. Das Land gehörte der staatlichen Eisenbahngesellschaft Rede Ferroviária Federal. Dort wuchs besser erhaltener Wald mit größerem Zusammenhang.
1996 wurde die Bahngesellschaft privatisiert und das Gut stand zum Verkauf. Wissenschaftliche Einrichtungen, Naturschutzorganisationen, Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland und die Fachleute der Reserva Biológica de Poço das Antas, dem ersten Schutzgebiet dieser Kategorie in Brasilien, setzten sich dafür ein, dass das Gelände geschützt wird. Am 22. April 1998 entstand die Reserva Biológica União. Ihr Auftrag: Reste des Atlantischen Regenwalds und der zugehörigen Lebensräume sowie die darauf angewiesene Tierwelt zu sichern, vor allem das Goldene Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia).
Das Gebiet war schnell eingerichtet, weil die Bahngesellschaft Gebäude und Anlagen hinterlassen hatte. Der erste Managementplan trat 2008 in Kraft. Er empfahl, die Reserva zu erweitern, damit die Waldflächen der Umgebung und ein großes Waldmassiv in den Bergen von Casimiro de Abreu angeschlossen werden. Das Dekret dazu folgte am 5. Juni 2017: Die Fläche wuchs von 2.548 auf 7.756 Hektar. Davon liegen 4.946 Hektar in Casimiro de Abreu, 1.914 Hektar in Rio das Ostras und 896 Hektar in Macaé.
Was verbindet die Reserva mit Küste und Gebirge?
Die Erweiterung schuf einen Waldkorridor zwischen dem Tieflandwald der Küstenebene und dem Hangwald der Serra do Mar. Tiere und Pflanzen können dadurch zwischen den Höhenstufen wechseln, und Erbgut wird zwischen Teilpopulationen ausgetauscht. Genau das fehlte den Löwenäffchen in den kleinen Waldinseln, aus denen die ersten Tiere stammen.
Die Reserva gehört zum Mosaik der Schutzgebiete des Goldenen Löwenäffchens, das 2010 durch die Portaria 481 des Umweltministeriums anerkannt wurde. Das Mosaik umfasst mehr als 170.000 Hektar. Dazu zählen neben der Reserva União die Umweltschutzzone des Rio São João, die Reserva Biológica de Poço das Antas, ein Landesschutzgebiet, vier kommunale Gebiete und dreizehn private Reservate (RPPN). Alle liegen im natürlichen Verbreitungsgebiet der Art, den Baixadas Litorâneas des Bundesstaats Rio de Janeiro.

Wie sind Klima und Relief der Reserva?
Das Klima ist tropisch feucht mit zwei klaren Jahreszeiten. Im Sommer fällt viel Regen bei hohen Temperaturen, im Winter ist es trockener und milder. Das Jahresmittel liegt je nach Höhe zwischen 18 und 24 °C, und die jährliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen etwa 1.100 und 2.400 Millimetern, je nachdem, wie stark das Relief die Wolken staut.
Das Gelände ist abwechslungsreich: Ebenen und flache Niederungen, niedrige, aufgereihte Hügel (morrotes) und die steilen Hänge der Serra. Der höchste Punkt liegt bei rund 925 Metern, die Niederungen bei etwa 10 Metern. Auf dieser Höhenspanne wechselt der Wald von der Tieflandstufe über die submontane zur montanen Stufe, und mit ihm die Tier- und Pflanzenwelt. Diese Staffelung der Lebensräume macht die Reserva zu einem der artenreichsten Reste des Atlantischen Regenwalds.
Wohin fließt das Wasser der Reserva?
Unter den Bäumen entspringen dutzende Bäche. Sie speisen drei Flusssysteme: den Rio Macaé, den Rio São João und den Rio das Ostras. Mehrere Flüsse haben ihren Ursprung im Gebiet selbst, darunter der Rio Purgatório, der Rio Dourado, der Rio Lontra und der Rio Iriri. Einige davon liefern das Wasser für nahe Orte wie Rio Dourado, Boa Esperança, Professor Souza und die Siedlung Visconde sowie für ländliche Betriebe der Umgebung.
Der Wald hält die Hänge fest und verhindert Erosion. Die drei Flussbecken sind für die Region von großer wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Bedeutung.
Welche Bäume und Pflanzen wachsen dort?
Rund 330 einheimische Baumarten sind erfasst. Zu den auffälligen Vertretern zählen die Jequitibás (Cariniana legalis und Cariniana estrellensis), die Sapucaia (Lecythis pisonis), die Braúna (Melanoxylon brauna), der Vinhático (Plathymenia foliolosa), der Guanandi (Symphonia globulifera), mehrere Ipê-Arten aus der Familie der Trompetenbaumgewächse und die Palmito-juçara (Euterpe edulis), eine Palme, deren Herz als Palmito bekannt ist. Auf Stämmen und Ästen wachsen Bromelien, Orchideen und Lianen.
Die Tieflandwälder sind einer der wenigen Reste dieser Art im Bundesstaat Rio de Janeiro. In der Reserva treffen sie auf die Wälder der Hänge, und in den Senken liegen Brejos, also Sumpf- und Überschwemmungsflächen. Wiederaufforstung gehört zur Arbeit im Gebiet. Auch gebietsfremde Pflanzen, darunter frühere Eukalyptus-Pflanzungen, werden zurückgedrängt.

Warum ist das Goldene Löwenäffchen so wichtig?
Das Goldene Löwenäffchen ist die Leitart des Atlantischen Regenwalds von Rio de Janeiro und lebt nur in diesem Bundesstaat. Es bildet Familiengruppen mit hoher Fortpflanzungsrate; alle Mitglieder der Gruppe kümmern sich um die Jungtiere. Die Tiere sind Allesfresser und brauchen große Reviere mit vielen verschiedenen Nahrungsquellen. Deshalb nützt jede Maßnahme für diese Art auch dem übrigen Wald: Wo das Löwenäffchen genügend Lebensraum findet, profitieren auch Pflanzen und Tiere, die dieselbe Fläche brauchen.
Die Gruppen in der Reserva gehen auf die Tiere zurück, die ab 1990 aus den Küstenwäldern hierher gebracht wurden. Sie tragen Erbgut aus Beständen, die in den kleinen Waldinseln genetisch nicht überleben konnten. Aus diesem Grund ist die Reserva ein fester Baustein im Artenschutzplan für das Löwenäffchen.
Welche weiteren Tiere leben in der Reserva?
Fünf Kleinkatzenarten kommen vor: Ozelot (jaguatirica), Margay (gato maracajá), Puma (onça-parda), Jaguarundi (gato mourisco) und die kleine Fleckkatze Leopardus guttulus (gato-do-mato). Als Raubtiere an der Spitze der Nahrungskette zeigen sie, dass die Beziehungen im Wald intakt sind. Hinzu kommen mittelgroße und große Säuger wie Halsbandpekari (porco-do-mato), Paca, Agutis (cutia), Wasserschwein (capivara) und Gürteltiere. Sie regeln Bestände, verbreiten Samen und bringen Nährstoffe in Umlauf. Das Kragenfaultier (Bradypus torquatus) und der Langschwanzotter (Lontra longicaudis) gehören ebenfalls zur Fauna, außerdem eine große Zahl an Fledermausarten.
Unter den Vögeln sind mehr als 250 Arten registriert. Davon sind mindestens 39 auf den Atlantischen Regenwald beschränkt, und mindestens 20 sind Zugvögel. Zu den bemerkenswerten Arten zählen der Greifvogel Amadonastur lacernulatus (gavião-pombo-pequeno), der Papagei Amazona rhodocorytha (papagaio-chauá), die Araponga (Procnias nudicollis), ein Glockenvogel, und der Specht Campephilus robustus (pica-pau-rei). Wegen dieser Vielfalt kommen Vogelkundler aus aller Welt. Die Buschmeister-Schlange (surucucu-pico-de-jaca, Lachesis muta) lebt ebenfalls im Wald.
Was durchschneidet die Reserva, und wie geht sie damit um?
Die Reserva ist keine unberührte Insel. Eine Bundesstraße, eine Bahnstrecke, Hochspannungsleitungen und Trassen für Gas- und Ölleitungen kreuzen das Gebiet. Es gibt Wasserfassungen, Eukalyptus-Pflanzungen und Bewohner auf noch nicht entschädigten Flächen. Jagd und Waldbrände sind die wichtigsten Gefahren für den Wald.
Gerade wegen dieser Vielfalt von Eingriffen ist die Reserva ein Ort für langfristige Forschung. Mehr als 200 wissenschaftliche Aktivitäten fanden hier statt. Die Reserva hat Erfahrung mit der Wiederherstellung von Wald und mit der Kontrolle eingeführter Arten. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit den Betreibern der Stromleitungen: Unter den Leitungen darf der Wald dort nachwachsen, wo die Kabel hoch genug hängen. Das erhält die Verbindung zwischen den Waldflächen und spart Wartungsaufwand.
Wie wird die Reserva geplant und verwaltet?
Der erste Managementplan wurde 2008 mit der Portaria Nr. 31 genehmigt und unter der fachlichen Leitung der Universidade Federal Rural do Rio de Janeiro erarbeitet. Er bezog sich auf die ursprüngliche Fläche. Nach der Erweiterung von 2017 lagen zwei Drittel des Gebiets außerhalb des Zonenplans, und die Regeln mussten überarbeitet werden. Eine Überprüfung im Jahr 2018 ergab, dass rund zwei Drittel der geplanten Maßnahmen umgesetzt waren oder planmäßig liefen.
Für die Pufferzone, die das Gebiet umgibt, wurden die Grenzen 2019 mit den drei Gemeinden Casimiro de Abreu, Macaé und Rio das Ostras abgestimmt, in jeweils zwei Treffen. Der beratende Rat der Reserva, in dem Behörden, Hochschulen, Gemeinden und Unternehmen sitzen, billigte den Vorschlag im Juli 2019. Im November 2019 wurde der überarbeitete Plan in einer fünftägigen Werkstatt im Centro de Vivência der Reserva fertiggestellt. Er legt Schutzziele, Zonen und Regeln fest, vom strengen Schutz der Waldkerne bis zu den Bereichen mit Straßen, Bahn und Leitungen.
Häufige Fragen zur Reserva Biológica União
Wann wurde die Reserva Biológica União gegründet?
Am 22. April 1998. Die Erweiterung auf 7.756 Hektar folgte mit dem Dekret vom 5. Juni 2017.
Wo liegt sie?
In den Baixadas Litorâneas des Bundesstaats Rio de Janeiro, in den Gemeinden Casimiro de Abreu, Rio das Ostras und Macaé.
Warum entstand sie?
Um das Goldene Löwenäffchen zu schützen, dessen Gruppen ab 1990 aus isolierten Waldinseln auf die Fazenda União gebracht wurden.
Wie hoch liegt das Gebiet?
Von rund 10 Metern in der Niederung bis etwa 925 Meter an den Hängen der Serra.
Welche Flüsse entspringen in der Reserva?
Rio Purgatório, Rio Dourado, Rio Lontra und Rio Iriri, die in die Becken von Macaé, São João und Rio das Ostras fließen.
Wie viele Vogelarten gibt es?
Mehr als 250 Arten, darunter mindestens 39, die nur im Atlantischen Regenwald vorkommen.
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