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Feine Adresse: Grand Hyatt neu in Rio

Für Brasilien-Reisende gibt es pünktlich zu den olympischen Spielen eine neue Luxus-Adresse. Das Grand Hyatt Rio de Janeiro bietet eine ausgezeichnete Lage, eine herzliche Atmosphäre und elegantes, zeitgenössiches Design.

Foto: Grand Hyatt Rio de Janeiro

Foto: Grand Hyatt Rio de Janeiro

Das weitläufige Grand Hyatt Rio de Janeiro verfügt über insgesamt 436 Zimmer inklusive 40 Suiten, sowie vielfältige Tagungsräume. Neben zahlreichen landestypischen Extras finden sich in allen Zimmern Flip-Flops sowie in den Bädern die Verwöhnprodukte von Granado, der brasilianischen Traditionsmarke seit 1870. Ein eigener Lift führt zu den beiden Präsidentensuiten und zur großen Penthousesuite mit Terrasse, Lounge-Bereich und Tauchbecken Eine Übernachtung im Doppelzimmer kostet ab 220 US-Dollar (zirka 199 Euro) inklusive Frühstück.

Beste Lage am Traumstrand
Das Fünf-Sterne Haus ist das zweite der Marke in Südmaerika nach Sao Paulo. Es liegt 50 Fahrminuten entfernt vom Galeão International Airport unmittelbar am weißen Strand von Barra da Tijuca. Von hier aus kann man den Ausblick auf den Atlantischen Ozean und die Marapendi-Lagune genießen oder bummeln gehen. Zahlreiche sportliche Aktivitäten hat man in der Marapendi-Lagune zur Auswahl: Wassersportarten wie Standup Paddeln, Segeln oder Kanu Fahren stehen dort auf dem Programm. Eine zehnminütige Fährfahrt führt zum von Gil Hanse gestalteten Olympischen Golfplatz. Auch im Hotel darf gesportelt werden: für das tägliche Training steht neben dem rund um die Uhr geöffneten Fitnesscenter mit hochmodernen Geräten für Herzkreislauf- und Krafttraining auch ein Studio für Yoga und brasilianische Tanzkurse zur Verfügung.

Design zum Wohlfühlen
Der international renommierte Innendesigner Yabu Pushelberg hat das Hotel gemeinsam mit seinem brasilianischen Kollegen von Anastassiadis Arquitetos gestaltet. Große Balkone und raumhohe Fenster ermöglichen von allen Gästezimmern einen herrlichen Blick auf das Meer. Naturstein und Stoffe aus Brasilien runden das Wohlfühlambiente ab. Apropos Wohlfühlen – Der Atiaia Spa lädt zu einem Rundum-Verwöhnprogramm: Der Wellness-Bereich verfügt über sechs Einzel- und drei Paarbehandlungsräume, alle mit eigener Dusche und privaten Umkleideräumen. Traditionelle, brasilianische Anwendungen und Pflegeprodukte sorgen ebenso für Entspannung wie die Lounge und Dampfräume. Der Pool im Freien bildet mit einem Floßdeck den Mittelpunkt der Hotelanlage.

Kulinarische Freuden in drei Restaurants
Natürlich dürfen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen. In drei Restaurants kann sich der Gast vom aufregenden Tag erholen und internationale und regionale Speisen genießen. In der Trattoria Tano Cucina Italiana kann man den Showköchen dabei zu sehen, wie sie Antipasti und Pastagerichte zubereiten. Im japanischen Restaurant Shiso zaubern Profis ihres Fachs moderne Kreationen von Sushi, Sashimi oder Yakitori-Menüs zum Abendessen. Auf den Terrassen des Cantô Gastrô & Lounge werden Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert, von Padaria-Gerichten wie Pão de Queijo bis hin zu den landestypischen Gerichten der Carioca-Küche.

Auch Brasilien nimmt Flüchtlinge auf

Das aktuell wichtigste Thema in den deutschen Medien ist die Flüchtlingskrise – die Tatsache, dass dieses Jahr 800.000 vor Krieg und Verfolgung geflohene Menschen nach Deutschland kommen, stellt unsere Gesellschaft vor eine Herausforderung. Doch was dabei selten zur Sprache kommt, ist die Tatsache, dass nicht nur europäische Ländern Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufnehmen, sondern auch Länder Südamerikas. In einer Ansprache zum 193. Jubiläum der brasilianischen Unabhängigkeit erklärte die brasilianische Präsidentin Rousseff, dass Menschen willkommen sein, die in Brasilien arbeiten und zum Frieden und Wohlstand beitragen wollen.

Mehr anerkannte Asylanträge als in Spanien

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges hat die brasilianische Regierung die Einreisebedingungen für Flüchtlinge erleichtert – seitdem haben schon über 2000 Syrer in Brasilien eine neue Heimat gefunden. Das klingt zwar im Vergleich zu den deutschen Zahlen nach wenig, doch Brasilien hat damit schon bedeutend mehr Flüchtlingen Asyl anerkannt, als manche Länder aus dem Osten und Süden Europas. Spanien und Italien haben jeweils nur etwas weniger als 1000 Syrer aufgenommen, Portugal sogar nur 15. Insgesamt hat Brasilien in diesem Kalenderjahr schon über 8000 Flüchtlinge aufgenommen, mehr als zehn Prozent mehr als im gesamten vorherigen Jahr. Nach Syrien kommen dabei die meisten Asylsuchenden aus Angola (1480), gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (844).

Wirtschaftskrise: Ratingagentur stuft Brasilien herab

Brasilien bekommt seine anhaltende Wirtschaftskrise einfach nicht in den Griff. Nun hat die US-amerikanische Ratingagentur Moody’s reagiert und die Kreditwürdigkeit des größten Landes Südamerikas heruntergestuft. Brasilien liegt damit nur noch knapp über dem „Ramschniveau“.

Bürger fordern Amtsenthebung der Präsidentin

Die derzeitige Rezession in Brasilien ist die schwerste im Land seit rund 25 Jahren. Vor allem die starke Inflation von aktuell fast zehn Prozent macht den Bürgern Brasiliens schwer zu schaffen. In den Läden werden die Waren immer teurer. Gleichzeitig sinkt die industrielle Produktion stark: Aufgrund der niedrigen Nachfrage haben beispielsweise schon VW und Mercedes-Benz, die in Brasilien produzieren, Mitarbeiter in einen Zwangsurlaub schicken müssen. Kein Wunder also, dass Präsidentin Rousseff mächtig unter Druck steht – 66 Prozent der brasilianischen Bürger fordern derzeit, die Präsidentin ihres Amtes zu entheben.

Düsterer Ausblick aufs kommende Jahr

Die Nachricht der Herabstufung kommt für die glücklose Präsidentin also zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Am Dienstag senkte die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Staates auf „Baa3“ ab. Auf dieser Bonitätsstufe besteht bereits das Risiko, dass Geld verloren gehen könnte. Die nächste Stufe wäre bereits eine Warnung vor dem Kauf von Staatsanleihen. Der aktuelle Stand sei zudem stabil, was bedeutet, dass es im Laufe der kommenden 12 Monate vermutlich keine Änderung daran geben wird.

Brasilianisches Eisenbahnprojekt: Konkurrenz für den Panamakanal?

Der Panamakanal verbindet seit hundert Jahren den atlantischen und den pazifischen Ozean und hat der Nation Panama damit sehr viel Geld gebracht – kein Wunder, dass andere Länder der Region mit einem gewissen Neid dorthin schauen und am liebsten selbst ein ähnliches Projekt auf den Weg bringen würden. So haben in Nicaragua gerade die Arbeiten an einem eigenen Kanalprojekt begonnen – unter chinesischer Führung und unter Protesten von Einheimischen und Umweltschützern. Auch in Südamerika werden nun Pläne geschmiedet – dabei geht es jedoch nicht um einen Kanal, sondern um eine Eisenbahnlinie. Ein aktueller Entwurf sieht dabei eine Schienenstrecke von 3000 Kilometern vor, die von der brasilianischen Atlantikhafenstadt Paranaguá bis zu dem Pazifikhafen Antofagasta in Chile führen soll. Durchqueren würde die Eisenbahn dabei auch Argentinien und Paraguay.

China und Russland als Finanzierungspartner

Vorgestellt hat die brasilianische Regierung das Projekt nun im russischen Ufa, wo das jährliche Treffen der BRICS-Staaten stattfand. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung von wirtschaftlich aufstrebenden Ländern, neben Brasilien gehören noch Russland, Indien, China und Südafrika dazu. Die Eisenbahnlinie wäre eines der größten Projekte, das mit Hilfe der BRICS-Vereinigung umgesetzt werden könnte. Besonders China und Russland haben großes Interesse an einer interozeanischen Eisenbahn – schließlich ist der Panamakanal fest in US-amerikanischen Händen, von denen man gern mehr Unabhängigkeit erlangen würde. Das Eisenbahnvorhaben ist nicht die erste Idee ihrer Art. In Planung ist auch eine Bahnlinie von Brasilien nach Peru. Da diese durch das Amazonasbecken führen würde, wird diese Linie von Umweltschützern jedoch sehr stark kritisiert.

Kritik an Brasiliens Gefängnissen

Jose Eduardo Cardozo, Justizminister Brasiliens, hat mit einigen kritischen Äußerungen zu der Situation in den Gefängnissen der Nation eine landesweite Diskussion angestoßen. Vor dem Parlamentsausschuss in der Hauptstadt Brasilia bezeichnete Cardozo die Gefängnisse Brasiliens als „wahre Schulen des Verbrechens“. Innerhalb der Anstalten hätten nach wie vor kriminelle Vereinigungen große Macht, auch Verbrechen außerhalb der Gefängnismauern würden von ihnen gesteuert: Vor allem im Bereich Drogenkriminalität kämen die Kommandos immer noch aus den Gefängnissen. Hintergrund der kritischen Aussagen ist ein Gesetzesvorhaben, die Strafmündigkeit auf 16 Jahre herabzusetzen. Dies würde nach Meinung vieler Politiker und anderer Meinungsträger jedoch die Chancen der Resozialisierung für die Jugendlichen dramatisch verschlechtern und zu einer weiteren Kriminalisierung führen.

550.000 Menschen sitzen in brasilianischen Gefängnissen

Nur die USA, China und Indien haben weltweit mehr Gefängnisinsassen als Brasilien zu verzeichnen. In den letzten 20 Jahren sind die Häftlingszahlen nahezu explodiert, sodass nun rund 550.000 Menschen in dem südamerikanischen Land im Knast sitzen, vorwiegend Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Obwohl die Gefängnisse immer voller werden, nehmen die Verbrechen in den Bereichen Drogen und Gewalt jedoch nicht ab. Kritiker des Systems befürchten daher, dass nur die kriminellen Organisationen durch mehr Inhaftierungen zunehmen. An Stelle von Haftstrafen sollen ihrer Meinung nach für Kleinverbrecher stattdessen Resozialisierungmaßnahmen durchgeführt werden.

Grenzstreit zwischen den Nachbarn – Brasilien soll schlichten

Im eigentlich recht friedlichen Südamerika, seit langer Zeit von sinnlosen und blutigen Kriegen verschont, brodelt es plötzlich. Hintergrund: Venezuela und Guyana streiten sich um, man ahnt es schon, Bodenschätze in der Grenzregion, vor allem um Erdöl. Vor einigen Monaten entdeckten Wissenschaftler im westlichen Teil des kleinen Staates Guyana gewaltige Erdölreserven, ebenfalls unter den Küstengewässern. Venezuela fordert nun in unglaublich dreister Art und Weise, dass Guyana die westlichen Landesteile an Venezuela abtritt.

Dies ist nichts Neues, denn Venezuela beansprucht seit Jahrhunderten den Westteil Guyanas, der überwiegend aus Regenwäldern besteht. Was hat nun Brasilien damit zu tun? Eine ganze Menge! Denn die aufstrebende lateinamerikanische Supermacht grenzt selbst an Venezuela und Guyana und wünscht sich Ruhe in seiner Peripherie, um den Wirtschaftsaufschwung innerhalb Brasiliens weiter vorantreiben zu können. Die Regierung in Brasilia soll als Schlichter zwischen Caracas und Georgetown (Hauptstadt Guyanas) eingreifen, um eine Eskalation zu verhindern. Auch den USA wäre das nur allzu Recht, denn schon lange wünscht sich Washington eine aktivere politische Rolle Brasiliens in Mittel- und Südamerika.

Venezuelas Präsident Maduro gilt als unberechenbarer Autokrat

Einst waren Brasilien und Venezuela enge Partner im links-sozialistischen, anti-amerikanischen Lager. Doch seit dem Tod des charismatischen und chronisch korrupten Hugo Chavez hat sich die Situation verändert. Denn unter Präsidentin Roussef laufen die Geschäfte mit „Uncle Sam“ wie geschmiert und der neue venezolanische Präsident Nicolas Maduro gilt den Brasilianern mittlerweile als Störenfried im boomenden Südamerika. Kein Wunder, denn Venezuela steckt trotz des Ölreichtums in einer katastrophalen Wirtschaftskrise und gilt als „Kranker Mann Südamerikas“.

In Brasilien fürchtet man, dass Maduro mit seinen Territorialgelüsten in Guyana von inneren Problemen ablenken möchte. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass sich die brasilianische Regierung vor einigen Tagen unmissverständlich zur territorialen Integrität aller Länder des amerikanischen Kontinentes aussprach, ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Maduro, die Provokationen in Richtung Guyana einzustellen. US-Präsident Obama, der mit vielerlei Problemen in Übersee schon genug beschäftigt ist, dürfte die offensive Botschaft Brasiliens gefallen haben.

Reisen durch Brasiliens Pampa – Ein neuer Trend

Eigentlich sind Argentinien und Uruguay als Südamerikas „Pampa-Länder“ bekannt, mit ihren endlos langen, grünen und saftigen Wiesen und Weiden. Rinderherden so weit das Auge reicht, mit Cowboys wie im „Wilden Westen“ der USA. Doch auch im Süden des riesigen Brasilien gibt es Ausläufer der südamerikanischen Grassteppen, und ein neuer Trend beweist, dass genau hier immer mehr Touristen Urlaub machen. Es sind nicht mehr nur die Copacabana in Rio oder der unendlich große Amazonas, welche die Massen aus aller Welt anlocken. Die Heimat der brasilianischen Gauchos liegt ganz im Süden, in der Coxilha Rica im Bundesstaat Santa Catarina, etwa so groß wie Belgien. Allerdings leben hier nur 400 Menschen. Es sind Nachkommen europäischer Einwanderer, die im 18. und 19. Jahrhundert auf der Suche nach einem guten Leben hier siedelten und sich in erster Linie der Rinderzucht widmeten, bis heute. Auch dieser Umstand macht Brasilien heute zu einem der größten Fleischproduzenten weltweit. Ihre alten Traditionen haben sie bis heute erhalten, als Resultat wurde diese ganz eigene Lebensart der Gauchos von der UNESCO zur lebendigsten Reitkultur der Welt erklärt.

Ein echtes Erlebnis mitten in der Grassteppe

Die Quartiere für die steigende Zahl an Touristen gibt es in Form von Privathäusern, und manchmal werden sogar Söhne, Töchter oder Großeltern kurzfristig für die Gäste ausquartiert. Das Programm, dass man in Brasiliens Grassteppe als Urlauber erleben kann, mag manch einer als langweilig und eintönig beschreiben. Doch für die, die all dies interessiert, geht ein Traum in Erfüllung. Stundenlang wie in früheren Jahrhunderten durch die Steppe reiten, die Rinderherden beobachten und führen, die Hunde anweisen, falls Rinder ausbrechen uvm.. Die Hitze ist oft nur schwer zu ertragen, doch mit richtiger Kleidung und ausreichend Getränken lässt sich auch die Hitze irgendwie aushalten. Und manchmal prasselt sogar warmer Regen auf die Reiter herab, der wie eine warme angenehme Dusche daherkommt. Für die einheimischen Gauchos ist der wachsende Tourismus ein sinnvolles und lohnendes Zusatzprogramm, mit dem man das Einkommen erhöhen kann. Denn die Zeiten, in denen man mit Rinderzucht steinreich werden konnte, sind zumindest für die nicht ganz so großen Rinderbarone vorbei.

Brasilien steht vor einer Rezession

Brasilien, die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, steht vor einer Rezession. Der Rohstoffboom ist vorbei und wurde tragischerweise kaum genutzt, um die Wirtschaft fit zu machen für die Zeit danach. Auch in Bildung und Infrastruktur wurde nicht ausreichend Geld investiert. Nach einem Jahrzehnt mit enormen Wachstumsraten stagniert die Wirtschaft des riesigen Landes seit 2013. Jetzt steht sie sogar dicht vor einer Rezession, denn in den ersten drei Monaten schrumpfte das BIP um 0,2 Prozent. Das gab das Statistikamt in der Hauptstadt Brasilia am Freitagabend bekannt. Niemand geht ernsthaft davon aus, dass sich die Situation allzubald verbessert. Die Regierung erwartet gar einen Rückgang von 1,2 Prozent. Die Nachrichten aus dem gewaltigen Flächenstaat am Amazonas sind derzeit fast nur negativer Natur. Ausufernde Korruption bei den großen Ölmagnaten, immer mehr organisierte Kriminalität und viele weitere Probleme plagen das Land.

Rohstoffreichtum als „süßes Gift“

Es gibt immer mehr Demonstrationen gegen die Präsidentin Dilma Rousseff, welche auch für die drastisch steigenden Preise und veraltete Schulbusse verantwortlich gemacht wird. Die Olympischen Sommerspiele 2016 galten als großer Hoffnungsschimmer, doch derzeit wird mit ihnen nur eine gigantische Kostenexplosion in Verbindung gebracht. Der Rohstoffreichtum wurde von der Regierung nie für Investitionen genutzt. Das Land hat gewaltige Vorkommen an Eisenerz, Kupfer und Öl. Über die Hälfte der Ausfuhren sind demnach auch Rohstoffe. Solange deren Preise in die Höhe schnellten, boomte Brasilien. Die Löhne stiegen stark, der Konsum wurde zur Hauptstütze der Konjunktur. Doch nun fielen Ölpreise und die Vorkommen sind endlich. Brasilien müsste dringend seine Wirtschaft auf Alternativen für die Zeit nach dem Rohstoffboom vorbereiten, doch es tut sich zu wenig.

China will Bau einer Bahn durch Brasilien finanzieren

Der aufstrebende Gigant China will mit dem Bau einer extrem langen Eisenbahnlinie seinen geostrategischen Einfluss in Lateinamerika ausweiten. Mit dem Milliardenprojekt möchte Peking seine Zusammenarbeit mit anderen Boomstaaten wie Brasilien intensivieren. „Zwei Giganten wie China und Brasilien sollten sich nicht hinterhältig bekämpfen, da es keinen Sieger geben würde. Eine Zusammenarbeit nutzt beiden Seiten deutlich mehr“, wie Experten an der Copacabana meinen. Brasilien ist also offen für Investment aus Fernost. Die Regierungen in Brasilia und Peking planen nun den Bau einer „Transozeanischen Eisenbahn“ vom Atlantik zum Pazifik. Sie soll vom geplanten Superhafen Porto do Açu nördlich von Rio de Janeiro an der Atlantikküste nach Nordwesten durch die alten Bergwerksregionen in den Teilstaaten Minas Gerais und Goiás und durch das Kernland der brasilianischen Landwirtschaft in den Bundesstaaten Mato Grosso und Rondônia bis nach Porto Velho an der Grenze zu Peru verlaufen.

5300 Kilometer Bahnlinie – auch durch den Regenwald

Von dort aus soll die bis zu 5300 Kilometer lange Bahnlinie dann in südwestlicher Richtung den schwierigsten und umstrittensten Abschnitt durchqueren, nämlich quer durch den Regenwald des Amazonas und durch das Andenhochland über Cusco, Puno und Arequipa bis zum peruanischen Pazifikhafen Puerto Ilo. Brasilien hofft unterdessen auf einen Modernisierungsschub bis zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im nächsten Jahr. China erwägt außerdem den Kauf etlicher Flugzeuge des brasilianischen Herstellers Embraer. In den letzten Jahren konnte Embraer schon mehr als 100 Flugzeuge an chinesische Fluglinien ausliefern. Die Investitionen in Brasilien und Peru als auch in die „Transozeanische Eisenbahn“ sind die ersten gewaltigen Projekte jener Investitionen in Höhe von 250 Milliarden Dollar, welche der chinesische Präsident Xi Jinping beim ersten China-Lateinamerika-Gipfel vom Januar in Peking ankündigte.

Proteste in Brasilien nach tödlichem Polizeieinsatz

Nach dem Tod eines zehnjährigen Jungen bei einem Polizeieinsatz in einer Favela der brasilianischen Großstadt Rio de Janeiro will der Gouverneur des Bundesstaates Rio nun mehr Polizeikräfte in die Armutsviertel entsenden. Luiz Fernando Pezao erklärte gegenüber dem Fernsehsender Globo, der Stadtteil Alemao werde „von Kriminellen gesäubert“. Gleichzeitig gehen die Proteste gegen die Polizeigewalt weiter. Die geplante Befriedung der zahlreichen Favelas steht im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen im kommenden Jahr. Pezao sagte, bei der Befriedung der Viertel seien diesmal keine Soldaten vorgesehen. Im Jahr 2010 hatten Armee und Polizei das Viertel gemeinsam für längere Zeit besetzt und Jagd auf echte und vermeintliche Kriminelle und Bandenmitglieder gemacht. Dutzende Aktivisten der Organisation Rio de Paz zogen am vergangenen Sonntag zur Copacabana und trugen als Symbol einen weißen Sarg im Sand zu Grabe.

Tödliche Gewalt in Brasilien an der Tagesordnung

Mit dieser Aktion wollten sie an die Tötung des zehnjährigen Eduardo de Jesus Ferreira bei einem Polizeieinsatz vergangene Woche erinnern. Der Junge starb nach Angaben der Polizei bei einem Schusswechsel mit Rauschgifthändlern, als er in das Kreuzfeuer geriet. Seine Eltern sprachen allerdings von gezielter Tötung durch die Beamten der Anti-Drogen-Polizei. Die Demonstranten hielten Schilder mit den Namen von 18 Kindern in den Händen, die von 2007 bis 2015 ebenfalls bei Schiessereien zwischen der Polizei und Drogenbanden in den Armutsvierteln von Rio ums Leben kamen. Der Gründer von Rio de Paz sprach von einem „Weckruf“ für die brasilianische Gesellschaft. Die Hauptursache für den Tod vieler junger Menschen sei die „Kluft zwischen Arm und Reich“ und die Korruption. Durch diese vervielfältige sich die Kriminalität im Land.