In Brasilien wird weniger Regenwald vernichtet
In Brasilien werden pro Jahr mehrere Tausend Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, dennoch soll sich der Abbau im letzten Jahr nach offiziellen Angaben des brasilianischen Umweltministeriums verlangsamt haben. Von Mitte 2013 bis Sommer 2014 seien knapp 4900 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas gerodet oder abgebrannt worden. Das waren immerhin 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, für Brasilien fast schon eine positive Überraschung. Die vernichtete Fläche ist aber immer noch in etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Genauere Daten sollen erst in den kommenden Monaten vorgelegt und näheren Aufschluss über die Details geben. Dennoch kann von einem Ende des Raubbaus im Amazonas-Regenwald noch lange keine Rede sein. Die Umweltschutzorganisation WWF ist davon überzeugt, dass angesichts der äußerst starken Agrarlobby nicht viel Gutes für die kommenden Jahre zu erwarten sei.
Die Zukunft sieht dennoch eher düster aus
Die Zukunft in Sachen Regenwald-Abholzung sieht in der Tat eher düster aus. Denn die Rodungen werden wohl weitergehen. Alleine im Jahr 2013 stieß Brasilien 8% mehr Treibhausgase aus als 2012. Ein bedeutender Grund dafür war vor allem auch die Zunahme der Abholzung im Amazonas-Regenwald zwischen 2012 und 2013. Die Veröffentlichung dieser Zahl kommt nur wenige Tage vor dem Beginn einer erneuten Uno-Klimakonferenz in Peru. Dort soll es, wie eigentlich immer, um den Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder gehen. Der Amazonas ist für das Ökosystem der Erde besonders wichtig. Denn der Amazonas-Regenwald gilt als „Lunge der Welt“ und da die Vegetation Kohlenstoffdioxid aufnimmt und in Sauerstoff umwandelt, ist die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien eine der Hauptursachen für die klimaschädlichen CO2-Emissionen.
CO2-Ausstoß in Brasilien stark reduziert
Dem größten Land Südamerikas ist ein respektabler Schritt im Kampf gegen die globale Erwärmung gelungen. Wie Amerika21 berichtete, konnte Brasilien seinen Ausstoß des Treibhausgases CO2 innerhalb von sieben Jahren fast um die Hälfte reduzieren: 2005 wurden noch rund 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid ausgestoßen, 2012 waren es nur noch 1,2 Milliarden. CO2 gilt als ein wesentlicher Mitverursacher der globalen Erwärmung, die Wissenschaftlern zunehmend Sorgen bereitet. Die Ankündigung des Ausstoß-Rückgangs kommt für Brasilien und seine im Amt bestätigte Präsidentin Rousseff zu einer taktisch guten Zeit: Von Anfang Dezember an findet in der peruanischen Hauptstadt Lima die alljährliche Weltklimakonferenz der UN statt, in den das Land nun selbstbewusst starten kann.
Weniger Waldrodung führt zu verbesserter Bilanz
Die Ursache für den beeindruckenden Rückgang liegen im zunehmenden Schutz der Amazonaswälder begründet. Während vor zehn Jahren noch rücksichtslos betriebene Brandrodung zu hohen CO2-Emissonen führte, wird inzwischen ein größeres Augenmerk auf den Schutz dieses Naturraums gelegt. In der Folge ist der Anteil der Brandrodung an dem Gesamtausstoß des Treibhausgases von 58 Prozent auf 15 Prozent gesunken.
Im weltweiten Vergleich liegt Brasilien beim CO2-Ausstoß aktuell auf Platz 5, Deutschland auf Platz 7. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass der Pro-Kopf-Ausstoß hierzulande ungleich höher liegt, nämlich bei über 9 Tonnen gegenüber 2,2 in Brasilien. Anlass zur Sorge gibt jedoch der immer höhere Energiebedarf des wirtschaftlich aufstrebenden Landes, der das Klima in Zukunft stark belasten könnte. Es bleibt zu hoffen, das auch dieses Thema in Lima zur Sprache kommt.
Fast 51.000 Tote durch Gewaltkriminalität in Brasilien
Nach Angaben des Forums für Öffentliche Sicherheit werden in Brasilien pro Jahr bis zu 51.000 Menschen ermordet, alle 10 Minuten eine Person. Knapp 70 Prozent der Opfer sind Schwarze oder Mulatten und mehr als die Hälfte von zwischen 15 – 29 Jahre alt. Alleine Brasiliens Polizei tötet pro Tag durchschnittlich bis zu 6 Menschen, meist in den berüchtigten Favellas der großen Metropolen wie Rio oder Sao Paolo. Seit 2009 wurden demnach landesweit 11.200 Menschen von Polizisten getötet. Das sind sogar mehr als in Ländern wie Honduras, den USA oder Russland, wo ähnlich hohe Zahlen erreicht werden. Die nachgewiesenen Daten bezeugen nach Angaben des Forums, dass die brasilianische Polizei bei der Bekämpfung der Kriminalität sehr oft über die Stränge schlage und nicht selten auch unschuldige Zivilisten getötet würden.
Gewalt hat zahlreiche Ursachen
Bruno Paes Manso vom Zentrum für Gewaltstudien an der Universität São Paulo spricht auch von zahlreichen Exekutionen von Verdächtigen durch die Beamten. Dies sei eine gängige Praxis, die totgeschwiegen werde. Die Welle der Gewalt in Brasiliens Großstädten hat viele Gründe. Armut, Korruption, Drogenmachtkämpfe, Revierkämpfe zwischen Banden, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit und vieles mehr. Brasiliens Regierung verspricht seit Jahren, die Probleme angehen zu wollen, doch eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Gewalt eskaliert immer weiter und ein Ende der Spirale ist kaum absehbar. Nach Ansicht von Experten müsse die Regierung zu radikalen Mitteln greifen und die Favellas abreißen und mit modernen Neubauten ersetzen. Nur so könnten den bewaffneten Banden der Nährboden entzogen werden, immer wieder neue Jugendliche anzuwerben.
Brasilien – Die Präsidentin bleibt im Amt
Brasiliens links-sozialistische Präsidentin Dilma Rousseff bleibt im Amt. Wie die Wahlbehörde des größten Landes in Lateinamerika mitteilte, gewann Rousseff die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 51,45 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Ihr Herausforderer Aécio Neves von der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSDB) kam nur auf 48,55 Prozent. Rousseff erklärte schon kurz nach ihrer Wiederwahl, dass sie den Dialog mit anderen Parteien und der Bevölkerung in ihrer zweiten Amtszeit ausbauen werde. Sie glaube nicht an eine Spaltung der brasilianischen Bevölkerung, wie dies von den Medien immer wieder kolportiert wurde. Sie versprach zudem, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen. „Ich will eine deutlich bessere Präsidentin als bisher sein“, rief sie ihren Wählern bei einer Siegesfeier zu. Auch der Kampf gegen die „Krake der Korruption“ werde intensiviert und mit aller Härte geführt.
Schon drei Jahre an der Macht
Rousseff übernahm das höchste Staatsamt Brasiliens Anfang 2011 von ihrem Parteifreund Luiz Inácio Lula da Silva, der mit hohen Wachstumsraten und Sozialprogrammen bei der Bevölkerung punkten konnte. Der diesjährige Wahlkampf galt als der heftigste seit Brasiliens Demokratisierung in den 80ern. Seit dem Jahr 1995 hatten nur Kandidaten von Neves‘ Sozialdemokratischer Partei und Rousseffs Arbeiterpartei das Präsidentenamt inne. Beide Kandidaten hatten Anfang Oktober in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am besten abgeschnitten, wodurch die Stichwahl erst notwendig wurde. Rousseff erhielt 42 Prozent aller Stimmen, Neves 34 Prozent. Die vorher noch hoch gehandelte Ex-Umweltministerin Marina Silva war mit nur 21 Prozent abgeschlagen. Sie konnte an der Stichwahl nicht mehr teilnehmen und zog sich vorläufig aus der Politik zurück.
Google baut Unterwasserkabel nach Brasilien
Google steckt weiteres Geld und neue Bemühungen in die Verbesserung der Datenübertragung. Das weltweit bekannte Unternehmen wird sich am Bau eines Unterseekabels von den USA nach Brasilien beteiligen. Es handelt sich bereits um das zweite Unterseekabelprojekt dieser Art im Jahr 2014, an welchem sich Google beteiligt. Das Kabel setzt sich aus sechs Glasfaserpaaren zusammen und ermöglicht eine Datendurchsatzrate von 64 TBit/s. Die Kosten des Projekts sollen sich nach vorsichtigen Schätzungen auf bis zu 60 Millionen US-Dollar belaufen, 2016 soll die Verlegung des Kabels abgeschlossen sein. Startpunkt des Kabelbaus ist der bekannte Nobelort Boca Raton im US-Bundesstaat Florida. Das Kabel wird in Brasilien an gleich zwei Punkten ankommen. In Fortaleza im Bundesstaat Ceará im Nordosten und in Santos im Bundesstaat São Paulo im Süden. An dem Projekt ist nicht nur Google beteiligt, sondern auch die Telekommunikationsanbieter Algar Telecom aus Brasilien und Antel aus dem benachbarten Uruguay.
Gewaltige Kabelverlegung nach Ostafrika geplant
Doch es sind schon weitere Großprojekte in Planung, nämlich quer über den Atlantik. Von Brasilien aus soll das Kabel über den „Großen Teich“ an Afrikas Westküste verlegt werden und in Angola „andocken“. Von dort soll das Kabel dann über Land nach Ostafrika weiterverlegt werden. Ab dem Jahr 2016 soll Ostafrika mit Brasilien verbunden sein. Über das Kabel kann Google den Datenbestand seiner Rechenzentren in den USA nach Brasilien spiegeln. Auf diese Art und Weise kann Google sicherstellen, dass seine Dienste ohne Probleme funktionieren. Doch das Projekt wird teuer, gerade für finanziell klamme Staaten in Afrika, durch die das Kabel führen soll. Es werden in den kommenden Wochen wohl noch einige Verhandlungen notwendig sein, um die Finanzierung abzusichern.
Präsidentin Rousseff muss in die Stichwahl
Bei den Präsidentschaftswahlen am gestrigen Sonntag, dem 5.10., hat Amtsinhaberin Rousseff von der Arbeiterpartei PT die meisten Stimmen erhalten – entschieden ist damit jedoch noch gar nichts. 41% der Wähler stimmten für die seit 2011 amtierende Präsidentin, 34% für den Sozialdemokraten Aécio Neves. Damit hat Rousseff ihr Ziel, mit zehn Prozent Vorsprung auf die Konkurrenz aus der Wahl hervorzugehen, nicht erreicht. Am 26. Oktober kommt es zur Stichwahl zwischen der Präsidentin und dem Herausforderer. Die wahre Verliererin der Wahlen ist jedoch die Ex-Umweltministerin Marina Silva (Sozialistische Partei). Silva, die im Vorfeld als Hauptkonkurrentin von Rousseff galt und im Wahlkampf von der Regierungspartei PT immer wieder hart attackiert wurde, konnte nur 21% der Wählerstimmen erringen.
Silvas Anhänger werden die Stichwahl entscheiden
Diese 21% werden bei der Stichwahl entscheidend sein. Denn wenn sie in das Lager des sozialdemokratischen Kandidaten Neves wechseln sollten, stehen seine Chancen gut, Rousseff, deren Partei PT seit zwölf Jahren das Land regiert, im Präsidentenamt abzulösen. Silva hat noch keine klare Wahlempfehlung ausgesprochen, zunächst will sie mit den Parteien verhandeln. In einer Rede nach der Wahl betonte sie jedoch, dass sich Brasilien einen Wandel wünsche. In Fragen der Wirtschaftspolitik steht sie Neves nahe, der für freie Märkte eintritt und die Korruption in der Regierungspartei kritisiert. Bei anderen Themen, wie etwa der Umweltpolitik, sind die Schnittmengen jedoch deutlich geringer. Ob sie sich tatsächlich auf Neves‘ Seite schlägt und ob ihre Anhänger überhaupt einer Empfehlung folgen werden, ist also noch offen. Rousseff hat bereits angekündigt, für die Mehrheit der Brasilianer kämpfen zu wollen. So oder so werden die drei kommenden Wochen wohl noch einen äußerst harten Wahlkampf bringen, bevor sich entscheidet, wer in Zukunft die Geschicke des größten südamerikanischen Landes lenkt.
Wechselstimmung in Brasilien, doch niemand profitiert davon
Kurz vor den Wahlen am kommenden Sonntag herrscht im Riesenreich Brasilien eine lange nicht dagewesene politische Wechselstimmung. Doch kurioserweise ist kein Kandidat in Sicht, der davon profitieren könnte. Und so könnte fast schon die tragikomische Situation eintreten, dass die unbeliebte Amtsinhaberin Dilma Rousseff mangels geeigneter Alternativen Präsidentin bleiben wird. Zwar droht Roussef im ersten Wahlgang ein Patt und damit eine Stichwahl, doch laut Meinungsforschern wäre sie in einem zweiten Urnengang klare Favoritin gegen die blasse Hauptkonkurrentin Marina Silva. Die Herausforderin erlebte zwar ein gewaltiges Umfragehoch, nachdem sie für ihre Sozialistische Partei PSB im August Nachfolgerin des tödlich verunglückten Eduardo Campos wurde. Doch dieses Hoch ist längst verflogen.
Silvas Programm gilt als inhaltsarm
Denn ihr groß angekündigtes Versprechen, eine neue Politik zu implementieren, entpuppte sich schnell als „heiße Luft“. Silvas Programm gilt als inhaltsarm, das sich in den üblichen Phrasen erschöpft, die die Brasilianer nicht mehr hören wollen. Für jene Millionen Brasilianer, die sich mehr Innovation und Transparenz im politischen Prozess und vor allem massive Investitionen in Bildung, Gesundheit, Transport und Sicherheit wünschen, hat Silva nichts zu bieten. Vor allem die farbige Bevölkerung fürchtet, dass es sich bei den Wahlen um einen „Wettkampf der weißen Aristokratie“ handeln könnte und sich für die ärmeren Bevölkerungsschichten nichts verändern und verbessern wird, ganz gleich, wer Präsidentin wird.
Telefonica zieht es auf den brasilianischen Markt
Der spanische Telekommunikations-Gigant Telefonica übernimmt die Internet-Tochter GVT vom französischen Konzern Vivendi. Der Kaufpreis soll bei über sieben Milliarden Euro liegen, 4,7 Milliarden sollen davon in bar bezahlt werden. Zudem erhält Vivendi nach eigenen Angaben Aktien der brasilianischen Telefonica-Tochter und von Telecom Italia im Wert von über drei Milliarden Euro. Das spanische Unternehmen hatte sich in einem sogenannten Bieterstreit gegen die Telecom Italia durchgesetzt und will mit der Übernahme sein Geschäft mit schnellen Internetverbindungen in Brasilien ausbauen. Kein Wunder, denn Brasilien ist ein schlafender Wirtschaftsriese, der sich noch immer in der „Aufwachphase“ befindet.
Wachstumspotenzial in Brasilien gilt als gewaltig
Das spanische Großunternehmen sieht ein nahezu gigantisches Wachstumspotenzial im Land am Amazonas. Denn während die Märkte in Europa als nahezu gesättigt gelten und daher nur noch schwache Wachstumsmöglichkeiten im Mobilfunk- und Internetbereich bieten, lockt Lateinamerika, allen voran das riesige Brasilien, mit traumhaften Aussichten auf Wachstum. Aber auch für Vivendi bedeutet der Verkauf der Tochter GVT eine klare strukturelle Veränderung. Denn für die Franzosen ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg von einem breit aufgestellten Konglomerat zu einer Medien- und Entertainment-Gruppe. Zudem ist der Verkauf von GVT für die Franzosen ein finanzieller Erfolg, schließlich waren im letzten Jahr die Verkaufsbemühungen an potenzielle Käufer wegen unterschiedlicher Vorstellungen gescheitert.
Soziale Ungerechtigkeit in Brasilien bleibt ein Problem
In Brasilien werden die ärmsten Schichten der Bevölkerung immer noch deutlich stärker von Abgaben belastet als die wohlhabenderen Gesellschaftsschichten, so eine neue Studie des Instituts für sozioökonomische Studien (Inesc) mit dem Titel „Die Folgen des brasilianischen Steuersystems auf die Ungleichheit der Einkommen“. Vor allem Schwarze und Frauen zahlen meist deutlich höhere Steuern als männliche und weiße Brasilianer. In Brasilien stellen die portugiesisch-stämmigen Weißen nachwievor die Bevölkerungsmehrheit von knapp 60% und gelten als klar wohlhabender als Schwarze, Mulatten und Indios. Das geltende Recht im brasilianischen Steuerwesen verschärft nach Ansicht von Experten die vorherrschenden Klassenunterschiede und diskriminiere zudem farbige und weibliche Staatsbürger des Riesenreiches.
Steuersystem gilt als altmodisch
Laut einem Politikwissenschaftler der Universität von Brasília (UnB) ist das Steuersystem zudem äußerst rückschrittlich. Das Schwarze und Frauen überproportional höhere Steuern als der Rest der Bevölkerung zahle, wirke sich besonders negativ auf den Staatshaushalt aus. Denn die „Schonung“ der reichen Oberschicht entziehe dem Staat wichtige Einnahmen, etwa für Investitionen im Bereich der Infrastruktur. Steuern würden außerdem vor allem auf Produktion und Konsum erhoben, was am stärksten die einfache, arbeitende Bevölkerung belaste. Politikwissenschaftler und Soziologen fordern daher eine stärkere Umverteilung des Vermögens der brasilianischen Bevölkerung, auch um möglichen Unruhen im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio vorzubeugen..
Neue Maßnahmen gegen Müll in der Guanabra Bucht
Nachdem die vor rund einem Monat veranstalteten Testläufe im Segelrevier in der Guanabra Bucht das dortige Müllproblem einmal mehr in das Gedächtnis der Öffentlichkeit rückten, wollen die Organisatoren nun mit neuen Maßnahmen gegen die von vielen Seiten kritisierten Umstände vor Ort vorgehen. Obwohl der Test der olympischen Segelstrecke nach Angaben der Organisatoren erfolgreich verlief, wurde das Müllproblem in der Guanabra Bucht einmal mehr zum Thema. So wurden im Rahmen der Tests unter anderem alte Möbel, Plastikmüll, Exkremente und Tierkadaver im Wasser der Bucht gefunden. Die Installation eines unterirdischen Pumpsystems für rund zehn Millionen Euro soll nun dazu beitragen, das Problem in den Griff zu bekommen und die Verschmutzungen zu reduzieren.
Beim Müll handelt es sich um ein altbekanntes Problem
Das Olympische Segelrevier in der Guanabra Bucht war bereits mehrmals Gegenstand öffentlicher Kritik. Jahrzehntelang wurden rund 80% des städtischen Abwassers von Rio ungeklärt in die Bucht geleitet und sorgten für immer größere Umweltschäden. Mittlerweile werden rund 40% der in die Bucht geleiteten Abwässer gefiltert. Das Ursprüngliche Versprechen der Organisatoren, den Müll bis zum Start der Olympischen Spiele 2016 um 80% zu reduzieren werden diese nach aktuellem Stand wohl kaum einhalten können. Dennoch zeigt man sich optimistisch, optimale Bedingungen für die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio schaffen zu können.