Die Cidade de Goiás, auch Goiás Velho genannt, liegt am Rio Vermelho im Cerrado und war die erste Hauptstadt von Goiás. Der IPHAN stellte das Zentrum 1978 unter Schutz, die UNESCO erkannte es am 16. Dezember 2001 als Welterbe an. Berühmt sind die Fogaréu-Prozession in der Karwoche und das Haus der Dichterin Cora Coralina.
Die Cidade de Goiás ist ein Ort mit Pflastergassen, bunten Kolonialhäusern und historischen Kirchen. Grüne Hügel umgeben die Stadt, und sie hat sich ihren kolonialen Charakter weitgehend bewahrt: Etwa 90 Prozent der ursprünglichen barock-kolonialen Architektur sind erhalten. Wer sie besucht, trifft auf eine andere Seite Brasiliens als an der Küste.
Diese Seite erklärt die Geschichte der Stadt, ihre wichtigsten Stationen und die Prozession der Karwoche. Eine zweite Region in Goiás mit Natur und Wasserfällen finden Sie auf der Seite Chapada dos Veadeiros, die Hauptstadt des Landes auf der Seite Brasília.
| Lage | am Rio Vermelho, Bundesstaat Goiás, Cerrado |
| Gründung | 1727 als Vila Boa de Goiás |
| Denkmalschutz | IPHAN, 1978 |
| Welterbe | 16. Dezember 2001 |
| Highlights | Museu Casa de Cora Coralina, Museu de Arte Sacra da Boa Morte, Museu das Bandeiras, Palácio Conde dos Arcos, Fogaréu |
| Entfernung | rund 140 km von Goiânia über die GO-070, etwa 2 Stunden |
| Empfohlene Dauer | ein bis zwei Tage |
- Wie entstand die Cidade de Goiás?
- Was macht das Zentrum zum Welterbe?
- Welche Museen und Gebäude besuchen Sie?
- Was erzählen die Museen über die Kolonialzeit?
- Wer war Cora Coralina?
- Was gibt es auf dem Platz und im Markt zu probieren?
- Was ist die Procissão do Fogaréu?
- Wie kommen Sie in die Cidade de Goiás?
- Wann ist die beste Reisezeit?
- Wie sieht ein Tag in der Cidade de Goiás aus?
Wie entstand die Cidade de Goiás?
Die Stadt wurde 1727 am Rio Vermelho gegründet. Der Bandeirante Bartolomeu Bueno da Silva, genannt Anhanguera, suchte in der Gegend nach Gold und gab der Siedlung den Namen Vila Boa de Goiás. Sie wurde zur ersten Hauptstadt der Capitania de Goiás und blieb es über 200 Jahre. Mit der Gründung von Goiânia in den 1930er-Jahren ging die Hauptstadtfunktion an die neue Stadt über.
Das Zentrum gilt als bedeutendes Zeugnis der Besiedlung und der Ausdehnung Brasiliens ins Landesinnere im 18. und 19. Jahrhundert. Das Ensemble umfasst Gebäude aus beiden Jahrhunderten; typisch sind Häuser in Pau-a-pique-Bauweise und Kopfsteinpflaster. Mehr zur Epoche finden Sie auf der Seite Brasilien in der Kolonialzeit.
Was macht das Zentrum zum Welterbe?
Der IPHAN stellte das architektonische, landschaftliche und städtebauliche Ensemble 1978 unter Schutz. Die UNESCO erkannte das Centro Histórico am 16. Dezember 2001 als Welterbe an. Betont wird die Rolle der Stadt bei der Besiedlung des Landesinneren. Der Schutz gilt dem gesamten Ensemble, nicht einzelnen Häusern.
Drei Hauptstraßen sind mit dem ursprünglichen Pflaster belegt: die Rua Dom Cândido, die Rua Moretti Foggia am Coreto vorbei und die Rua Senador Caiado. Der zentrale Platz, die Praça do Coreto, ist Treffpunkt der Stadt und Schauplatz des Umweltfilmfestivals FICA.
Welche Museen und Gebäude besuchen Sie?
- Museu Casa de Cora Coralina: das Haus der Dichterin am Rio Vermelho, in der Casa Velha da Ponte. Cora Coralina wurde 1889 in der Stadt geboren; das Museum besteht seit dem 20. August 1989 und bewahrt persönliche Gegenstände, Fotos und Manuskripte.
- Museu de Arte Sacra da Boa Morte: in der Igreja de Nossa Senhora da Boa Morte, die 1779 fertiggestellt wurde. Die Sammlung ist vor allem für Werke des Bildhauers Veiga Valle bekannt.
- Museu das Bandeiras: im früheren Casa de Câmara e Cadeia, einem Bau aus dem Jahr 1766; gezeigt werden Möbel, Kleidung und Gegenstände des 18. und 19. Jahrhunderts.
- Palácio Conde dos Arcos: der frühere Sitz der Gouverneure, heute ein Museum mit Möbeln und Gegenständen früherer Statthalter.
- Chafariz de Cauda: ein Brunnen am Hauptplatz, dessen Name vom Aquädukt dahinter stammt, das wie ein langer Schwanz aussieht.
- Igreja Matriz de Santana: die historische Hauptkirche, heute Kathedrale.
Öffnungszeiten, Schließungen und Restaurierungen wechseln; manche Häuser waren zeitweise wegen Arbeiten geschlossen. Erkundigen Sie sich vorab bei den Museen oder dem Ibram.
Was erzählen die Museen über die Kolonialzeit?
Das Museu de Arte Sacra da Boa Morte sitzt in einer Kirche, die einer Bruderschaft farbiger Männer gehörte, der Confraria dos Homens Pardos da Boa Morte; sie stellte den Bau 1779 fertig. Die Sammlung ist vor allem für Arbeiten des Bildhauers und Malers José Joaquim da Veiga Valle bekannt und umfasst außerdem Silberarbeiten und liturgische Gegenstände. Das Gebäude und die Sammlung gehören der Diözese Goiás, verwaltet wird das Museum seit 2009 vom Brasilianischen Museumsinstitut Ibram.
Das Museu das Bandeiras belegt das frühere Casa de Câmara e Cadeia, ein Gebäude aus dem Jahr 1766, das nach einem Entwurf der portugiesischen Krone errichtet wurde. Die Sammlung begann mit dem Archiv der Finanzverwaltung und ist eine wichtige Quelle für die Verwaltung der Region in Kolonial-, Kaiser- und Republikzeit. Gezeigt werden Gemälde, Kleidung, Möbel und Gebrauchsgegenstände des 18. und 19. Jahrhunderts, außerdem das ursprüngliche Kreuz Anhangueras. Das Museum war wegen einer Restaurierung mehrere Monate geschlossen; fragen Sie nach, ob es geöffnet ist.
Der Palácio Conde dos Arcos war der Sitz der Gouverneure. Er ist nicht nach einem einheitlichen Plan entstanden, sondern aus mehreren Häusern zusammengewachsen, die erworben wurden, als Dom Marcos de Noronha, der Conde dos Arcos, als erster Gouverneur der Capitania de Goiás eintraf. Zum Palast gehört ein großer Garten mit Brunnen.
Wer war Cora Coralina?
Cora Coralina ist das Pseudonym von Anna Lins dos Guimarães Peixoto Bretas, einer Dichterin und Konditorin, die 1889 in der Stadt geboren wurde. Ihr Haus an der Brücke über den Rio Vermelho ist heute eines der meistbesuchten Ziele der Stadt. Die Familie stiftete den Bestand, darunter persönliche Gegenstände, Fotos, Bücher und Haushaltsgeräte.
Als typische Süßigkeit gilt der Alfenim, ein Zuckergebäck aus Wasser, Zucker und etwas Zitrone, dessen Zubereitung als schwierig gilt. Weitere Spezialitäten der Region sind der empadão goiano, Pamonha und Bolo de arroz, die es im Mercado Central und in vielen Lokalen gibt. Eine Einführung in die Küche des Landes bietet die Seite Brasilianische Küche.
Was gibt es auf dem Platz und im Markt zu probieren?
Am Coreto, dem zentralen Platz, verkauft eine Eisdiele Eis aus typischen Früchten des Cerrado; dazu gehört Eis mit Baru-Nüssen. Im Mercado Central gibt es regionale Gerichte, und viele Restaurants sind in alten, umgebauten Häusern untergebracht, was dem Essen einen eigenen Rahmen gibt. Die Küche von Goiás ist von Gewürzen aus Goiás geprägt, Klassiker sind der empadão goiano und kristallisierte Süßigkeiten. Wer Zeit hat, plant eine Pause am Platz ein, bevor er zum Rio Vermelho hinuntergeht.
Was ist die Procissão do Fogaréu?
Die Procissão do Fogaréu findet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der Karwoche statt. Um Mitternacht werden die Lichter des historischen Zentrums gelöscht, und rund 40 Männer in bunten Gewändern mit spitzen Kapuzen, die Farricocos, ziehen mit Fackeln durch die Gassen. Die Prozession erinnert an die Festnahme Jesu und beginnt mit dem Verteilen der Fackeln vor der Igreja da Boa Morte; die Tradition reicht bis ins Jahr 1745 zurück und wird seit mehr als 250 Jahren gepflegt. Sie gilt als eine der bekanntesten religiösen und kulturellen Veranstaltungen Brasiliens.
Wer zur Karwoche kommen möchte, sollte Unterkunft und Anreise sehr früh planen, denn die Stadt ist klein. Ein weiteres Ereignis ist das FICA, ein internationales Umweltfilmfestival; den Termin sollten Sie vorab prüfen.
Wie kommen Sie in die Cidade de Goiás?
Von Goiânia sind es rund 140 Kilometer über die GO-070, die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Nach Brasília beträgt die Strecke rund 300 Kilometer, über die BR-060 bis Anápolis und danach über Landstraßen. Planen Sie Anreise und Rückfahrt so, dass Sie nicht nachts auf Landstraßen unterwegs sind. Hinweise zu Flügen, Bussen und Mietwagen stehen auf der Seite Fortbewegung.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Trockenzeit dauert etwa von Mai bis September; in dieser Zeit sind die Nächte mild und es regnet kaum. Im Sommer fallen die meisten Niederschläge. Eine landesweite Übersicht bietet die Seite Beste Reisezeit.
Wie sieht ein Tag in der Cidade de Goiás aus?
Beginnen Sie am Vormittag an der Praça do Coreto und gehen Sie die gepflasterten Hauptstraßen entlang. Besuchen Sie danach die Igreja da Boa Morte mit dem Museum für sakrale Kunst und das Museu das Bandeiras. Am Nachmittag lohnen das Haus von Cora Coralina am Rio Vermelho und ein Spaziergang zur Brücke. Im Mercado Central können Sie regionale Speisen probieren. Die Stadt ist so klein, dass sich alles zu Fuß erreichen lässt; über Nacht bleiben lohnt sich vor allem zur Karwoche und zum Filmfestival. Unterkünfte beschreibt die Seite Hotels in Brasilien.
Häufige Fragen zur Cidade de Goiás
Wann wurde die Stadt gegründet?
1727, als Vila Boa de Goiás am Rio Vermelho. Sie war die erste Hauptstadt der Capitania de Goiás.
Seit wann ist sie Welterbe?
Seit dem 16. Dezember 2001. Der IPHAN hatte das Zentrum 1978 unter Schutz gestellt.
Was ist die Fogaréu-Prozession?
Ein nächtlicher Umzug in der Karwoche, bei dem Männer mit Fackeln und Kapuzen durch die dunklen Gassen ziehen.
Wie weit ist es von Goiânia?
Rund 140 Kilometer, gut zwei Stunden mit dem Auto.
Welche Museen gibt es?
Unter anderem das Museu Casa de Cora Coralina, das Museu de Arte Sacra da Boa Morte, das Museu das Bandeiras und den Palácio Conde dos Arcos.
Wann reisen Sie am besten?
In der Trockenzeit von Mai bis September oder zur Karwoche, wenn der Fogaréu stattfindet.
Wer war Cora Coralina?
Eine Dichterin und Konditorin, 1889 in der Stadt geboren. Ihr Haus am Rio Vermelho ist heute Museum.
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