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Diamantina in Minas Gerais – Welterbe der Diamantenzeit

Diamantina in Minas Gerais war im 18. Jahrhundert eines der wichtigsten Diamantenzentren der Welt. Die Altstadt steht seit 1938 unter Denkmalschutz und wurde im Dezember 1999 von der UNESCO als Welterbe anerkannt; die geschützte Fläche misst 28,5 Hektar. Sehenswert sind Casarões, Barockkirchen, der Mercado Velho und die Vesperata genannten Balkonkonzerte.

Diamantina liegt im Hochland der Serra do Espinhaço, rund 290 Kilometer nördlich von Belo Horizonte. Anders als in den Goldstädten der Region ging es hier um Diamanten. Zur Stadt gehört außerdem ein Naturpark mit Wasserfällen, der nur wenige Kilometer vom Zentrum beginnt.

Verwechseln Sie die Stadt nicht mit der Chapada Diamantina in Bahia, einem eigenen Nationalpark. Diese Seite behandelt ausschließlich Diamantina in Minas Gerais. Ein Vergleich mit einer weiteren Stadt der Region bietet die Seite Ouro Preto.

LageSerra do Espinhaço, Minas Gerais, rund 290 km von Belo Horizonte
WelterbeAltstadt, Dezember 1999; geschützte Fläche 28,5 Hektar
DenkmalschutzIPHAN, 1938
HighlightsCasa de Juscelino Kubitschek, Casa de Chica da Silva, Mercado Velho, Museu do Diamante, Vesperata
NaturParque Estadual do Biribiri mit rund 17.000 Hektar
AnreiseAuto etwa vier bis viereinhalb Stunden ab Belo Horizonte; Bus; Flughafen vorhanden
Empfohlene Dauerzwei bis drei Tage
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Wie wurde Diamantina zur Diamantenstadt?

Die Siedlung entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Arraial do Tijuco, zunächst als Lager von Goldsuchern. Um 1729 wurden hier Diamanten gefunden, danach wuchs der Ort schnell, und die Region stieg zu einem der größten Diamantenzentren der kolonialen Welt auf. Die Ortschaft wurde später in Diamantina umbenannt. Wie die Förderung ablief, zeigt das Museu do Diamante. Mehr zu den Rohstoffen des Landes finden Sie auf der Seite Bodenschätze.

Die Altstadt besteht aus Casarões mit bunten Balkonen und Kirchen mit barocken Elementen. Eine Einordnung der Zeit bietet die Seite Brasilien in der Kolonialzeit.

Warum ist Diamantina Welterbe?

Der IPHAN stellte das Ensemble bereits 1938 unter Denkmalschutz, damit gehört Diamantina zu den ersten geschützten Städten des Landes. Im Dezember 1999 erkannte die UNESCO die Altstadt als Welterbe an; das eingetragene Gebiet umfasst 28,5 Hektar. Gewürdigt wird die Verbindung aus dem Abenteuergeist der Bergbausiedler und einer europäisch geprägten Baukultur, die an die Verhältnisse Amerikas angepasst wurde.

Für Besucher heißt das: Die Altstadt lässt sich zu Fuß erkunden.

Was sehen Sie in der Altstadt?

  • Casa de Juscelino Kubitschek: das Haus, in dem der spätere Präsident seine Kindheit und Jugend verbrachte, heute ein kleines Museum. Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Casa de Chica da Silva: ein Sobrado gegenüber der Igreja do Carmo mit einer Ausstellung zum Leben der freigelassenen Versklavten Chica da Silva.
  • Igreja de Nossa Senhora do Carmo: auffällig durch den Turm, der hinter dem Kirchenschiff steht.
  • Catedral Metropolitana: das Herz des historischen Zentrums.
  • Museu do Diamante: Ausstellung zur Geschichte der Diamantenförderung.
  • Passadiço da Glória: ein blauer Übergang, der zwei Häuser über der Straße verbindet; im Haus sitzt ein Geologiezentrum.
  • Mercado Velho: im 19. Jahrhundert als Rastplatz für Maultiertreiber, die Tropeiros, errichtet; heute Markt und Veranstaltungsort mit Markt am Samstagvormittag.

Öffnungszeiten der Museen unterscheiden sich je nach Quelle und können sich ändern. Erkundigen Sie sich deshalb vor Ort, ob ein Haus geöffnet ist.

Welche Kirchen und Häuser lohnen einen zweiten Blick?

Neben den bekanntesten Stationen besitzt die Altstadt mehrere Kirchen, die sich in Alter und Stil unterscheiden. Die Igreja de São Francisco de Assis an der Praça JK stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; mit dem Bau wurde 1766 begonnen, und sie zählt zu den schönsten Kirchen der Stadt. Ihre Innenausstattung ist im Rokokostil gehalten. Daneben bestehen unter anderem die Igreja do Bonfim und die Capela Imperial Nossa Senhora do Amparo. Kirchen haben unregelmäßige Öffnungszeiten; ist eine Tür offen, lohnt sich ein spontaner Blick.

Das Gebäude Casa da Glória besteht aus zwei Herrenhäusern, die ein blauer Übergang verbindet. Heute gehört es der Bundesuniversität UFMG und beherbergt ein Institut sowie ein kleines Museum. An der Praça JK steht eine Statue des Präsidenten; Juscelino Kubitschek stammt aus Diamantina und verbrachte dort seine Kindheit.

Wo bietet sich ein Aussichtspunkt an?

Der Mirante do Cruzeiro da Serra liegt über der Stadt und bietet einen Rundblick auf die Kolonialstadt und die Berge. Besonders beliebt ist der Sonnenuntergang über dem Vale do Jequitinhonha. Wer dort hinfährt, plant die Rückkehr so, dass er nicht im Dunkeln auf der Zufahrt unterwegs ist.

Wie ordnet sich Diamantina unter den Städten von Minas Gerais ein?

Nach der Entdeckung der Diamanten wuchs der Ort zu einer der größten Siedlungen von Minas Gerais heran, hinter Ouro Preto und São João del-Rei. Zu den Männern, die von der portugiesischen Krone das Recht erhielten, die Minen auszubeuten, zählten die Diamantenkontraktoren João Fernandes de Oliveira und Felisberto Caldeira Brant. Mit Oliveira lebte Chica da Silva zusammen, eine ehemalige Versklavte, die in der gehobenen Gesellschaft der Stadt eine bekannte Gestalt wurde. Als der Diamantenboom endete, geriet die Stadt in Vergessenheit.

Wer mehrere Orte in Minas Gerais verbinden möchte, kann Diamantina mit Ouro Preto und der Landeshauptstadt Belo Horizonte kombinieren. In der Nachbarstadt Serro, zu der historisch auch Tijuco gehörte, liegen weitere kleine Kolonialorte. Die Mischung aus Geschichte, Musik und Wasserfällen macht Diamantina für längere Aufenthalte attraktiver als für einen schnellen Halt.

Was ist die Vesperata?

Die Vesperata ist ein Straßenkonzert, bei dem Musiker von den Balkonen der Casarões spielen, während das Publikum in der Rua da Quitanda an Tischen sitzt oder steht. Die Tradition geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Musiker bei Vesper-Gottesdiensten von den Balkonen spielten. 2016 wurde sie als Kulturerbe von Minas Gerais anerkannt. Aufführungen finden an ausgewählten Samstagen zwischen April und Oktober statt; den Kalender veröffentlicht die Stadtverwaltung. Tickets werden über die offizielle Webseite verkauft und sind meist schnell vergriffen, buchen Sie deshalb früh. An den Vesperata-Wochenenden gibt es zusätzlich Konzerte in Kirchen und den Samstagsmarkt im Mercado Velho.

Welche Natur liegt rund um Diamantina?

Wenige Kilometer vom Zentrum entfernt beginnt der Parque Estadual do Biribiri. Er umfasst rund 17.000 Hektar mit Cerrado und Felsfluren in der Serra do Espinhaço, die von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist. In dem Park liegt die Vila do Biribiri, ein Dorf, das am Ende des 19. Jahrhunderts für die Arbeiter einer Textilfabrik gebaut wurde. Die Fabrik schloss, das Dorf blieb erhalten und steht unter Denkmalschutz; heute leben dort nur wenige Menschen. Zu den Zielen zählen die Wasserfälle Cachoeira da Sentinela und Cachoeira dos Cristais, Naturbecken, Felsmalereien und der historische Caminho dos Escravos, ein langer Weg durch den Park. Kennzeichnend für die Landschaft sind die Sempre-vivas, Blumen, die auch nach dem Pflücken ihre Form behalten.

Planen Sie den Besuch möglichst früh am Tag und prüfen Sie vorab die aktuellen Zugangsbedingungen des Parks. Festes Schuhwerk, Wasser und Sonnenschutz gehören dazu.

Wie kommen Sie nach Diamantina?

Die Stadt liegt etwa 290 Kilometer von Belo Horizonte entfernt. Mit dem Auto dauert die Fahrt rund vier bis viereinhalb Stunden; der Weg führt über die BR-040 und danach über kurvige Bergstraßen. Es gibt Busverbindungen ab Belo Horizonte, und die Stadt hat einen Flughafen. Ein Ausflug von Belo Horizonte aus lohnt sich nur als Mehrtagesreise; planen Sie mindestens eine Übernachtung ein. Hinweise zu Flügen, Bussen und Mietwagen stehen auf der Seite Fortbewegung, eine Einordnung des Ausgangspunkts auf der Seite Belo Horizonte.

Wann ist die beste Reisezeit für Diamantina?

Das Klima ist in dieser Höhenlage tropisch, aber mild. Die Sommer sind regenreich, die Winter trocken und mild; als Trockenzeit gelten meist die Monate von April bis September, in denen sich Stadt und Wasserfälle am besten besuchen lassen. Im Juli und August wird warme Kleidung empfohlen. Wer die Vesperata erleben will, reist zwischen April und Oktober. Eine landesweite Übersicht bietet die Seite Beste Reisezeit.

Wie sieht ein Aufenthalt von drei Tagen aus?

Am ersten Tag bummeln Sie durch die Altstadt: Kathedrale, Casa de Chica da Silva, Igreja do Carmo und Museu do Diamante, am Abend ein Lokal in der Rua da Quitanda. Der zweite Tag gehört dem Parque Estadual do Biribiri mit seinen Wasserfällen. Der dritte Tag bleibt für den Mercado Velho am Samstagvormittag, die Casa de Juscelino Kubitschek und, falls der Termin passt, die Vesperata. Hinweise zur Unterkunft finden Sie unter Hotels in Brasilien.

Häufige Fragen zu Diamantina

Seit wann ist Diamantina Welterbe?

Seit Dezember 1999. Der IPHAN hatte das Ensemble schon 1938 unter Schutz gestellt.

Wie groß ist das Welterbe-Gebiet?

Das eingetragene Gebiet umfasst 28,5 Hektar.

Was ist die Vesperata?

Ein Straßenkonzert in der Rua da Quitanda, bei dem Musiker von den Balkonen spielen. Sie findet an ausgewählten Samstagen zwischen April und Oktober statt.

Wie weit ist es von Belo Horizonte?

Rund 290 Kilometer, mit dem Auto etwa vier bis viereinhalb Stunden.

Welche Kirche gehört zu den schönsten der Stadt?

Die Igreja de São Francisco de Assis an der Praça JK, mit deren Bau 1766 begonnen wurde. Ihr Inneres ist im Rokokostil gestaltet.

Wann beginnt die Geschichte des Ortes?

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Arraial do Tijuco; um 1729 wurden hier Diamanten entdeckt.

Ist Diamantina dasselbe wie die Chapada Diamantina?

Nein. Die Chapada Diamantina liegt in Bahia und ist ein eigener Nationalpark, Diamantina liegt in Minas Gerais.

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