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Petrópolis – Kaiserstadt mit Museu Imperial

Petrópolis ist die Kaiserstadt im Bergland oberhalb von Rio de Janeiro. Kaiser Dom Pedro II. unterzeichnete am 16. März 1843 das Dekret, das den Bau eines Sommerpalasts und die Anlage der Stadt vorsah. Heute zeigt das Museu Imperial die Krone des Kaisers; hinzu kommen Kathedrale, Palácio de Cristal, Brauereikultur und ein milderes Klima als in Rio.

Petrópolis liegt rund 68 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro und ist damit der bekannteste Tagesausflug aus der Hauptstadt der Küste. Die Fahrt führt über die BR-040 in die Berge, in etwa einer Stunde und 15 Minuten mit dem Auto. Wer die Stadt besucht, erlebt kühlere Luft, Alleen, einen historischen Stadtkern und Paläste, die an das 19. Jahrhundert erinnern, als der Hof hier den Sommer verbrachte.

Die Seite erklärt, wie Petrópolis entstand, was Sie im Museu Imperial sehen, welche weiteren Stationen sich lohnen und wie Sie den Besuch mit der Serra dos Órgãos verbinden. Eine Einordnung der Epoche finden Sie auf der Seite Vom Kaiserreich zur Republik.

LageBundesstaat Rio de Janeiro, Serra dos Órgãos
Entfernungrund 68 km von Rio de Janeiro über die BR-040, etwa 1 Stunde 15 Minuten
GründungDekret vom 16. März 1843, erste deutsche Siedler um 1845
HighlightsMuseu Imperial, Catedral São Pedro de Alcântara, Palácio de Cristal, Casa de Santos Dumont, Palácio Quitandinha
Museu ImperialRua da Imperatriz 220; Dienstag bis Sonntag, Sonntag freier Eintritt
Empfohlene Dauerein Tag für die Altstadt, besser zwei Tage mit der Serra dos Órgãos
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Wie entstand Petrópolis?

Der Ort geht auf Dom Pedro I. zurück, der die Fazenda do Córrego Seco erwarb und dort den Palácio da Concórdia bauen wollte. Wegen seiner Abdankung 1831 blieb das Vorhaben unvollendet. Sein Sohn Dom Pedro II. erbte das Anwesen und setzte das Projekt fort. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte er Petrópolis zu seiner Sommerresidenz und verlegte zeitweise sogar den Regierungssitz dorthin.

Den Beginn der Stadt markiert das kaiserliche Dekret Nr. 155 vom 16. März 1843. Es verpachtete Land der Imperial Fazenda do Córrego Seco an den deutschen Militäringenieur Julius Friedrich Koeler. Aufgabe war der Bau eines Sommerpalasts für den jungen Kaiser Dom Pedro II. sowie die Anlage einer Siedlung rundherum. Koeler plante die Stadt mit regelmäßigen Blöcken, breiten Straßen und offenen Kanälen nach europäischem Vorbild. Die Blöcke benannte er nach den Herkunftsregionen der Siedler, etwa Mosela, Renânia und Westfália.

Die ersten deutschen Siedler trafen um 1845 ein; als Ankunftstag gilt der 29. Juni 1845, der Tag des heiligen Petrus. Über den genauen Gründungstag wird diskutiert, weil Dekret und Ankunft der Siedler zwei verschiedene Daten sind. Die meisten Quellen nennen 1843 als Beginn. Der Palácio Rio Negro diente ab 1903 als offizielle Sommerresidenz mehrerer Präsidenten.

Was zeigt das Museu Imperial?

Das Museu Imperial befindet sich im früheren Sommerpalast von Dom Pedro II. und gehört zum Brasilianischen Museumsinstitut Ibram. Die Anschrift lautet Rua da Imperatriz 220 im Zentrum. Zu den Höhepunkten zählt die Krone des Kaisers, in der 639 Edelsteine gefasst sind. Das Museum bewahrt außerdem das Traje Majestático, das Zeremoniengewand, das der Kaiser bei offiziellen Anlässen trug. Es gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse der materiellen Kultur Brasiliens im 19. Jahrhundert. Zum Museumskomplex gehören ferner Archiv, Bibliothek, Gärten und ein Pavillon mit Fahrzeugen.

Der Palast ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet, auch an Feiertagen mit Ausnahme von 1. Mai, Weihnachten und Neujahr. Die Kasse öffnet um 9:30 Uhr und schließt um 17 Uhr; der Palast ist von 10 bis 18 Uhr zugänglich, letzter Einlass 17:15 Uhr. Die Gärten sind von 7 bis 18 Uhr geöffnet, die Tore schließen um 16:45 Uhr. Sonntags ist der Eintritt für alle frei. Kinder unter 5 Jahren und Besucher über 80 Jahre zahlen nichts, für Lehrkräfte, Menschen mit Behinderung und Besucher über 60 Jahre gilt der halbe Preis. Gezahlt wird bar oder per Pix; Öffnungszeiten und Preise können sich ändern, prüfen Sie sie vorab auf der Seite des Museums. Zusätzlich wird eine Licht-und-Ton-Vorführung angeboten, deren Termine das Museum nennt.

Welche weiteren Sehenswürdigkeiten gehören zu Petrópolis?

  • Catedral São Pedro de Alcântara: eine neugotische Kathedrale mit dem Mausoleum der Kaiserfamilie.
  • Palácio de Cristal: eine Konstruktion aus Eisen und Glas, die der Conde d’Eu in Auftrag gab. Heute dient das Gebäude als Ort für Kulturveranstaltungen und Messen; der Eintritt ist frei.
  • Casa de Santos Dumont: Alpenchalet, das der Flugpionier 1918 nach eigenen Plänen bauen ließ; es heißt „A Encantada“.
  • Palácio Quitandinha: ein ehemaliges Kasino, das 1944 eröffnet wurde, im normannischen Stil gehalten und mit einem für die damalige Zeit sehr großen Festsaal.
  • Casa da Princesa Isabel: kann nur von außen besichtigt werden.
  • Palácio Rio Negro: seit 1903 Sommerresidenz mehrerer Präsidenten, heute ein Museum.

Koelers Planung ist im Stadtbild noch zu erkennen: Er sah Kanäle vor und richtete die Häuser zu den Flüssen hin aus, um Schäden für die Umwelt zu vermeiden. Der Einfluss der deutschen Einwanderer, die 1845 eintrafen und Agrarkolonien gründeten, zeigt sich bis heute in Architektur, Wirtschaft und Kultur. Ein Spaziergang entlang der Kanäle ist deshalb eine gute Ergänzung zum Museumsbesuch und verbindet die Stationen im Zentrum.

Die Stadt lässt sich im Zentrum gut zu Fuß erkunden. Für Quitandinha und andere Sehenswürdigkeiten außerhalb des Kerns bieten sich Taxi oder Fahrdienst an. Klären Sie vor dem Besuch, ob die Häuser für Innenbesichtigungen geöffnet sind, denn einige sind nur zeitweise zugänglich.

Warum gilt Petrópolis als Bierstadt?

In Petrópolis wurde 1853 die Brauerei Bohemia gegründet, die als erste Brauerei Brasiliens gilt. Seitdem hat sich in der Stadt eine Bierkultur entwickelt, die auch Besucher heute prägt. Craft-Bier-Veranstaltungen und gastronomische Feste gehören zum Programm; so gibt es eine Craft-Bier-Messe, die am zweiten Wochenende jedes Monats vor der Câmara Municipal stattfindet. Die Termine wechseln, informieren Sie sich vorab.

Die Stadt feiert außerdem Feste, die an ihre Einwanderer erinnern, darunter ein Bauernfest zu Ehren der Deutschen, das japanische Fest Bunka-Sai und das italienische Serra Serata. Im Winter gibt es ein Festival mit Konzerten, Oper, Ballett und Theater; zum Jahresende wird die Stadt als Natal Imperial beleuchtet. Mehr zu Küche und Getränken des Landes bietet die Seite Brasilianische Küche.

Wie kommen Sie von Rio de Janeiro nach Petrópolis?

Von Rio de Janeiro sind es rund 68 Kilometer über die BR-040. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und 15 Minuten, bei viel Verkehr länger. Mit Mietwagen, Reisebus oder organisiertem Ausflug lässt sich die Stadt an einem Tag besuchen, doch wer Museum, Kathedrale und Palácio de Cristal in Ruhe ansehen will, plant am besten zwei Tage ein. Allgemeine Hinweise zu Verkehrsmitteln finden Sie auf der Seite Fortbewegung, Informationen zum Ausgangspunkt auf der Seite Rio de Janeiro.

Wann ist die beste Reisezeit für Petrópolis?

Wegen der Höhenlage ist das Klima deutlich milder als in Rio, und die Stadt war als Sommerresidenz beliebt. Der Sommer ist kurz, schwül und oft bewölkt, der Winter mild und meist klar; die kältesten Monate sind Juni, Juli und August. In dieser Zeit ist Fondue besonders beliebt, im Zentrum und im Ortsteil Itaipava. Im Winter findet das Festival de Inverno statt, zum Jahresende wird die Stadt für Natal Imperial beleuchtet. Eine landesweite Übersicht über Klima und Saison bietet die Seite Beste Reisezeit.

Wie verbinden Sie Petrópolis mit der Serra dos Órgãos?

Petrópolis liegt mitten in der Serra dos Órgãos, die ein eigener Nationalpark schützt. Von der Stadt aus beginnt die Travessia, eine rund 30 Kilometer lange Wanderung in etwa drei Tagen nach Teresópolis. Der Park hat auch einen Eingang in Petrópolis. Wer nicht mehrere Tage wandern will, kombiniert den Stadtbesuch mit einem Tagesausflug in den Park. Alle Informationen zu Wegen und Zeiten bietet die Seite Serra dos Órgãos.

Wie sieht ein Tagesplan für Petrópolis aus?

Beginnen Sie am Vormittag im Museu Imperial und rechnen Sie für den Palast und die Gärten ein bis zwei Stunden. Danach lohnt der Weg zur Catedral São Pedro de Alcântara, wo das Mausoleum der Kaiserfamilie liegt. Am Nachmittag bieten sich der Palácio de Cristal und, falls Zeit bleibt, die Casa de Santos Dumont an. Wer Bier mag, schließt den Tag in einer Brauerei oder einem Lokal im Zentrum ab. Mit einem zweiten Tag können Sie den Palácio Quitandinha und den Nationalpark besuchen.

Häufige Fragen zu Petrópolis

Wann wurde Petrópolis gegründet?

Als Beginn gilt das kaiserliche Dekret vom 16. März 1843. Die ersten deutschen Siedler kamen um 1845.

Was ist im Museu Imperial zu sehen?

Die Krone Dom Pedros II. mit 639 Edelsteinen, das Zeremoniengewand des Kaisers, Archiv und Bibliothek sowie die Räume des früheren Sommerpalasts.

Wann ist der Eintritt ins Museum frei?

Sonntags für alle Besucher. Außerdem zahlen Kinder unter 5 und Besucher über 80 Jahren nichts.

Wie weit ist Petrópolis von Rio entfernt?

Rund 68 Kilometer über die BR-040, gut eine Stunde mit dem Auto.

Welche Feste gibt es in Petrópolis?

Zu den bekannten Veranstaltungen zählen das Bauernfest, das japanische Fest Bunka-Sai, das italienische Serra Serata, das Festival de Inverno im Winter und die Weihnachtsbeleuchtung Natal Imperial zum Jahresende.

Wie ist das Klima in Petrópolis?

Milder als in Rio: kurze, schwüle Sommer und milde, meist klare Winter. Die kältesten Monate sind Juni bis August.

Reicht ein Tag?

Für die wichtigsten Stationen der Altstadt ja. Mit Quitandinha und dem Nationalpark sind zwei Tage besser.

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