Amazonas-Tourismus bricht Rekorde: 40 % mehr internationale Besucher – und Manaus wird zum globalen Reisetrend
Der brasilianische Bundesstaat Amazonas erlebt gerade einen historischen Tourismusboom: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 stieg die Zahl internationaler Besucher um satte 40 % – und auch 2026 setzt der Aufwärtstrend fort. Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates, wurde von Booking.com unter die zehn globalen Reiseziel-Trends für 2026 gewählt. Gleichzeitig peilt ganz Brasilien eine Rekordmarke von zehn Millionen internationalen Gästen für das laufende Jahr an – ein Meilenstein, der zum Greifen nah ist.

Amazonas wächst schneller als der Rest Brasiliens
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wuchs der internationale Tourismus im Bundesstaat Amazonas um 40 %. Die meisten dieser Reisenden stammen aus den USA und Europa und kommen, um den größten tropischen Regenwald der Welt zu erleben. Auch der Blick auf die Herkunftsländer ist aufschlussreich: Ausländische Touristinnen und Touristen, die den Bundesstaat Amazonas besuchen, kommen überwiegend aus den USA, Kolumbien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Dieser Trend setzt sich auch 2026 fort. Laut der staatlichen Tourismusgesellschaft Amazonastur registrierte der Bundesstaat Amazonas im Januar 2026 ein Wachstum der Tourismusaktivitäten – und das, während das Land insgesamt eine Abschwächung verzeichnete. Daten des Statistikinstituts IBGE zeigen, dass Amazonas im Vergleich zu Dezember 2025 um 4,7 % zulegte, während Brasilien als Ganzes im selben Zeitraum eine Schrumpfung von 1,1 % verbuchen musste. Im Jahresvergleich mit Januar 2025 fiel das Ergebnis noch eindrucksvoller aus: Amazonas verzeichnete ein Wachstum von 13,7 % beim Volumen der Tourismusaktivitäten – eines der stärksten Ergebnisse unter allen untersuchten Bundesstaaten.
Auch in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 wies die Statistik klar nach oben: Der Tourismus im Bundesstaat Amazonas wuchs insgesamt um 13 %, wobei die Zahl ausländischer Reisender um 21,85 % zulegte, wie die Tourismusbehörde des Bundesstaates Amazonas mitteilt.
Manaus: Vom Tor zum Regenwald zum globalen Trendreiseziel
Manaus hat es in die Reihe der zehn globalen Trendreiseziele für 2026 geschafft – gemäß einem Ranking, das die Plattform Booking.com veröffentlicht hat. Die jährliche Untersuchung wertet Daten zu Suchanfragen, Buchungen und Reiseentscheidungen von Reisenden aus aller Welt aus und hebt Städte hervor, die durch internationales Interesse, authentische kulturelle Erlebnisse und nachhaltigen Tourismus überzeugen.
Manaus erlebt damit eine neue Ära im Tourismus: Die Hauptstadt Amazoniens hat aufgehört, nur ein Durchgangsort zur Natur zu sein, und nimmt nun eine strategische Rolle auf der nationalen und internationalen Bühne ein. Im Februar 2026 listete das Portal „Brasil em Mapas“ die Stadt auf Platz 5 unter 50 empfehlenswerten Reisezielen in Brasilien für 2026 – nur wenige Wochen, nachdem Booking.com Manaus unter die globalen Trendreiseziele aufgenommen hatte.
Die amazonische Hauptstadt verbindet urbane Infrastruktur mit direkter Nähe zum Regenwald und bietet so Erlebnisse, die Umwelt, Kultur und regionale Identität miteinander vereinen. Manaus verfügt über die wichtigste Luftverkehrsinfrastruktur der Nordregion Brasiliens, empfängt Flusskreuzfahrten und dient als logistische Basis für Naturtourismus, Sportfischen und Kulturveranstaltungen.
Brasilien insgesamt auf Rekordkurs: Zehn Millionen Besucher im Visier
Der Boom im Amazonas ist eingebettet in eine außergewöhnliche Rekordjagd des gesamten Landes. Offiziellen Regierungszahlen zufolge hatte Brasilien bis zum 1. September 2026 bereits mehr als acht Millionen internationale Besucher empfangen – ein Ergebnis, das mehr als 31 % über dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres liegt. Das brasilianische Tourismusministerium und Embratur bezeichnen die Ergebnisse als historisch und arbeiten nun darauf hin, die Marke von zehn Millionen internationalen Besuchern im gesamten Jahr 2026 zu erreichen.
Auch die Ausgaben ausländischer Reisender bewegen sich auf Rekordniveau: Internationale Gäste gaben im August 2026 insgesamt 4,8 Milliarden Reais in Brasilien aus – deutlich mehr als die 4,1 Milliarden Reais, die im August 2025 verbucht wurden. Im ersten Quartal 2026 flossen nach Angaben der brasilianischen Zentralbank Rekordeinkünfte von 3,2 Milliarden US-Dollar durch internationale Reisende in die Volkswirtschaft – ein Anstieg von 11,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
In den Monaten Januar und Februar 2026 verzeichnete Brasilien ein Plus von 18,55 % bei den Ankünften aus Europa – das beste Ergebnis für diesen Zeitraum seit 20 Jahren. Wer also Europäer oder Europäerin ist und sich noch fragt, ob der Zeitpunkt für eine Reise in den Amazonas günstig ist: Die Antwort lautet eindeutig ja.
Warum der Amazonas für Natururlaub so attraktiv ist
Der Amazonas bietet weit mehr als nur Regenwald. Manaus ist der wichtigste Knotenpunkt für Ökotourismus im Norden Brasiliens und der beste Ausgangspunkt, um den Regenwald zu erkunden. Für Naturliebhaberinnen und -liebhaber, die auf Brasilienreise gehen möchten, ergeben sich hier einzigartige Möglichkeiten:
- Flusstouren auf dem Amazonas und Rio Negro: Mehrtägige Bootsfahrten durch das Herz des Regenwaldes gehören zu den unvergesslichsten Erlebnissen Brasiliens.
- Begegnung der Wasser: Das spektakuläre Naturschauspiel, bei dem der dunkle Rio Negro und der hellbraune Amazonas einige Kilometer lang nebeneinanderfließen, ohne sich zu vermischen, liegt direkt vor den Toren von Manaus.
- Arquipélago de Anavilhanas: Eines der größten Flussinselarchipele der Welt – ein Eldorado für Naturbeobachtungen.
- Ponta Negra: Der städtische Sandstrand von Manaus am Rande des Rio Negro ist besonders in der Trockenzeit (Juli bis Oktober) beliebt und verbindet Stadtleben mit Badevergnügen.
- Indigene Gemeinschaften: Verschiedene Anbieter ermöglichen respektvolle Begegnungen mit indigenen Bevölkerungsgruppen und einen Einblick in deren Lebensweise und Kultur.
- Teatro Amazonas: Das legendäre Opernhaus aus der Kautschukboom-Ära ist eines der bekanntesten Bauwerke Brasiliens und ein Muss für jeden Manaus-Besuch.
Die besten Reisezeiten und praktische Tipps für den Amazonas-Urlaub
Wer einen Pauschalurlaub in Brasilien mit dem Amazonas verbinden möchte, sollte einige Besonderheiten beachten. Der Regenwald hat zwei sehr unterschiedliche Hauptsaisons, die jeweils ganz andere Erlebnisse bieten:
Trockenzeit (Juli bis Oktober)
Die Trockenzeit gilt als klassische Hochsaison im Bundesstaat Amazonas. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 28 bis 33 Grad Celsius, die Regenmenge ist vergleichsweise gering, und Sandstrände tauchen entlang der Flussufer auf – darunter auch an der Ponta Negra in Manaus. Tiere wie Flussdelfine, Riesenseeadler und Kaiman sind in dieser Zeit besonders gut zu beobachten, da der Wasserstand niedrig ist und die Uferzonen freiliegen.
Regenzeit (Dezember bis Mai)
In der Regenzeit steigt der Wasserstand des Amazonas dramatisch an – um bis zu zwölf Meter. Wer ein Boot durch überschwemmte Wälder lenkt und Pinkfarbene Flussdelfine inmitten der Baumwipfel beobachtet, erlebt die sogenannte „Várzea“ in ihrer vollen Pracht. Diese Saison ist deutlich günstiger, weniger überlaufen und für Abenteuertouristinnen und -touristen oft die spannendere Wahl. Für einen Last-Minute-Urlaub nach Brasilien lassen sich hier echte Schnäppchen finden.
Praktische Einreise- und Gesundheitstipps
- Gelbfieberimpfung: Für Reisen in den Bundesstaat Amazonas dringend empfohlen und vielerorts verpflichtend; unbedingt frühzeitig beim Arzt erfragen.
- Mückenrepellent: Hochwertiger DEET-haltiger Schutz ist im Regenwald unverzichtbar.
- Direktflüge: Manaus (Flughafen Eduardo Gomes, IATA: MAO) ist von São Paulo und Rio de Janeiro aus mehrmals täglich erreichbar; internationale Verbindungen laufen meist über diese Drehkreuze.
- Visto: Deutsche Staatsangehörige reisen visumfrei nach Brasilien ein; der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
- Währung: Bezahlt wird in Brasilianischen Reais (BRL); Kreditkarten werden in Manaus-Hotels und Restaurants weitgehend akzeptiert, in entlegenen Gebieten jedoch nur Barzahlung.
- Reisezeit planen: Aufgrund der steigenden Nachfrage – besonders unter europäischen Gästen – lohnt es sich, Unterkünfte und geführte Touren frühzeitig zu buchen.
Nachhaltigkeit: Fluch und Segen des Booms
Mit dem Wachstum kommen auch Herausforderungen. Wie Reisejournalistinnen und -journalisten berichten, ist der steigende Tourismus für die Bewohnerinnen und Bewohner der Region ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schafft er Einkommensquellen und Infrastruktur, andererseits wächst der Druck auf fragile Ökosysteme und indigene Gemeinschaften. Wer die Natur Brasiliens erleben möchte, trägt daher eine besondere Verantwortung: Zertifizierte Ökotourismus-Anbieter wählen, lokale Guides buchen und die Verhaltensregeln in Schutzgebieten strikt einhalten. Nur so bleibt der Regenwald das, was er ist – das grüne Herz der Erde und ein Reiseziel, das auch künftige Generationen begeistern wird. Wer außerdem seinen Brasilien-Urlaub sorgfältig plant, findet zahlreiche nachhaltige Angebote, die Ökologie und unvergessliche Erlebnisse verbinden. Einen ersten Überblick über weitere Naturreiseziele bietet unsere Seite zu Kultur und Natur in Brasilien.
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Häufige Fragen zum Amazonas-Urlaub
Wie stark ist der Tourismus im Amazonas zuletzt gewachsen?
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 verzeichnete der Bundesstaat Amazonas ein Wachstum von 40 % bei internationalen Besucher:innen. Im Januar 2026 legte die Tourismusaktivität im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals um 13,7 % zu – während das brasilianische Gesamtland im selben Zeitraum eine leichte Schrumpfung verzeichnete.
Woher kommen die meisten internationalen Gäste im Amazonas?
Die wichtigsten Herkunftsländer sind die USA, Kolumbien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Besonders das Segment europäischer Gäste wächst stark: Für ganz Brasilien legte der Anteil europäischer Ankünfte in den ersten beiden Monaten 2026 um 18,55 % zu – das beste Ergebnis seit 20 Jahren.
Warum wurde Manaus als Trendreiseziel 2026 ausgezeichnet?
Booking.com hat Manaus aufgrund von Wachstumsdaten bei internationalen Suchanfragen und Buchungen unter die zehn globalen Trendreiseziele für 2026 aufgenommen. Die Stadt überzeugt durch ihre einzigartige Kombination aus urbaner Infrastruktur und der direkten Nähe zum größten Regenwald der Welt sowie durch authentische kulturelle Erlebnisse.
Wann ist die beste Reisezeit für den Amazonas?
Die Trockenzeit von Juli bis Oktober gilt als Hochsaison: Die Regenfälle sind moderat, Sandstrände tauchen auf, und Wildtiere sind leichter zu beobachten. Die Regenzeit (Dezember bis Mai) bietet ein völlig anderes, faszinierendes Erlebnis – überschwemmte Wälder, Flussdelfine und deutlich weniger Touristen.
Brauche ich eine Gelbfieberimpfung für den Amazonas?
Ja, für Reisen in den Bundesstaat Amazonas wird eine Gelbfieberimpfung dringend empfohlen und ist in manchen Einreiseländern sogar Pflicht beim Rückflug. Die Impfung sollte mindestens zehn Tage vor Reiseantritt durchgeführt werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder einem Reisemedizin-Zentrum.
Wie reise ich am besten nach Manaus?
Manaus wird über den internationalen Flughafen Eduardo Gomes (MAO) angeflogen. Von Deutschland aus geht es in der Regel mit einem Stopp in São Paulo (GRU) oder Rio de Janeiro (GIG) weiter nach Manaus. Die Flugzeit von São Paulo beträgt rund drei bis vier Stunden. Direktverbindungen aus Europa existieren derzeit nicht.
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Jedes Jahr werden im Regenwald zahlreiche Brände registriert. Doch dieses Jahr ist die Lage besonders prekär. Seit Januar wurden in Brasilien bereits über 82.000 Brände gezählt. Somit stieg die Anzahl der Brandrodungen im Vergleich zum Vorjahr um ganze 77 Prozent. (mehr …)
In Brasilien wird weniger Regenwald vernichtet
In Brasilien werden pro Jahr mehrere Tausend Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, dennoch soll sich der Abbau im letzten Jahr nach offiziellen Angaben des brasilianischen Umweltministeriums verlangsamt haben. Von Mitte 2013 bis Sommer 2014 seien knapp 4900 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas gerodet oder abgebrannt worden. Das waren immerhin 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, für Brasilien fast schon eine positive Überraschung. Die vernichtete Fläche ist aber immer noch in etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Genauere Daten sollen erst in den kommenden Monaten vorgelegt und näheren Aufschluss über die Details geben. Dennoch kann von einem Ende des Raubbaus im Amazonas-Regenwald noch lange keine Rede sein. Die Umweltschutzorganisation WWF ist davon überzeugt, dass angesichts der äußerst starken Agrarlobby nicht viel Gutes für die kommenden Jahre zu erwarten sei.
Die Zukunft sieht dennoch eher düster aus
Die Zukunft in Sachen Regenwald-Abholzung sieht in der Tat eher düster aus. Denn die Rodungen werden wohl weitergehen. Alleine im Jahr 2013 stieß Brasilien 8% mehr Treibhausgase aus als 2012. Ein bedeutender Grund dafür war vor allem auch die Zunahme der Abholzung im Amazonas-Regenwald zwischen 2012 und 2013. Die Veröffentlichung dieser Zahl kommt nur wenige Tage vor dem Beginn einer erneuten Uno-Klimakonferenz in Peru. Dort soll es, wie eigentlich immer, um den Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder gehen. Der Amazonas ist für das Ökosystem der Erde besonders wichtig. Denn der Amazonas-Regenwald gilt als „Lunge der Welt“ und da die Vegetation Kohlenstoffdioxid aufnimmt und in Sauerstoff umwandelt, ist die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien eine der Hauptursachen für die klimaschädlichen CO2-Emissionen.