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Brasilien – Die Präsidentin bleibt im Amt

Brasiliens links-sozialistische Präsidentin Dilma Rousseff bleibt im Amt. Wie die Wahlbehörde des größten Landes in Lateinamerika mitteilte, gewann Rousseff die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 51,45 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Ihr Herausforderer Aécio Neves von der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSDB) kam nur auf 48,55 Prozent. Rousseff erklärte schon kurz nach ihrer Wiederwahl, dass sie den Dialog mit anderen Parteien und der Bevölkerung in ihrer zweiten Amtszeit ausbauen werde. Sie glaube nicht an eine Spaltung der brasilianischen Bevölkerung, wie dies von den Medien immer wieder kolportiert wurde. Sie versprach zudem, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen. „Ich will eine deutlich bessere Präsidentin als bisher sein“, rief sie ihren Wählern bei einer Siegesfeier zu. Auch der Kampf gegen die „Krake der Korruption“ werde intensiviert und mit aller Härte geführt.

Schon drei Jahre an der Macht

Rousseff übernahm das höchste Staatsamt Brasiliens Anfang 2011 von ihrem Parteifreund Luiz Inácio Lula da Silva, der mit hohen Wachstumsraten und Sozialprogrammen bei der Bevölkerung punkten konnte. Der diesjährige Wahlkampf galt als der heftigste seit Brasiliens Demokratisierung in den 80ern. Seit dem Jahr 1995 hatten nur Kandidaten von Neves‘ Sozialdemokratischer Partei und Rousseffs Arbeiterpartei das Präsidentenamt inne. Beide Kandidaten hatten Anfang Oktober in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am besten abgeschnitten, wodurch die Stichwahl erst notwendig wurde. Rousseff erhielt 42 Prozent aller Stimmen, Neves 34 Prozent. Die vorher noch hoch gehandelte Ex-Umweltministerin Marina Silva war mit nur 21 Prozent abgeschlagen. Sie konnte an der Stichwahl nicht mehr teilnehmen und zog sich vorläufig aus der Politik zurück.

Google baut Unterwasserkabel nach Brasilien

Google steckt weiteres Geld und neue Bemühungen in die Verbesserung der Datenübertragung. Das weltweit bekannte Unternehmen wird sich am Bau eines Unterseekabels von den USA nach Brasilien beteiligen. Es handelt sich bereits um das zweite Unterseekabelprojekt dieser Art im Jahr 2014, an welchem sich Google beteiligt. Das Kabel setzt sich aus sechs Glasfaserpaaren zusammen und ermöglicht eine Datendurchsatzrate von 64 TBit/s. Die Kosten des Projekts sollen sich nach vorsichtigen Schätzungen auf bis zu 60 Millionen US-Dollar belaufen, 2016 soll die Verlegung des Kabels abgeschlossen sein. Startpunkt des Kabelbaus ist der bekannte Nobelort Boca Raton im US-Bundesstaat Florida. Das Kabel wird in Brasilien an gleich zwei Punkten ankommen. In Fortaleza im Bundesstaat Ceará im Nordosten und in Santos im Bundesstaat São Paulo im Süden. An dem Projekt ist nicht nur Google beteiligt, sondern auch die Telekommunikationsanbieter Algar Telecom aus Brasilien und Antel aus dem benachbarten Uruguay.

Gewaltige Kabelverlegung nach Ostafrika geplant

Doch es sind schon weitere Großprojekte in Planung, nämlich quer über den Atlantik. Von Brasilien aus soll das Kabel über den „Großen Teich“ an Afrikas Westküste verlegt werden und in Angola „andocken“. Von dort soll das Kabel dann über Land nach Ostafrika weiterverlegt werden. Ab dem Jahr 2016 soll Ostafrika mit Brasilien verbunden sein. Über das Kabel kann Google den Datenbestand seiner Rechenzentren in den USA nach Brasilien spiegeln. Auf diese Art und Weise kann Google sicherstellen, dass seine Dienste ohne Probleme funktionieren. Doch das Projekt wird teuer, gerade für finanziell klamme Staaten in Afrika, durch die das Kabel führen soll. Es werden in den kommenden Wochen wohl noch einige Verhandlungen notwendig sein, um die Finanzierung abzusichern.

Präsidentin Rousseff muss in die Stichwahl

Bei den Präsidentschaftswahlen am gestrigen Sonntag, dem 5.10., hat Amtsinhaberin Rousseff von der Arbeiterpartei PT die meisten Stimmen erhalten – entschieden ist damit jedoch noch gar nichts. 41% der Wähler stimmten für die seit 2011 amtierende Präsidentin, 34% für den Sozialdemokraten Aécio Neves. Damit hat Rousseff ihr Ziel, mit zehn Prozent Vorsprung auf die Konkurrenz aus der Wahl hervorzugehen, nicht erreicht. Am 26. Oktober kommt es zur Stichwahl zwischen der Präsidentin und dem Herausforderer. Die wahre Verliererin der Wahlen ist jedoch die Ex-Umweltministerin Marina Silva (Sozialistische Partei). Silva, die im Vorfeld als Hauptkonkurrentin von Rousseff galt und im Wahlkampf von der Regierungspartei PT immer wieder hart attackiert wurde, konnte nur 21% der Wählerstimmen erringen.

Silvas Anhänger werden die Stichwahl entscheiden

Diese 21% werden bei der Stichwahl entscheidend sein. Denn wenn sie in das Lager des sozialdemokratischen Kandidaten Neves wechseln sollten, stehen seine Chancen gut, Rousseff, deren Partei PT seit zwölf Jahren das Land regiert, im Präsidentenamt abzulösen. Silva hat noch keine klare Wahlempfehlung ausgesprochen, zunächst will sie mit den Parteien verhandeln. In einer Rede nach der Wahl betonte sie jedoch, dass sich Brasilien einen Wandel wünsche. In Fragen der Wirtschaftspolitik steht sie Neves nahe, der für freie Märkte eintritt und die Korruption in der Regierungspartei kritisiert. Bei anderen Themen, wie etwa der Umweltpolitik, sind die Schnittmengen jedoch deutlich geringer. Ob sie sich tatsächlich auf Neves‘ Seite schlägt und ob ihre Anhänger überhaupt einer Empfehlung folgen werden, ist also noch offen. Rousseff hat bereits angekündigt, für die Mehrheit der Brasilianer kämpfen zu wollen. So oder so werden die drei kommenden Wochen wohl noch einen äußerst harten Wahlkampf bringen, bevor sich entscheidet, wer in Zukunft die Geschicke des größten südamerikanischen Landes lenkt.

Wechselstimmung in Brasilien, doch niemand profitiert davon

Kurz vor den Wahlen am kommenden Sonntag herrscht im Riesenreich Brasilien eine lange nicht dagewesene politische Wechselstimmung. Doch kurioserweise ist kein Kandidat in Sicht, der davon profitieren könnte. Und so könnte fast schon die tragikomische Situation eintreten, dass die unbeliebte Amtsinhaberin Dilma Rousseff mangels geeigneter Alternativen Präsidentin bleiben wird. Zwar droht Roussef im ersten Wahlgang ein Patt und damit eine Stichwahl, doch laut Meinungsforschern wäre sie in einem zweiten Urnengang klare Favoritin gegen die blasse Hauptkonkurrentin Marina Silva. Die Herausforderin erlebte zwar ein gewaltiges Umfragehoch, nachdem sie für ihre Sozialistische Partei PSB im August Nachfolgerin des tödlich verunglückten Eduardo Campos wurde. Doch dieses Hoch ist längst verflogen.

Silvas Programm gilt als inhaltsarm

Denn ihr groß angekündigtes Versprechen, eine neue Politik zu implementieren, entpuppte sich schnell als „heiße Luft“. Silvas Programm gilt als inhaltsarm, das sich in den üblichen Phrasen erschöpft, die die Brasilianer nicht mehr hören wollen. Für jene Millionen Brasilianer, die sich mehr Innovation und Transparenz im politischen Prozess und vor allem massive Investitionen in Bildung, Gesundheit, Transport und Sicherheit wünschen, hat Silva nichts zu bieten. Vor allem die farbige Bevölkerung fürchtet, dass es sich bei den Wahlen um einen „Wettkampf der weißen Aristokratie“ handeln könnte und sich für die ärmeren Bevölkerungsschichten nichts verändern und verbessern wird, ganz gleich, wer Präsidentin wird.

Telefonica zieht es auf den brasilianischen Markt

Der spanische Telekommunikations-Gigant Telefonica übernimmt die Internet-Tochter GVT vom französischen Konzern Vivendi. Der Kaufpreis soll bei über sieben Milliarden Euro liegen, 4,7 Milliarden sollen davon in bar bezahlt werden. Zudem erhält Vivendi nach eigenen Angaben Aktien der brasilianischen Telefonica-Tochter und von Telecom Italia im Wert von über drei Milliarden Euro. Das spanische Unternehmen hatte sich in einem sogenannten Bieterstreit gegen die Telecom Italia durchgesetzt und will mit der Übernahme sein Geschäft mit schnellen Internetverbindungen in Brasilien ausbauen. Kein Wunder, denn Brasilien ist ein schlafender Wirtschaftsriese, der sich noch immer in der „Aufwachphase“ befindet.

Wachstumspotenzial in Brasilien gilt als gewaltig

Das spanische Großunternehmen sieht ein nahezu gigantisches Wachstumspotenzial im Land am Amazonas. Denn während die Märkte in Europa als nahezu gesättigt gelten und daher nur noch schwache Wachstumsmöglichkeiten im Mobilfunk- und Internetbereich bieten, lockt Lateinamerika, allen voran das riesige Brasilien, mit traumhaften Aussichten auf Wachstum. Aber auch für Vivendi bedeutet der Verkauf der Tochter GVT eine klare strukturelle Veränderung. Denn für die Franzosen ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg von einem breit aufgestellten Konglomerat zu einer Medien- und Entertainment-Gruppe. Zudem ist der Verkauf von GVT für die Franzosen ein finanzieller Erfolg, schließlich waren im letzten Jahr die Verkaufsbemühungen an potenzielle Käufer wegen unterschiedlicher Vorstellungen gescheitert.

Soziale Ungerechtigkeit in Brasilien bleibt ein Problem

In Brasilien werden die ärmsten Schichten der Bevölkerung immer noch deutlich stärker von Abgaben belastet als die wohlhabenderen Gesellschaftsschichten, so eine neue Studie des Instituts für sozioökonomische Studien (Inesc) mit dem Titel „Die Folgen des brasilianischen Steuersystems auf die Ungleichheit der Einkommen“. Vor allem Schwarze und Frauen zahlen meist deutlich höhere Steuern als männliche und weiße Brasilianer. In Brasilien stellen die portugiesisch-stämmigen Weißen nachwievor die Bevölkerungsmehrheit von knapp 60% und gelten als klar wohlhabender als Schwarze, Mulatten und Indios. Das geltende Recht im brasilianischen Steuerwesen verschärft nach Ansicht von Experten die vorherrschenden Klassenunterschiede und diskriminiere zudem farbige und weibliche Staatsbürger des Riesenreiches.

Steuersystem gilt als altmodisch

Laut einem Politikwissenschaftler der Universität von Brasília (UnB) ist das Steuersystem zudem äußerst rückschrittlich. Das Schwarze und Frauen überproportional höhere Steuern als der Rest der Bevölkerung zahle, wirke sich besonders negativ auf den Staatshaushalt aus. Denn die „Schonung“ der reichen Oberschicht entziehe dem Staat wichtige Einnahmen, etwa für Investitionen im Bereich der Infrastruktur. Steuern würden außerdem vor allem auf Produktion und Konsum erhoben, was am stärksten die einfache, arbeitende Bevölkerung belaste. Politikwissenschaftler und Soziologen fordern daher eine stärkere Umverteilung des Vermögens der brasilianischen Bevölkerung, auch um möglichen Unruhen im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio vorzubeugen..

Brasilien rutscht in die Rezession

Brasilien ist zur Überraschung vieler Experten in eine tiefe Rezession geschlittert. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im ersten Halbjahr 2014 deutlich, wie aus den Daten des brasilianischen Statistikamtes nun hervorgeht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gab zwischen den Monaten April und Juni um bis zu 0,6 Prozent nach. Zu Jahresbeginn hatte das Minus nur bei 0,3 Prozent gelegen. Die Fußball-WM im Juni und Juli hatte einen spürbaren Bremseffekt für die einheimische Wirtschaft zur Folge, denn die Fabriken schränkten an den Spieltagen ihre Produktion ein, da die Städte wegen der Spiele eigene Feiertage ausriefen. Die Behörden wollten mit diesem Schritt die enormen Verkehrsstaus und andere logistische Probleme rund um die WM-Stadien eindämmen.

Abschwung kommt überraschend

Das die Konjunktur des riesigen Flächenlandes nun ins Stocken geraten ist, kommt für die Regierung in der Hauptstadt Brasilia überraschend. Bei einer ersten Schätzung für den Jahresbeginn war beim BIP noch ein Plus von 0,2 Prozent veranschlagt worden. Weil die Wirtschaft nun aber gleich zwei Quartale in Folge geschrumpft ist, sprechen einheimische Volkswirte von einer „technischen Rezession“. Zuletzt war die Wirtschaft Brasiliens während der Finanzkrise 2008 dermassen stark geschrumpft.

Marina Silva kandidiert als Präsidentin

Die sozialistische Partei in Brasilien hat eine Nachfolgerin für Eduardo Campos nominiert. Campos war vor Kurzem auf tragische Art und Weise bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Silva rechnet sich gute Chancen aus, in das Präsidentenamt gewählt zu werden.
Die Parteiführung hatte sich einstimmig für die 56-jährige ausgesprochen, die einst schon das Amt der Umweltministerin begleitete. In den Meinungsumfragen lag Campos vor seinem Tod noch hinter Amtsinhaberin Dilma Rousseff und dem dritten Kandidaten Aecio Neves zurück. Seit seinem Tod ist dessen Nachfolgerin Marina Silva in den Umfragen nun gleichauf mit Neves.

Silva war früher schon einmal Präsidentschaftskandidatin

Breite Unterstützung genießt Silva vor allem bei jenen Brasilianern, die mit dem ins Stocken geratenen Wirtschaftswachstum, den hohen Steuern und dem maroden Bildungssystem unzufrieden sind. Die 56-jährige Silva war schon zwischen 2003 und 2008 unter Rousseffs Vorgänger Luiz Inácio Lula als Umweltministerin tätig. In ihrer Amtszeit setzte sie sich sehr für den Erhalt des Regenwaldes im Amazonas ein, was ihr weltweiten Respekt einbrachte. Doch bei den Parlamentswahlen im Jahr 2009 brach ihre sozialistische Arbeiterpartei regelrecht ein und schloss sich den Grünen an, für die sie ein Jahr später sogar schon bei der Präsidentschaftswahl antrat. Sie holte knapp 20% aller Stimmen. Diese Mal plant sie den ganz großen Wurf und will als Präsidentin in Zukunft das riesige Land von der Hauptstadt Brasilia aus regieren.

Brasilien peilt für Olympiade 2016 Spitzenplatz im Medaillenspiegel an

Gemäß einer Zielvorgabe des Nationalen Olympischen Komitees in Rio sollen brasilianische Athleten bei der Olympiade im eigenen Land zwischen 27 und 30 Medaillen ergattern und damit einen Platz in den Top-Ten der erfolgreichsten Nationen erreichen.
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Das Viertelfinale steht vor der Tür – Aus Acht mach Vier

Am heutigen Freitag startet das Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien. Acht Länder sind noch im Wettbewerb, acht von einst 209, die im Juni 2011 in die Qualifikation starteten. Sieben dieser Länder werden in die Röhre schauen, in neun Tagen wird nur Einer als Weltmeister übrig bleiben.
Doch wer dies sein wird, lässt sich derzeit absolut nicht sagen. Von den acht Viertelfinalisten hat bis auf Kolumbien noch niemand durchgehend überzeugt. Zwar sind die großen Fußball-Nationen Brasilien, Argentinien, Holland, Frankreich und Deutschland in den Wettbüros nachwievor favorisiert für den WM-Titel, doch Kolumbien, Belgien und Costa Rica sollten keinesfalls mehr unterschätzt werden. Wer kann heute schon mit Sicherheit sagen, ob es eines dieser drei Länder nicht genauso sensationell zum WM-Titel schafft wie Griechenland 2004 zur EM-Trophäe.

Kolumbien machte bisher den stärksten Eindruck

Selbst ohne Superstar Radamel Falcao machte Kolumbien von den acht Viertelfinalisten bisher den konstant stärksten Eindruck. Die Südamerikaner, auch als „Caffeteros“ bekannt, überzeugten nicht nur in der Vorrunde gegen Griechenland, die Elfenbeinküste und Japan, sondern vor allem auch im Achtelfinale gegen Amerikameister Uruguay. Zwar konnten die überalterten „Urus“ die Leistung der letzten „Copa America“ nicht mehr abrufen und waren zudem durch die Sperre von Luis Suarez geschwächt, dennoch überzeugte Kolumbien in allen Mannschaftsteilen. Angeführt von Shootingstar James Rodriguez im offensiven Mittelfeld präsentierten sich die Kolumbianer spielstark und taktisch abgeklärt. Heute Abend gegen Gastgeber Brasilien wartet auf Kolumbien zwar eine Meisterprüfung, doch chancenlos sind die „Caffeteros“ keineswegs.