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So viel Deutschland steckt in der WM in Brasilien

Wie viel „Made in Germany“ steckt in der Fußball-WM in Brasilien ? Deutsches Know-how ist bei der Fußball-WM sehr begehrt. So kommt etwa die neue Torlinien-Technologie von der Firma GoalControlaus aus Würselen bei Aachen, 18 der 32 Teams tragen ihre Sportbekleidung von drei deutschen Sportartikel-Herstellern und für die Sicherheit sorgen extra eingeflogene deutsche Polizisten.

Neben dem deutschen Nationaltrainer Jogi Löw trainieren mit Ottmar Hitzfeld (Schweiz), Jürgen Klinsmann (USA) und Volker Finke (Kamerun) drei weitere deutsche Trainer für die WM qualifizierte Länder.
Außer den 23 deutschen Nationalspielern spielen in Brasilien auch 61 ehemalige Bundesliga-Spieler um den Weltmeister-Titel. Zudem ist mit Felix Brych wie bei fast jeder WM ein deutscher Schiedsrichter mit von der Partie.
Nur bei der ersten WM im Jahr 1930 in Uruguay und 1950 in Brasilien war dem nicht so.

Beim Thema Sicherheit versucht Deutschland, dem Gastgeberland mit seinen Erfahrungen aus der WM 2006 zur Seite zu stehen.
Im Herbst 2013 wurden z.B. brasilianische Spezialeinheiten zur Vorbereitung auf das Endspiel vom Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes aus Niedersachsen geschult.
Auch während der WM werden die einheimischen Kräfte von sieben deutschen Spezialisten unterstützt. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und Ressortchef von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger sagte dazu zu Bild: „Unsere Polizeibeamten können den brasilianischen Einsatzkräften deutsches Fanverhalten erklären.“

Erstmals kommen auch 70 hochsensible Gefahrstoff-Detektoren aus Schwerin rund um die Stadien zum Einsatz.

Vor allem abseits des Rasens wurden beim WM-Ausrichter Brasilien deutsche Experten bevorzugt.
So wurden gleich drei Stadien vom Hamburger Architektur-Büro Gerkan, Mark und Partner entworfen. Das Estádio Nacional de Brasila „Mané Garrincha“, die Arena da Amazona in Manaus sowie das Mineiräo-Stadion in Belo Horizonte.
Ebenfalls mit dabei war das Ingenieur-Büro Schlaich-Bergermann und Partner aus Stuttgart.
Von der Firma Stechert aus Wilhermsdorf bei Nürnberg stammen die 200 000 Sitze der WM-Stadien in Manaus, Cuiaba, Refice, Curitiba sowie dem Trainingsstadion in Belo Horizonte.

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych erhält bei seiner WM-Premiere Hilfe von der erstmals zum Einsatz kommenden Torlinien-Technologie, welche in Deutschland entwickelt wurde.
„Es wird keine Probleme geben.“, versicherte der Geschäftsführer von GoalControl, Dirk Broichhausen der Bild. Seine Firma rüstete die zwölf Stadien mit insgesamt 168 Kameras aus.

Zu guter letzt ist seit 1970 der WM-Ball vom Sportartikel-Hersteller Adidas offizeller Bestandteil einer jeden Weltmeisterschaft.

Die WM in Brasilien läuft

Es ist soweit, die WM in Brasilien läuft. Nach einer langen und farbenfrohen Eröffnungsfeier startete gestern Abend das größte Sportereignis der Welt in Südamerika. Im Eröffnungsspiel gewann Gastgeber Brasilien durch einen mehr als zweifelhaften Elfmeter gegen Kroatien mit 3-1. Zwar dürften sich die 205 Millionen Brasilianer über den Auftaktsieg ihrer „Selecao“ gefreut haben, doch die sozialen Unruhen im Windschatten der WM dürften damit nicht beendet sein. Denn die Korruptionsskandale im Zuge der Vorbereitung auf die WM haben viele Brasilianer so sehr erzürnt, dass sie von ihrer Regierung spätestens nach dem Ende des Turniers drastische Veränderungen fordern werden

Die Brasilianer haben zwei Wünsche

Die schnell wachsende Bevölkerung des Riesenreiches am Amazonas hat derzeit zwei Wünsche. Zum einen wünscht man sich den ersehnten WM-Titel im eigenen Land, um die „Uruguay-Schmach“ aus dem Jahr 1950 zu tilgen, zum anderen will man aber auch endlich einen massiven Kampf gegen die Korruption und Vetternwirtschaft, die sich wie ein Krebsgeschwür in der brasilianischen Wirtschaft und Politik ausgebreitet hat. Genau daran wird sich die Regierung in den nächsten 1-2 Jahren auch messen lassen müssen, ganz egal, ob die „Selecao“ Weltmeister wird oder nicht.

„Maracanazo“ – Brasiliens Angst vor Uruguay

„Uruguay“! Um es überspitzt auszudrücken – bei diesem Wort zucken viele Brasilianer momentan zusammen. Nicht weil sie Angst vor einer Invasion aus dem südlichen Nachbarland hätten. Nein, die Fußball-WM ist nur noch zwei Tage entfernt und wirft ihre Schatten voraus. Und im Gastgeberland weckt Uruguay noch immer böse Erinnerungen an den legendären „Maracanazo“. Es war im Juli 1950 bei der letzten Heim-WM, als Brasilien im Maracana-Stadion von Rio das als Finale zählende letzte Gruppenspiel gegen die „Celeste“ mit 1-2 verlor. Uruguay war Weltmeister im Nachbarland geworden und in der Gastgebernation am Amazonas brach ein ganzes Volk nach dem Schlusspfiff in Tränen aus. Ein Trauma für die brasilianische Bevölkerung, bis heute.

Wiederholt sich die Geschichte erneut?

Nun steht die nächste WM in Brasilien an und viele Brasilianer haben Angst, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Im Viertelfinale könnten Brasilien und die „Urus“ aufeinandertreffen. Dies ist sogar sehr wahrscheinlich, vor allem wenn Brasilien im Achtelfinale Spanien, Holland oder Chile aus dem Weg räumen würde. Der mentale Druck auf der „Selecao“ wäre gewaltig, das Nervenkostüm zum Zerreißen gespannt. Landauf, landab würde man die Geschichte aus 1950 vor dem Spiel hervorheben, für Brasiliens Kicker sicher eine enorme psychische Belastung. Da Uruguay als amtierender Amerikameister und mit dem wohl besten Sturm der Welt anreist, haben viele Brasilianer böse Ahnungen, dass es zu einem zweiten „Maracanazo“ kommen könnte. Aus Uruguay fliegen schon erste Giftpfeile Richtung Norden. Auf Facebook haben hunderttausende Uruguayos eine Website gegründet mit dem Titel „Maracanazo 2“. Zu sehen ist eine riesige Fahne Uruguays über der gewaltigen Christus-Statue in Rio. Die psychologische Kriegsführung ist schon jetzt eröffnet.