Brasilien.info

Das Viertelfinale steht vor der Tür – Aus Acht mach Vier

Am heutigen Freitag startet das Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien. Acht Länder sind noch im Wettbewerb, acht von einst 209, die im Juni 2011 in die Qualifikation starteten. Sieben dieser Länder werden in die Röhre schauen, in neun Tagen wird nur Einer als Weltmeister übrig bleiben.
Doch wer dies sein wird, lässt sich derzeit absolut nicht sagen. Von den acht Viertelfinalisten hat bis auf Kolumbien noch niemand durchgehend überzeugt. Zwar sind die großen Fußball-Nationen Brasilien, Argentinien, Holland, Frankreich und Deutschland in den Wettbüros nachwievor favorisiert für den WM-Titel, doch Kolumbien, Belgien und Costa Rica sollten keinesfalls mehr unterschätzt werden. Wer kann heute schon mit Sicherheit sagen, ob es eines dieser drei Länder nicht genauso sensationell zum WM-Titel schafft wie Griechenland 2004 zur EM-Trophäe.

Kolumbien machte bisher den stärksten Eindruck

Selbst ohne Superstar Radamel Falcao machte Kolumbien von den acht Viertelfinalisten bisher den konstant stärksten Eindruck. Die Südamerikaner, auch als „Caffeteros“ bekannt, überzeugten nicht nur in der Vorrunde gegen Griechenland, die Elfenbeinküste und Japan, sondern vor allem auch im Achtelfinale gegen Amerikameister Uruguay. Zwar konnten die überalterten „Urus“ die Leistung der letzten „Copa America“ nicht mehr abrufen und waren zudem durch die Sperre von Luis Suarez geschwächt, dennoch überzeugte Kolumbien in allen Mannschaftsteilen. Angeführt von Shootingstar James Rodriguez im offensiven Mittelfeld präsentierten sich die Kolumbianer spielstark und taktisch abgeklärt. Heute Abend gegen Gastgeber Brasilien wartet auf Kolumbien zwar eine Meisterprüfung, doch chancenlos sind die „Caffeteros“ keineswegs.

WM in Brasilien – Die Vorrunde ist vorbei

Nach 2 Wochen ist die Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien vorbei. Halbzeit sozusagen. Am heutigen Freitag ist der erste Ruhetag, Zeit zum Durchatmen und zu einem kurzen Rückblick.

Die Sieger dieser WM-Vorrunde sind ohne Zweifel Länder wie Costa Rica, Algerien oder auch Griechenland. Costa Rica setzte sich mit seiner jungen und spielstarken Mannschaft fast schon sensationell als Gruppensieger durch, und das gegen namhafte Konkurrenz wie Italien, England und Uruguay. Im Achtelfinale gegen Griechenland sind die „Ticos“ keineswegs chancenlos, zumal der Europameister von 2004 mit viel Glück und einer kräftigen Portion „Rumpelfußball“ in das Achtelfinale vorstieß. Zwar kann sich Griechenland durch sein Last-Minute-Tor gegen die Elfenbeinküste auch als Sieger dieser Vorrunde fühlen, doch die stolzen Hellenen wurden mehr durch die Inkompetenz der Abwehr Cote D`Ivoires in die KO-Runde katapultiert als durch eigenen spielerischen Glanz. Auch Algeriens Weiterkommen überraschte nicht Wenige, bedenkt man die hohen Ansprüche von den Gruppengegnern Russland und Südkorea, die der Realität aber nicht standhielten.

Ostasien scheitert kläglich

Wenn es um die größten Enttäuschungen der Vorrunde geht, fällt der Blick sicher zuerst auf ausgeschiedene Fußball-Großmächte wie Spanien, England und Italien, doch Spanien und Italien können noch immer von ihren Titelgewinnen seit 2006 zehren, während sich die britischen „Three Lions“ ohnehin im Umbruch befinden. Neben Ländern wie Russland, Ghana und der Elfenbeinküste, die sich maßlos überschätzten, gehören vor allem die beiden ostasiatischen Fußball-Größen Japan und Südkorea zu den herben Enttäuschungen der Vorrunde. Japan verlor sogar das letzte Spiel gegen Kolumbiens B-Elf mit 1-4 und Südkorea blieb von Beginn an jeden Beweis schuldig, zu den „Geheimfavoriten“ dieser Weltmeisterschaft zu gehören. Es ist eine bittere Erkenntnis für die Betroffenen, dass sich der Fußball in Ostasien seit der WM 2002 in Nippon und Korea nicht wirklich weiterentwickelt hat. Wobei man sich diese Frage sicher auch in anderen Ländern wie China und Indien stellen muss, wo trotz riesiger Bevölkerungen fußballerisch nichts vorangeht.

So viel Deutschland steckt in der WM in Brasilien

Wie viel „Made in Germany“ steckt in der Fußball-WM in Brasilien ? Deutsches Know-how ist bei der Fußball-WM sehr begehrt. So kommt etwa die neue Torlinien-Technologie von der Firma GoalControlaus aus Würselen bei Aachen, 18 der 32 Teams tragen ihre Sportbekleidung von drei deutschen Sportartikel-Herstellern und für die Sicherheit sorgen extra eingeflogene deutsche Polizisten.

Neben dem deutschen Nationaltrainer Jogi Löw trainieren mit Ottmar Hitzfeld (Schweiz), Jürgen Klinsmann (USA) und Volker Finke (Kamerun) drei weitere deutsche Trainer für die WM qualifizierte Länder.
Außer den 23 deutschen Nationalspielern spielen in Brasilien auch 61 ehemalige Bundesliga-Spieler um den Weltmeister-Titel. Zudem ist mit Felix Brych wie bei fast jeder WM ein deutscher Schiedsrichter mit von der Partie.
Nur bei der ersten WM im Jahr 1930 in Uruguay und 1950 in Brasilien war dem nicht so.

Beim Thema Sicherheit versucht Deutschland, dem Gastgeberland mit seinen Erfahrungen aus der WM 2006 zur Seite zu stehen.
Im Herbst 2013 wurden z.B. brasilianische Spezialeinheiten zur Vorbereitung auf das Endspiel vom Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes aus Niedersachsen geschult.
Auch während der WM werden die einheimischen Kräfte von sieben deutschen Spezialisten unterstützt. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und Ressortchef von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger sagte dazu zu Bild: „Unsere Polizeibeamten können den brasilianischen Einsatzkräften deutsches Fanverhalten erklären.“

Erstmals kommen auch 70 hochsensible Gefahrstoff-Detektoren aus Schwerin rund um die Stadien zum Einsatz.

Vor allem abseits des Rasens wurden beim WM-Ausrichter Brasilien deutsche Experten bevorzugt.
So wurden gleich drei Stadien vom Hamburger Architektur-Büro Gerkan, Mark und Partner entworfen. Das Estádio Nacional de Brasila „Mané Garrincha“, die Arena da Amazona in Manaus sowie das Mineiräo-Stadion in Belo Horizonte.
Ebenfalls mit dabei war das Ingenieur-Büro Schlaich-Bergermann und Partner aus Stuttgart.
Von der Firma Stechert aus Wilhermsdorf bei Nürnberg stammen die 200 000 Sitze der WM-Stadien in Manaus, Cuiaba, Refice, Curitiba sowie dem Trainingsstadion in Belo Horizonte.

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych erhält bei seiner WM-Premiere Hilfe von der erstmals zum Einsatz kommenden Torlinien-Technologie, welche in Deutschland entwickelt wurde.
„Es wird keine Probleme geben.“, versicherte der Geschäftsführer von GoalControl, Dirk Broichhausen der Bild. Seine Firma rüstete die zwölf Stadien mit insgesamt 168 Kameras aus.

Zu guter letzt ist seit 1970 der WM-Ball vom Sportartikel-Hersteller Adidas offizeller Bestandteil einer jeden Weltmeisterschaft.