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Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und zählt zu den zehn größten der Welt – eine Agrar-, Rohstoff- und Industriemacht mit gewaltigen natürlichen Ressourcen. Politisch ist das Land eine föderale Präsidialrepublik aus 26 Bundesstaaten und dem Hauptstadtdistrikt Brasília. Für Reisende erklärt das vieles: die enormen Kaffee- und Sojafelder, die Rinderherden des Hinterlands und die pulsierenden Wirtschaftsmetropolen des Südostens.

Wirtschaftskraftgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, weltweit unter den Top 10
BIPrund 2,2 Billionen US-Dollar (grobe Größenordnung)
Wichtigste SektorenDienstleistungen (~60 %), Industrie, Landwirtschaft
Top-ExporteSoja, Eisenerz, Erdöl, Rindfleisch, Kaffee, Zucker
Wichtigster HandelspartnerChina
Staatsformföderale Präsidialrepublik, 26 Bundesstaaten + Distrikt Brasília

Wie stark ist die brasilianische Wirtschaft?

Brasilien ist mit Abstand die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und rangiert mit einem Bruttoinlandsprodukt in der Größenordnung von rund 2,2 Billionen US-Dollar weltweit unter den zehn größten Nationen. Es gehört zur Gruppe der BRICS-Staaten und ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Region. Getragen wird die Wirtschaft vor allem vom Dienstleistungssektor, der knapp 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, ergänzt durch eine breite Industrie und eine der schlagkräftigsten Agrarwirtschaften der Welt. Trotz konjunktureller Schwankungen und hoher sozialer Ungleichheit gilt das Land als widerstandsfähig und wächst weiter; für die jüngste Zeit rechnen Analysten mit einem soliden Wachstum, getragen unter anderem von Rekordernten und Infrastrukturprogrammen. Diese Wirtschaftskraft verteilt sich jedoch sehr ungleich über das Land: Sie konzentriert sich stark im Südosten – rund um São Paulo, das industrielle und finanzielle Herz Lateinamerikas, sowie in den Metropolregionen von Rio de Janeiro und Belo Horizonte. Der ärmere Nordosten und weite Teile des Amazonasgebiets hinken dagegen wirtschaftlich hinterher – ein Kontrast, den Reisende auf einer Rundreise deutlich spüren.

Welche Bodenschätze hat Brasilien?

Brasilien ist außergewöhnlich reich an Bodenschätzen. Das Land zählt zu den weltweit größten Produzenten von Eisenerz und fördert zudem bedeutende Mengen an Bauxit, Mangan, Gold, Nickel und Edelsteinen. Seit der Entdeckung großer Vorkommen vor der Küste ist Brasilien auch zu einem wichtigen Erdölförderer aufgestiegen. Dieser Rohstoffreichtum hat historische Wurzeln – der Goldrausch in Minas Gerais prägte einst ganze Landstriche, wie unsere Seite zur Geografie und die Kultur des Landes zeigen. Erze und Metalle machen bis heute einen erheblichen Teil der Exporterlöse aus.

Was produziert die brasilianische Landwirtschaft?

Die Landwirtschaft ist ein Aushängeschild der brasilianischen Wirtschaft. Das Land ist einer der größten Produzenten und Exporteure von Soja weltweit, dazu weltweit führend bei Kaffee und Zucker sowie ein Schwergewicht bei Rindfleisch, Geflügel, Orangensaft und Mais. Die riesigen Anbauflächen des Cerrado im Landesinneren und die Viehweiden des Zentralwestens prägen das Bild weiter Landschaften. Diese Agrarkraft hat auch eine Kehrseite: Der Ausbau von Ackerflächen und Weiden steht in Spannung zum Schutz von Regenwald und Feuchtgebieten wie dem Pantanal und dem Amazonas, ein zentrales Thema der brasilianischen Umweltpolitik.

Was exportiert und importiert Brasilien?

Brasiliens Außenhandel wird von Rohstoffen und Agrargütern dominiert: Soja, Eisenerz, Erdöl, Rindfleisch, Zucker und Kaffee zählen zu den wichtigsten Ausfuhrgütern. Nahrungsmittel, Brennstoffe sowie Erze und Metalle stellen zusammen den Löwenanteil der Exporterlöse. Wichtigster Handelspartner ist China, das große Mengen brasilianischer Rohstoffe abnimmt; daneben spielen die USA, die EU und die südamerikanischen Nachbarn eine große Rolle. Importiert werden vor allem Maschinen, Elektronik, Chemie- und Industrieprodukte. Weil die Wirtschaft stark von Rohstoffpreisen und der Nachfrage aus China abhängt, wirken sich globale Konjunkturschwankungen deutlich auf das Land aus.

Wie ist Brasilien politisch organisiert?

Brasilien ist eine föderale Präsidialrepublik. Das Staatsgebiet gliedert sich in 26 Bundesstaaten und den Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Brasília, die eigens in den 1950er-Jahren als moderne Planhauptstadt im Landesinneren errichtet wurde. Die Bundesstaaten haben eigene Verfassungen, Gouverneure und Parlamente. An der Spitze des Staates steht der direkt vom Volk gewählte Präsident, der zugleich Staats- und Regierungschef ist und für vier Jahre regiert. Die Gesetzgebung liegt beim Nationalkongress aus Abgeordnetenkammer und Senat. Die 513 Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, die 81 Senatorinnen und Senatoren für acht Jahre. Grundlage des heutigen demokratischen Systems ist die Verfassung von 1988, mit der Brasilien nach der Militärdiktatur zur Demokratie zurückkehrte – die politische Entwicklung dorthin schildert unsere Seite zur Geschichte Brasiliens. Brasilien ist zudem in internationale Bündnisse wie den südamerikanischen Wirtschaftsraum Mercosur und die BRICS-Gruppe eingebunden.

Was bedeutet das für Reisende?

Wirtschaft und Politik sind mehr als Zahlen – sie prägen das Reiseland sichtbar. Die enormen Soja- und Kaffeeplantagen, die man auf Überlandfahrten passiert, die geschäftigen Metropolen des Südostens und die Rohstoffhäfen an der Küste erzählen von Brasiliens Rolle als Agrar- und Industriemacht. Für die Reiseplanung sind eher praktische Fragen wie Einreise und Sicherheit relevant, doch das Verständnis für die wirtschaftliche und politische Struktur hilft, das Land und seine Gegensätze besser einzuordnen. Einen Überblick über Bevölkerung und Alltag bietet unsere Seite zu Land & Leute.

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